Eine Kontrollsäule zur Erfassung der Maut für Lkw steht an der Bundesstraße 87 zwischen Frankfurt (Oder) und Müllrose (Quelle: ZB/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.06.2018 | Torsten Sydow | Bild: ZB

Auch in Berlin und Brandenburg - Ab Sonntag wird auf Bundesstraßen Lkw-Maut kassiert

Knapp 60 Kontrollsäulen an Brandenburger Bundesstraßen erheben ab Sonntag die Maut für Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen. Ausgewählt seien Abschnitte, die von vielen mautpflichtigen Lastwagen befahren werden, sagte eine Sprecherin der Toll Collect GmbH, die im Auftrag des Bundes die Säulen betreibt.

Insgesamt gilt die Mautpflicht dann auf 2.750 Kilometern Bundesstraßen. Die Brandenburger Kommunen hoffen auf den Stopp für "Mautflüchtlinge", die bislang auf Bundesstraßen auswichen, um Geld zu sparen.

Auf Berliner Gebiet gilt die Straßennutzungsgebühr ab Sonntag für Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht auf 169 Kilometern Bundesstraße und 77 Kilometern Autobahn. Das geht aus einer Übersicht des Bundesverkehrsministeriums hervor.

Deutschlandweit wächst das gebührenpflichtige Netz von einem Tag auf den anderen von 15.000 auf 52.000 Kilometer.

Bund hofft auf Milliarden

Bislang wurde die Abgabe nur auf Autobahnen sowie ausgewählten Bundesstraßen fällig. Der Bund erhofft sich von der Ausweitung jährliche Mehreinnahmen in Milliardenhöhe.

Erwartet werde durch die Maut eine verlässlichere Finanzierungsgrundlage für Erhalt und Ausbau der Infrastruktur, sagte Jens Graf, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes. "Leider kommt dies nur einem kleinen Teil des Gesamtstraßennetzes zugute."

Kommunen fordern Maut auch für Busse

Die Kommunen halten die geplante Ausweitung der Lkw-Maut nicht für ausreichend und fordern eine Fernbus-Abgabe. "Die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ist richtig, greift aber zu kurz", sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). "Auch Fernbusse sollten Maut bezahlen."

Inzwischen gebe es etwa 240 Fernbuslinien mit ständig steigenden Nutzerzahlen, sagte Landsberg. Das rasante Wachstum beim Fahrgastaufkommen zeige, dass es keiner weiteren Starthilfen für den Wettbewerb in Form einer Befreiung von der Maut bedürfe. Das zusätzliche Aufkommen werde "dringend gebraucht, um die maroden kommunalen Straßen und Brücken zu sanieren".

Die SPD versicherte, mit den Zusatzeinnahmen aus der Lkw-Maut würden dringend benötigte Sanierungen finanziert. "Mit den Mauteinnahmen werden wir zusätzliche Brücken reparieren und in die Beseitigung von Staustellen investieren", sagte Vize-Fraktionschef Sören Bartol dem Redaktionsnetzwerk. "Wer auf Bundesstraßen mit einem Lkw fährt, soll auch für deren Erhalt und Ausbau zahlen."

Sendung: Inforadio, 29.06.2018, 7.40 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Dann wird halt wieder mehr durch die City gefahren. Und die Kosten zahlt der Endverbraucher.

  2. 2.

    Maut für landeseigene Lkw auf sogar auf Bundesstraßen ~ 20 Milliarden Einnahmen > Milliarden für Griechenland,
    Leute macht die Augen auf, hier stimmt was nicht...

  3. 1.

    Kleiner Reim vom Chef

    Die Maut für unsre LKW
    tut meinem Portemonnaie nicht weh
    Das Geld dafür, daß ist doch Klasse
    Zahlst du beim Einkauf an der Kasse !!!!!!!!

    (mehr ist dazu nicht zu sagen )

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