Herstellung von Wagen für die S- und U-Bahn in der ABB Waggonunion im Berliner Bezirk Reinickendorf. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: rbb Aktuell | 26.06.2018 | Bild: dpa/Bernd Settnik

Neues Gutachten ermittelt zusätzlichen Bedarf - IHK fordert mehr S-, U- und Straßenbahnen für Berlin

Kurze, übervolle Züge sind in Berlin schon jetzt keine Seltenheit. Ein neues Gutachten der Industrie- und Handelskammer (IHK) bescheinigt der Stadt aber jetzt, dass alles noch viel schlimmer wird als gedacht - wenn nicht mehr Bahnen bestellt werden.

Die Berliner brauchen nach einer Studie in den nächsten Jahren mehr S-, U- und Straßenbahnen als bisher geplant. Sonst könne die wachsende Zahl an Fahrgästen in der Innenstadt zu den Stoßzeiten nicht mehr bewältigt werden, heißt es in einem Gutachten, das Verkehrsexperten im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Berlin bestellt haben.

100 S-Bahnzüge, 30 U-Bahnen, 100 Straßenbahnen

Auch für Industrie und Handel müssten Engpässe vermieden werden. "Nur mit der Verlagerung von Personenverkehr auf den öffentlichen Nahverkehr wird das Straßennetz den wachsenden Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs genügen können", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

Das DLR-Institut für Verkehrsforschung und die Beratungsfirma Verkehrsconsult Dresden Berlin ermittelten bis zum Jahr 2030 einen zusätzlichen Bedarf von rund 100 S-Bahnzügen, 30 U-Bahnen sowie 100 Trambahnen. So könnten die nötigen dichteren Takte verwirklicht werden.

Ohne Zusatzinvestitionen Auslastung von mehr als 100 Prozent

Die Gutachter kommen in ihrer Prognose zu dem Schluss, dass ohne Zusatzinvestitionen auf zahlreichen Bahnstrecken in der Innenstadt mit einer Auslastung von mehr als 100 Prozent zu rechnen sei. Doch schon eine Auslastung von mehr als 80 Prozent aller Sitz- und Stehplätze sei nicht akzeptabel.

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Stimme Ihnen zu. Es wird Jahrzehnte dauern bis sich vielleicht etwas bewegt. Wie bei allen anderen Themen auch: Bildung, Wohnungsbau, Kinderbetreuung usw. Das Verhältnis zwischen denen die die Arbeit tun und denen die die Arbeit verwalten stimmt schon lange nicht mehr.

  2. 10.

    Ein Verkehrsvermeidungskonzept wäre auch nicht schlecht, also mehr Home Office und kürzere Wege. Kann sich jeder selbst Gedanken machen anstatt überfüllte Bahnen zu nutzen. Zugegeben: der Wohnungsmarkt müsste entspannter sein.

  3. 9.

    Oder zumindest die noch vorhandenen Straßenbahn Betriebshöfe - wie z.B. den nahe dem Rathaus Schöneberg von der Polizei als Garage genutzten Betriebshof - erhalten und nicht jetzt "Investoren" überlassen ;)

  4. 8.

    "100 S-Bahnzüge, 30 U-Bahnen, 100 Straßenbahnen"
    Das hätte auch ein Grundschüler "ermitteln" können, was geht denn hier in Berlin nur ab.

  5. 7.

    Ich musste ja echt lachen, als dieser Beitrag in der "Abendschau" lief. Was jede/r seit langem weiß, muss die Zwangsanstalt IHK noch mittels eigenem Gutachten beweisen. Sind dafür die Zwangsbeiträge der Mitgliedsunternehmen da?

  6. 6.

    Gemacht, getan....ja so lautet es in China oder Nordkorea...

    In Deutschland wohl eher:

    drüber geredet, begutachtet, diskutiert, nochmals begutachtet und wieder diskutiert, dann eine Weile nichts, wieder begutachtet und diskutiert, dann endlich in Auftrag gegeben, dann Stop, vor Gericht, weil sich jemand benachteiligt fühlt, dann diskutiert und dann irgendwann gebaut, um dann festzustellen, dass der Bedarf viel höher ist. Das ist unsere geliebte Bürokratie.

    Und warum?

    "Das haben wir schon immer so gemacht und machen es auch weiterhin so."

  7. 5.

    Dann sollte aber auch dafür Sorge getragen werden, dass es auch für die vielen neuen Straßenbahnen
    auch Betriebshöfe geben sollte.
    Besser wäre es jetzt schon geeigenete Grundstücke zu sichern, die an geplanten Trassen liegen!

  8. 4.

    "Richtig so"

    -> Sie bewerten ein Ergebnis, ohne dessen Simulationsgrundlage zu kennen?

    "mit all ihren Nachteilen für die Verkehrssicherheit"

    -> Eine völlig undifferenzierte haltlose Aussage.

  9. 3.

    Nicht "anstatt" sondern "auch". Das eine schliesst das andere nicht aus. Ausbau und dichtere Taktung ist beides machbar. Man muss es nur wollen.

  10. 2.

    Einzige Lösung: Im Ausland bestellen, hier wird das nichts mehr.

  11. 1.

    Richtig so: Anstatt von weiteren Strecken der Straßenbahn (mit all ihren Nachteilen für die Verkehrssicherheit) zu träumen, sollte der Senat also lieber die bestehenden Verbindungen dichter bewirtschaften. Dann braucht man auch keine teuren Werbekampagnen.

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