Eine Frau am EC-Geldautomat in Berlin (Quelle: Imago/Weber)
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Video: rbb|24 | Mara Nolte | 30.06.2018 | Bild: Imago/Weber

Mindest-Abhebung an Geldautomaten - Hast Du mal 'nen Fuffi?

Geld allein bringt zu wenig ein, jedenfalls sehen das viele Banken inzwischen so: An ihren Automaten kann man nur noch einen Betrag von mindestens 50 Euro abheben. Ab 1. Juli gilt das auch bei Europas größter Direktbank ING-Diba - wer weniger will, muss Gebüren zahlen.

Eben mal 20 Euro abheben, für den schnellen Gang zum Supermarkt oder den Kneipenbesuch? Das lohnt sich für viele Bankkunden nicht mehr: Denn immer mehr Geldinstitute verlangen Gebühren fürs Abheben kleinere Beträge - oder lassen generell erst Summen ab 50 Euro aus dem Automatenschlitz surren. Am 1. Juli stellt auch die ING-Diba diese Regel auf, immerhin Europas größte Direktbank, mit neun Millionen Kunden. Konkurrentinnen wie die Commerzbank-Tochter Comdirekt und die Deutsche Kreditbank (DKB) handhaben das schon seit Längerem so.

Direktbanken wie diese drei betreiben kaum eigene Automaten, auch in Berlin und Brandenburg nicht. Sie lockten ihre Kunden in den vergangenen Jahren mit dem Versprechen, mit einer Visa-Karte überall kostenlos und beliebig oft Bargeld ziehen zu können. Dafür müssen die Direktbanken jedes Mal Gebühren zahlen. Pro Abhebung seien es etwa 1,60 Euro, sagt ein Sprecher der ING-Diba.

"Abhebungen mit kleinen Beträgen kommen besonders zum Tragen"

Weil aber die Zinsen weltweit immer noch niedrig sind, suchen die Banken längst neue Wege, um Geld an ihren Kunden zu verdienen oder zumindest ihre Ausgaben zu senken. Sie erheben Gebühren für die Kontoführung, für bestimmte Überweisungen, für das Ändern von Daueraufträgen - und nun eben auch vermehrt fürs Abheben von Bargeld. Das Bundeskartellamt hat die Angelegenheit geprüft und keine Bedenken angemeldet. Das Geschäft mit der verlockenden Visa-Karte lohnt sich in dieser Form nicht mehr.

"Die anfallenden Kosten sind unabhängig von der Höhe des abgehobenen Betrags. Viele Abhebungen mit kleinen Beträgen kommen daher für uns besonders stark zum Tragen", sagt der Sprecher. Manche Kunden holten sich am Automaten mehrmals an einem Tag Beträge von zehn oder 20 Euro.

Fast 90 Prozent nutzen den Automaten, um an Bargeld zu kommen

In anderen Ländern, insbesondere skandinavischen, sind elektronische Zahlungsmittel inzwischen die Regel. Die Deutschen aber schwören immer noch auf Bargeld: 74 Prozent der Transaktionen erledigen sie mit Scheinen und Münzen, jedenfalls besagt das eine jährliche, repräsentative Umfrage der Bundesbank. Im Durchschnitt haben sie 107 Euro in bar bei sich, davon gut sechs Euro Hartgeld.

Nur jeder Zehnte zieht weniger als 50 Euro aus dem Automaten. "Just in time"-Kunden werden sie von den Banken genannt: Menschen, die eben spontan und gezielt für einen bestimmten Anlass Geld abheben. Viele nutzen diese Beschränkung, um ihre Ausgaben besser im Blick zu haben, weil sie genau haushalten müssen: Rentner, Arbeitslose, Studenten und Schüler zum Beispiel. Geld im Portemonnaie ist eben buchstäblich greifbarer als irgendwelche Zahlen beim Online-Banking.

Die Bedeutung von Filialen nimmt dabei zwangsläufig ab, immer mehr von ihnen werden geschlossen - sie sind den Banken zu kostspielig. Die Volksbank zum Beispiel hat die Zahl ihrer Zweigstellen in Berlin in den vergangenen Jahren praktisch halbiert. Fast 90 Prozent der Kunden nutzen heute den Automaten, um an Bargeld zu kommen, zeigt eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Aber auch die Zahl der Automaten in Deutschland sinkt, ebenfalls aus Kostengründen. Zwar kann man inzwischen auch in immer mehr Supermärkten und Geschäften gebührenfrei Bargeld abheben, wenn man einen bestimmten Einkaufswert übersteigt - aber dieses Angebot nutzen bislang erst vier Prozent der Kunden.

Sparkassen planen keine Umstellung

Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken wollen bis auf Weiteres nicht umstellen, zumindest laut eigener Aussage. "Wir planen das nicht", sagt die Sprecherin der Berliner Sparkasse, Katja Holzer, rbb|24. 1,3 Millionen Berliner haben dort ein Girokonto, damit ist das Geldinstitut immer noch mit Abstand Marktführer, auch was die Zahl der Filialen angeht. Die Commerzbank rangiert in Berlin auf dem zweiten Rang, vor der Postbank. Auch ein Sprecher der Commerzbank, die zur Cash Group gehört, sagte rbb|24, man setze weiterhin keinen Mindestbetrag fürs Abheben fest.

Kunden der Direktbanken also müssen am Automaten nun etwas kräftiger hinlangen, in manchen Fällen aber können sie das Limit auch umgehen - das kostet alllerdings. Wer zum Beispiel bei der ING-Diba auch in Zukunft weniger als 50 Euro ziehen will, muss für diesen Service monatlich zehn Euro zahlen. Wer sich nun entscheidet, schnell die Bank zu wechseln, sollte sich das in Ruhe überlegen - es könne gut sein, dass in den nächsten Jahren andere Geldinstitute nachziehen, heißt es aus der Verbraucherzentrale.

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25 Kommentare

  1. 24.

    Bei dir bin ich mir sicher,dass es nicht so ist,denn inhaltlich gehst du wieder nicht auf meinen Ursprungskommentar ein.
    Wenn du mir jetzt noch wiederholt im,ich drück es mal nett aus,oberlehrerhaften Ton weismachen willst,dass diese Schreibweise immer so war,weiß ich ja,woran ich an dir bin. Eine weitere Antwort kannst du dir klemmen.

  2. 23.

    Den Inhalt Ihres Beitrages hat hier jeder erfaßt. Er offenbart, daß Sie mit der deutschen Sprache mächtig auf Kriegsfuß stehen. Aber wenn Sie kein Deutsch-Muttersprachler sind, ist das nicht so schlimm. Dafür hat hier jederman Verständnis.

  3. 22.

    Wenn du der Sprache so mächtig bist,frag ich mich,wieso es dir nicht gelingt den Inhalt meines Beitrags zu erfassen.
    Was du schreibst,ist auch richtig,allerdings ändert das nichts an den von mir aufgezeigten Widersprüchen.

    Eine Antwort des rbb,was das Ganze bringen soll,wäre mir lieber.

  4. 21.

    Bodenlose Frechheit sowas. Seit wann darf eine Bank - die auch noch von MEINEM Gehalt profitiert und damit Geld macht mir vorschreiben wie ich mit meinem Geld umgehe? Und vor allem wenn man jetzt nur noch 49€ auf dem Konto hat, was öfter mal vorkommen ist man angeschmiert. Man hat Geld aber kann nichts abheben. Da muss es doch ein Gesetz geben das man sowas nicht mit uns arbeitenden Menschen machen kann!?! Wo bleiben die Politiker? Ja ok , stimmt die haben solche Probleme ja nicht... Da sieht man es wieder. Und Bank wechseln ist auch so eine Sache, gewechselt und dann machen die das auch. TOLL WIE MAN VERÄPPELT WIRD IN DIESEM LAND IM JAHRE 2018!!!

  5. 20.

    Sie sollten inständig hoffen, daß Bargeld niemals abgeschafft wird. Ohne Bargeld sind wir so gläsern - dagegen ist Stasi und 1984 der reinste Kindergeburtstag. Das ist auch der Grund, warum das Bargeld abgeschafft werden soll. Und Lieschen Müller jubelt dazu sogar noch. Totale Kontrolle - die pefekte Voraussetzung für eine Diktatur. Lesen Sie Norbert Häring oder sehen Sie sich das Interview mit ihm an.

  6. 19.

    Es heißt nicht nur "die" Bank, vor allem heißt es "die" Comdirekt AktienGESELLSCHAFT und "die" Deutsche Bank AktienGESELLSCHAFT. Daran ist GAR NICHTS falsch. Klar soweit? Wenn sie sonst noch Fragen zur deutschen Sprache haben, dürfen Sie sich vertrauensvoll an mich wenden.

  7. 18.

    Regen Sie sich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache oder so auf. Hier passt das rein inhaltlich garnicht rein...

    Worüber sich manche Menschen aufregen können...herrje!

  8. 17.

    Oh,ihr könnt ja sogar reagieren,leider nur bei unwichtigen Sachen.
    Aber ist das euer Ernst? Es heißt auch: das Kredit- oder Geldinstitut. Oder darf man dazu jetzt nur Bank sagen? Zur Erinnerung,Comdirekt oder Deutsche Bank sind Eigennamen.
    Wenn ich "die Konkurrentinnen Vodafone und Telekom" schreibe ist es entweder richtig,wenn ich "die Firma" meine oder es ist falsch,wenn ich "der Konzern" meine.
    "Die Konkurrenten" ist nach der Logik doch schon weiblich,wozu also ein -innen ranhängen?

    Das könnte noch ewig so weitergehen. Wer kommt also auf so einen Mist? Und wem bringt dieser Sprachkauderwelsch irgendwas? Das ist doch nur unnötig.

    Eigenartig finde ich nur,dass so etwas es auf eine öffentlich-rechtliche Plattform schafft.

  9. 16.

    Bald werden Banken eh überflüssig sein, genauso wie Bargeld. Die Verbraucher zahlen immer mehr mit Karten. Die wenigsten jungen Leuten haben Überblick über Ihre Finanzen, das Argument das die Banken die niedrigen Zinsen das Leben schwer machen. Kann man nicht gelten lassen, weil immer mehr Menschen sich verschulden und fast jeder ein Haus bauen kann ohne großartiges Eigenkapital. Die Banken möchten immer mehr verdienen und die Gier wird von Jahr zu Jahr größer. Die Bargeldabschaffung hat schon längst im Land begonnen, weil alles mit Karte bezahlt werden kann und sei es ein Bio Apfel für 42 Cent.

  10. 15.

    Man denke nur mal an die Kinder, die ihr Taschengeld ausgeben wollen.
    Soviel bekommen die im ganzen Monat nicht, damit sie einmal kostenlos Geld abheben können.

  11. 14.

    Die Banken haben vergessen, dass sie nur deswegen existieren, weil Kunden ihnen Geld anvertrauen.
    Kredite geben sie blanko ohne Nachweis, dass sie das Geld überhaupt haben/hatten, nur weil sie sich "Bank" nennen dürfen, die Inflation an erfundenem Geld + Zinsen trägt die Allgemeinheit.
    So nu will der Kunde, der nicht mal Kredite hat, sein Geld nur abheben und sie erheben ein Gebühr... Sie müssten vors Gericht gestellt werden.

  12. 13.

    Ihre Bezeichnung“ Gangsterbank“ ist für so manche Bank sehr zutreffend:-)
    Mir fällt da prompt die ehem. City Bank ein. Leichtsinnigerweise nahm ich dort mal einen Kleinkredit auf und zahlte immer brav meine monatlichen Raten ab. Dann ging es nur noch um die letzte Rate und irgendwie klappte nicht mit der pünktlichen Überweisung und schon machte mir die Bank Ärger. Wutentbrannt ging ich in eine der Filialen und ließ meinem Frust freien Lauf. Beschimpfte die Bank als „Gangsterbank“, worauf der Angestellte mich ermahnte mich zu zügeln. Ich bezahlte meine letzte Rate in bar. Der Angestellte meinte daraufhin: es sind aber schon wieder Zinsen fällig. Bevor ich völlig die Fassung verlor, sagte er dann im gutmütigen Tonfall: aber die streiche ich jetzt hier. Jetzt gibt es diese Zwielichtige Bank nicht mehr und stattdessen heißt Sie nun Targo Bank.

  13. 11.

    Normalerweise müsste es Negativzinsen auf Guthaben geben,damit eine Bank wirtschaftlich bleibt. Das will die Bank ihren wohlhabenderen Kunden abern nicht zumuten,also wird die Last mittels aller möglichen Gebühren auf alle Kunden verteilt. Verlierer sind dabei die Kunden ohne hohen Kontostand. Die mucken auch nicht auf.

    "Konkurrentinnen wie die Commerzbank-Tochter Comdirekt und die Deutsche Kreditbank (DKB) handhaben das schon seit Längerem so."
    Was für ein Satz.. Ich wusste gar nicht,dass Banken weiblich sind. Heutzutage ist wohl alles möglich..

  14. 10.

    Unfassbar, was da abgeht. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gar kein Konto mehr haben wollen, aber man ist ja drauf angewiesen und genau das wissen die Gangsterbanker auch! Und die Politik kümmert sich mal wieder nen Fliegenschiß!

  15. 9.

    Hier muß ich Ihnen wiedersprechen. Schon alleine eine Kreditkarte zu besitzen bedeutet noch lange nicht meine „komplette“ Datenfreigabe an andere. Selbst wenn ich im Internet etwas mit meiner Kreditkarte bestelle, erhält die Firma zwar meine Nummer, doch handelt es sich um ein seriöses Unternehmen, wird sofort alles verschlüsselt. Ich bin beileibe auch kein Freund davon allen und jedem meine Daten preiszugeben, besonders nicht im Internet.Doch genieße ich besonders auf Reisen den Vorzug einer Kreditkarte. So geschehen in Australien. Jeder Tante Emma Laden akzeptierte meine Karte und nicht wie immer noch in Deutschland üblich nur die großen Kaufhäuser, oder nur einige wenige kleine Läden. Noch ein Vorteil der Karte ist es, ich kann auch nach Wochen eine zu beanstandete Geldsumme zurückfordern. Geht auch mit der EC Card. Das nenne ich Service. Verlangen Sie mal Ihr gegebenes Bargeld zurück.

  16. 8.

    Finde ich gut, bis 25 € zahle ich sowieso mit Karte kontaktlos, sehr praktisch. Bargeld braucht man fast gar nicht mehr.

  17. 7.

    Und dann sind die nicht mal in der Lage, am Automaten dem Kunden eine Nachricht wie Mindestbetrag von 50 Euro zu übermitteln. Stattdessen kommt die Message die Karte ist an diesem Automaten nicht zugelassen. Bitte wenden Sie sich an Ihr Kreditinstitut. Eine Frechheit ist das. Sind wir wohl alle Hellseher oder was.

  18. 6.

    Das sehe ich ganz genauso wie Sie. Kontrolle über Bargeld bedeutet zwangsläufig auch Entscheidungshoheit über die eigenen Daten. Online-Käufe habe ich noch nie getätigt und wären mir ein Graus. Froh bin ich da, eben nicht in z.B. Schweden zu leben, wo - meiner Erinnerung nach - ca. 90% des Geldverkehrs bargeldlos vollzogen wird.

    Bei der Generation ich-hab'-nichts-zu-verbergen-Facebook-Twitter und Co wird man damit vermutlich sogar Erfolg haben. Mir geht es aber um die Aufrechterhaltung einer Wahl. Dass manchen Bankkund*innen so eine Entscheidung quasi aufgezwungen wird, finde ich schlecht.

    Dass Banken als DIE Institutionen der Finanzwirtschaft teils auf solche Ideen kommen, klingt irgendwo noch nachvollziebar. Furchtbar finde ich aber, dass Bezirksämter darauf aufspringen - wer Bargeld hat, stört. Ganz absurd fand ich die Outsourcing-Idee bei Jobcentern, was Vorschussauszahlungen angeht - stigmatisierend an der Supermarktkasse statt diskret in den zuständigen Jobcentern.

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