Baustelle in Berlin (Quelle: imago/Boillot)
Audio: Inforadio | 25.05.2018 | Ute Schuhmacher | Bild: imago stock&people/Boillot

Rot-Rot-Grün diskutiert - Mehr Mindestlohn - aber wieviel?

Der Mindestlohn für Aufträge, die das Land Berlin vergibt, soll steigen: 10,20 Euro pro Stunde schlägt Wirtschaftssenatorin Pop (Grüne) vor. Arbeitssenatorin Breitenbach (Linke) legt sogar noch was drauf und fordert 12,63 Euro. Doch nicht alle sind davon begeistert.

In der rot-rot-grünen Koalition wird über die richtige Höhe des Mindestlohns für öffentliche Aufträge diskutiert. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop von den Grünen will ihn auf 10,20 Euro anheben, Arbeitssenatorin Elke Breitenbach von den Linken lieber auf 12,63 Euro. Das bestätigte ihre Sprecherin.

Aktuell liegt der Mindestlohn für Aufträge, die das Land Berlin vergibt, bei 9 Euro. Jedes Unternehmen, das für das Land Berlin arbeiten will, muss seinen Mitarbeitern mindestens so viel bezahlen. Dieser Wert soll angehoben werden.

Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop bei einer Senatspressekonferenz (Bild: imago/Christian Ditsch)
Ramona Pop | Bild: imago stock&people

IHK ist dagegen

Pop schlägt vor, dass mindestens so viel gezahlt werden muss, wie der günstigste Angestellte des Landes nach dem Tarifvertrag TVL verdient. Das wären 10,20 Euro.

Der Vorschlag Breitenbachs von 12,63 Euro soll sicherstellen, dass die Menschen, die für das Land arbeiten, am Ende ihres Arbeitslebens eine Rente oberhalb der Grundsicherung bekommen.

Die IHK Berlin hält nichts von dem Vorschlag. Sie  erklärt, damit würden die Aufträge des Landes immer unattraktiver für Unternehmen.

Sendung:  Inforadio, 25.05.2018, 15.00 Uhr

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    In der Branche sollte man zuerst mal dafür sorgen, das Subunternehmer keine Aufträge an weitere Subunternehmer vergeben darf. Dann Aufträge nur an Unternehmen die Tarifgebunden sind. Danach eine Mindestanzahl an Facharbeitern je nach Größe des Projekts um Fusch am Bau so gering wie möglich zu halten.

    Dafür muss man aber erst eine neue Partei gründen, die Unabhängig von Lobby, Schmiergeld und Parteienspenden entscheidet!!

  2. 9.

    Das ist nur ein Grund in Ost wie in West warum kaum noch jemand diese Jobs machen will. Viele müssen heute zuschauen wie ihre Eltern, die in diesen Berufen gearbeitet hatten, in völliger Renten-Armut leben. Das schreckt doch jeden ab!

  3. 8.

    Das bei 12,00 Euro Brutto die Stunde noch Sozialneid aufkommt kann man menschlich gesehen gar nicht vermitteln. Abzüglich aller Kosten sitzt jeder mit so einem Gehalt permanent im Dreck, muss sogar noch aufstocken beim Jobcenter. Selbst das gönnt man diesen Billig-Löhnern nicht mehr!? In was für einer Gesellschaft leben wir hier eigentlich?
    Warum durften vor 35 Jahren Ungelernte noch soviel Geld verdienen um menschenwürdig am Leben teil zu nehmen?
    Ach ja, damals gab es noch keinen Flaschenpfand.

  4. 7.

    Haben Sie schon mal in einen Tarifvertrag gesehen?
    Fachkräfte Berlins der niedrigsten Lohngruppen verdienen dort weniger als der von Senatorin Pop geforderte Mindestlohn für Ungelernte Jobber ("Das wären 10,20 Euro")
    http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/berlin/

    12-15 Euro pro qm sind mir egal, es geht darum, dass es nicht sein kann, dass man Fachkräfte und Jobber mittels Mindestlohn-Wahlkampfgeplänkel auf eine Stufe stellt.
    Wenn Mindestlohn verhandelt wird, müssen eben sämtliche Entgelte der Tarifverträge für Fachkräfte angehoben werden.

    Ist die Wohnung zu teuer - Ausziehen!
    Miete hat nichts mit Qualifikation für den Arbeitsmarkt zu tun.

  5. 6.

    Wer will den Ungelernten wie den Gelernten bezahlen: Achtung hier die Antwort: Alle Bauunternehmer Brandenburgs und sonstiger ehem. DDR-Bundesländer die Angestellten (außer in Berlin ) - siehe Mindestlohn Bau (nicht verwechseln mit Tarif - der ist seit Einführung des Mindeslohnes nicht mehr allgemeiner Mindeslohn im Baugewerbe). Laut dieser Mindestlohntabelle werden ungelernte Fachklräfte genau so bezahlt wie Facharbeiter - weil im Osten ein Facharbeiter offenbar weniger wert ist als im Westen und in Berlin - dort gibt es eine Unterscheidung. Und jetzt wundern wir uns noch warum es keine Fachkräfte am Bau gibt, bei Bezahlung wie ein Hiwi und drei und mehr Stunden unbezahlter Wegezeit täglich. Komisch oder? Aber immer schön zu sehen, wie die Medien das verschweigen und nur die geringen Erhöhungen mitteilen oder Tarifabschlüsse - die ja im Osten eh keiner bezahlt- und auch da ist der doofe ost - Facharbeiter lange nicht so viel Wert wie der gute Kollege im Westen.

  6. 5.

    Wie kommen Sie denn auf die Idee? Wer will denn den Ungelernten wie den Gelernten bezahlen? Wer sagt das wo? Vielleicht mal nachdenken in einem Land in dem 12-15 Euro Miete pro Quadratmeter für unvermeidlich gehalten werden.
    Und nicht immer von Politkern verlangen was zusammengenommen gar nicht von ihnen erfüllt werden kann - weil ja alles zusammen funktionieren soll was gar nicht zusammen funktioniert: Gegen Ausländer und Flüchtlinge hetzen und dann Patriot sein wollen. Bei "Bürokratie abbauen" nicht wissen wollen das es Stellenabbau im Bezirksamt bedeutet - keiner da für den Passantrag. Und die IHK hätte wohl auch gegen die Abschaffung der Sklaverei in den US-Südstaaten gestimmt - wer soll denn dann noch die Baumwolle kaufen, wenn sie kostet was sie kostet ohne Sklaven verbrauchen zu können.
    Ist das also so liebe IHK? -(öffentliche) Aufträge sind unattraktiv, wenn beauftragte Firmen Mindeststandards einhalten müssen?

  7. 4.

    Der Mindestlohn soll Jobber und Un- und Angelernte mit staatlich geprüften Fachkräften auf eine Stufe stellen.
    Hilfskräfte stehen nun mal in den unteren Lohngruppen.
    Daher kann ich das Blocken der IHK nur begrüßen.
    Man muss einen Unterschied machen, sonst braucht man keine Schule mehr und jeder kann jobben wo er möchte, aber Qualitätsarbeit wäre nicht sichergestellt.

  8. 3.

    Zum glück hat Ramona Pop ,Vorsitzende des Aufsichtsrats der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nicht die BVG als Maßstab genommen.Da geht der Std. Lohn schon bei ca. 9,60€ los ;) und ein Fahrer liegt bei grandiosen 12,38€ alles bei einer (offiziellen) 39 Std . Woche wohlgemerkt .

  9. 2.

    "Mehr Mindestlohn - aber wieviel?"
    Gar keinen Mindestlohn! Arbeit nur an Facharbeiter/Gesellen vergeben. Mindestlohn zieht den wahren tariflichen Arbeitslohn runter und immer mehr Firmen stellen Angelernte ein um sich den Tariflohn zu sparen.

  10. 1.

    Was eine bodenlose und arrogante Frechheit, darüber noch zu diskutieren. Damit macht sich der Senat mitschuldig an Verarmung und prekären Arbeitsverhältnissen.

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