Paul-Gerhardt-Haus in Mittenwalde
Bild: rbb/Inforadio/D.Lenz

Mittenwalde hadert mit der Landesregierung - Wenn im Speckgürtel Wachstum verboten ist

Berlin boomt und damit auch der Speckgürtel, allerdings muss nun vielerorts die Infrastruktur dringend mitwachsen. Ein Problem, das man in Mittenwalde gerne hätte: Hier würde man zwar gerne mehr wachsen - darf dies aber nicht. Von Dominik Lenz  

Maja Buße, CDU-Bürgermeisterin von Mittenwalde, ist sauer, daraus macht sie keinen Hehl. Denn die Stadt könne nur mit angezogener Handbremse wachsen, dabei sei der Druck doch enorm. Es gebe tägliche Anfragen von Leuten, die sich hier ansiedeln wollten - und die könnten nicht bedient werden.

Das Problem heißt aus ihrer Sicht Landesentwicklungsplan. Mit dem will die Landesregierung das Wachstum im Speckgürtel lenken. Und zwar entlang dem Siedlungsstern. Das heißt: Wer an einer Bahntrasse liegt, darf wachsen. Wer nicht, der nicht. Pech für Mittenwalde, das eben keine Bahnanbindung hat.

Maja Buße (CDU), Bürgermeisterin von Mittenwalde
Bild: rbb/Inforadio/D.Lenz

Maja Buße steht am Rand einer klassischen Einfamilienhaussiedlung aus den neunziger Jahren, die aber plötzlich an einer grünen Wiese aufhört, die Straße endet im Acker. Dieser Acker wurde ebenfalls in den neunziger Jahren als Bauland ausgewiesen, doch es fehlt die Erschließung und der Wille der Alt-Eigentümer, hier tatsächlich zu bauen oder zu verkaufen.

Und hier widersprechen sich Theorie und Praxis eben fundamental: Laut Landesplanung hat Mittenwalde mit solchen Flächen sein Bauland-Potential bereits ausgeschöpft. In der Praxis heißt das aber Stillstand, und die Preise für die wenigen Baulücken oder Möglichkeiten für Bauverdichtung klettern in absurde Höhen, klagt Bauamtsleiter Marek Kleemann. Gesund sei das ganz und gar nicht.

Das Korsett, das die Landesregierung der Gemeinde anlege, sei zu eng, klagt Maja Buße. Sie fordert, mehr auf die Bürgermeister zu hören, denn der Bedarf ist in Mittenwalde wie überall im Speckgürtel zweifelsohne riesig.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren