Symbolbild: Blick auf den Fernsehturm und zahlreiche Baukräne und Neubauten in Berlin. (Quelle: dpa/Kalaene)
Audio: Inforadio, 17.05.2018, Thorsten Gabriel | Bild: dpa/Kalaene

Bauzahlen für 2017 - Die meisten Wohnungen werden im Osten Berlins fertig

In Berlin-Lichtenberg sind im vergangenen Jahr die meisten Wohnungen gebaut worden - am wenigsten wurden in Tempelhof-Schöneberg fertig. Das zeigen Zahlen des Statistikamtes vom Donnerstag. Im Vergleich zu 2016 ist deutlich mehr Wohnraum entstanden.

Genau 15.669 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr in Berlin fertiggebaut - das geht aus am Donnerstag vorgestellten neuen Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor. Das entspreche einem Plus von 14,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (13.659 fertige Wohnungen). Allerdings schätzt der Senat, dass mindestens 20.000 Wohnungen pro Jahr nötig seien, um den Bedarf zu decken.

Weniger neue Ein- oder Zweifamilienhäuser

Neu gebaut wurden im vergangenen Jahr 12.814 Wohnungen, und damit 18,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Wohnungsneubau in Mehrfamilienhäusern nahm besonders stark zu - um 28,7 Prozent, mit insgesamt 11.408 Wohnungen.

In Ein- und Zweifamilienhäusern sank dagegen die Zahl der Fertigstellungen 2017: Mit 1.377 neuen Wohnungen gab es ein Minus von 21,1 Prozent. Durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden wurden 2.855 weitere Wohnungen fertiggestellt, das war 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der jährlich fertiggestellten Wohnungen in Berlin ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen: Vor zehn Jahren lag die Zahl noch bei 3.718.

"Wir sind auf einem guten Weg"

Die meisten Wohnungen entstanden in den Bezirken Lichtenberg (2.544 fertiggestellte Wohnungen), Mitte (2.510) und Treptow-Köpenick (2.097).

Berlins Senatorin für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher (Linke), sagte der rbb-Abendschau, man sei auf einem guten Wege, "sowohl die Bezirke zu ertüchtigen, die Rahmenbedingungen für gutes Bauen zu schaffen, als auch die gesamtstädtischen Pläne und Abstimmungen und Koordinierungen zu verbessern". Und weiter: "Ich glaube, dass wir auf diesem Weg schon ziemlich weit vorangekommen sind und dass das die Vorausssetzung dafür ist, das wir auch künftig ausreichend Wohnungsneubau sehen", sagte Lompscher.

Von der FDP kam hingegen Kritik: Berlin hänge bei der Zahl der Wohnungsfertigstellungen "immer noch weit dem Bedarf hinterher", teilte Stefan Förster, Fraktionssprecher für Bauen und Wohnen, mit. "Mit der rot-rot-grünen Bevormundungspolitik privater Investoren werden diese ins Brandenburger Umland gedrängt, wo sie unbürokratischer und mit weniger Auflagen investieren können."

Bezirk Baufertigstellungen insgesamt Wohnungen - insgesamt Wohnungen - nur Neubau
Lichtenberg 409 2.544 2.213
Mitte 192 2.510 2.104
Treptow-Köpenick 469 2.097 1.874
Friedrichshain-Kreuzberg 156 1.813 1.266
Marzahn-Hellersdorf 449 1.596 1.491
Pankow 440 1.533 1.291
Charlottenburg-Wilmersdorf 168 846 573
Steglitz-Zehlendorf 252 768 613
Neukölln 171 639 611
Reinickendorf 204 607 184
Spandau 192 405 367
Tempelhof-Schöneberg 126 311 227
Berlin 3.228 15.669 12.814

Sendung: rbb aktuell, 17.05.2018, 13.00 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Nun ist aber in Lichtenberg (einschl. Hohenschönhausen., heißt ja nur noch Lichtenberg) auch genug Freifläche hierfür abgezwackt worden.
    Vermutlich sind das ehemalige Trassen der verworfenen U-Bahn-Linien 3 und 11 (U-Bahn-Planung Stadtentwicklungsplan 1996, Step3).
    Das Gebiet um Rhin/AdK ist voller Baukräne. Nur Wohnungsbau bekommt man langfristig mit 3-4 Etagen-Flachbauten nicht in den Griff. Man spart hier nur investitions- und bautechnisch den Aufzug, clever.
    Das krasse ist, die Neubauten haben dann höchst wahrscheinlich eine durchschnittliche Warmmiete von ~1.000 EUR, also kein Sozialbau.
    Wenn man überlegt, hat ein 21/19er Hochhaus aus DDR-Zeiten der 70er, beim Doppelkonstukt 21/19 bei einem Areal mindestens 300 Wohnungen bei 2 Aufgängen zur Auswahl - ohne Ghettogedanken.
    Die Stadt mit mit 8 Wohnungen pro Aufgang voll kleckern, das reicht doch niemals.
    Wieso kann man nicht einfach wie früher bauen, und keinen Platz verschwenden. Berlin ist nun mal begrenzt.

  2. 11.

    Richtig gesagt, nur nicht vollständig. Das Profit Denken hatte damals allein die Partei, die alles bestimmte. Vor allem wie das Individuum zu leben hatte. Gut das diese Zeiten vorbei sind. Und wie eng die Wohnungen gebaut wurden und wie niedrig die Deckenhöhen waren, das konnte ich vielfach im Osten begutachten. Von Grünanlagen und nahen Freizeitangeboten keine Spur. Alles nur organisiert.....

  3. 10.

    Klar im Osten! Da kann Investor den Einheimischenam besten mit Senatsunterstützung gentrifizieren - ist doch klasse - für die Neuen die Sahnestückchen und für die Berliner den Stadtrand - weiter so Linkspartei und SPD - immer weiter so - und ein Dankeschön für Eure Politik des heiteren Scheiterns....... Mich wundert nur, warum der linke Politkrempel so beliebt sein soll, wo doch Fr. Lompscher erst neulich die Gentrifizierung von Bürgern in Blankenburg so vehement verteidigt hat.....liegt wohl an den gutbetuchten Linken in den Szenebezirken. Da wo das Leben noch lebenswert ist und die Leute jetzt Angst bekommen, aus ihren, bereits durch Gentrifizierung entstandenen Eigentumswohnraum zur teuren Miete jetzt auch noch verdrängt zu werden - das kann sich auch keiner mehr leisten, ausser Airbnb-Anbieter und Zweitwohnungskäufer.
    Und an alle, die sich Mieten kaum noch leisten können: tretet Wohnbaugenossenschaften bei und stärkt sie, damit günstig wohnen auch weiterhin möglich bleibt.

  4. 7.

    Das ist wieder mal typisch: da wo die Linken das Sagen haben, wird gebaut und im Westteil, wo die Konservativen stärker vertreten sind, hinkt der Bau von neuen Wohnungen hinterher.
    Ich komme selbst aus dem Ostteil der Stadt und merke extrem, dass mehr viel mehr Menschen hier wohnen. Das muss nun aufhören, da die Infrastruktur nicht mitwächst. Verkehrsmittel und Straßen sind überlastet und von Schulen und Kindergärten brauchen wir erst gar nicht reden.
    Macht den BER endlich fertig und schließt TXL. Dort kann man bestimmt 250.000 Menschen unterbringen.

  5. 6.

    Näher zusammenrücken? Gerade die Alteingesessenen beharren auf ihre Privilegien wie die Brache vor der Haustür als Hundeauslauf samt unverbauter Aussicht von ihrem Balkon, den Kleingarten zum Aufstellen des Pools oder auch die Innenstadtfläche zum Kitesurfen.

    Einfach so einen dunklen Keller künstlich beleuchten und dann als Wohnung ausweisen, dürfte baurechtlich auch nicht ganz einfach sein. Das Baurecht sollte eher entschlackt werden, so dass zumindest die städtischen Wohnungsbaugesellschaften preiswerte bauen können. Unter 10€/m² kann man heute nicht neu bauen. Wenn die Nettokaltmiete niedriger sein soll, muss diese in irgendeiner Form subventioniert oder für weniger Geld gebaut werden.

  6. 5.

    Man könnte auch ein paar Blechtafeln zusammentackern, Wasser aus dem Teltowkanal schöpfen, Kacken in den Rinnstein. Als Beleuchtung ein paar Teelichter von IKEA. Das könnte eine Lösung für die Alteingesessenen sein, die Wohnungen könnte man den Zuziehenden überlassen...
    Man könnte natürlich auch den Zuzug begrenzen. Die Stadt ist voll. Punkt.

  7. 4.

    Ich denke, man sollte auch über neue Arten des Wohnens nachdenken und auch Keller für die wohnliche Nutzung zur Verfügung stellen. Mittels guter, warmer künstlicher Beleuchtung ist auch dort ein komfortables Wohnen möglich. In unserer schnell wachsenden Stadt müssen wir alle etwas näher zusammenrücken. Vor allem für die Alteingesessenen kann das eine Lösung sein und man kann somit den Zuziehenden den teureren Wohnraum überlassen.

  8. 3.

    Mit Verlaub, zu Zeiten der DDR wurde auch großzügiger und nicht alles so eng aufeinander gebaut. Man ließ den Menschen halt auch Luft zum atmen. Allerdings weiß ich auch das Grundstücke und Platz nicht die Rolle spielten. Es existierte nicht das Profitdenken von heute.

  9. 2.

    Frau Lompscher schmückt sich mit fremden Federn, sind doch die Baugenehmigungen für die jetzt fertig gestellten Wohnungen noch unter ihrem Vorgänger erteilt werden. Unter ihrer Ägide gab es nicht nur Bedenken seitens des privaten und kommunalen Wohnungsbaus an ihrer Be- und Verhinderungspolitik, auch die Zahl der Baugenehmigungen brach massiv ein: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/05/Wohnungsbau-Baugenehmigungen-Berlin-eingebrochen.html

    Sie hat den guten Weg ihres Vorgängers damit verlassen.

  10. 1.

    Die Wohnungen, die um vorigen Jahr fertig gestellt worden sind, haben noch ihre SPD-Vorgänger genehmigt. Wenn es Frau Lompscher gelingt, den Trend in den nächsten zwei Jahren zu steigern, kann sie von einem "guten Weg" reden. Die Vorzeichen sprechen aber gegen sie.

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