City-Toilette in Berlin-Spandau (Quelle: imago/Schöning)
Video: Abendschau | 26.06.2018 | A. Taegener und F. Eckardt | Bild: imago stock&people/Schöning

Wall bleibt Betreiber der City-WCs - Berlin bekommt mehr öffentliche Toiletten

Die Wall GmbH wird auch in den kommenden 15 Jahren die öffentlichen Toiletten in Berlin betreiben. Die Zahl der stillen Örtchen soll steigen, wie am Dienstag bekannt wurde. Um die Vermarktung der Werbeflächen wird sich der Senat künftig selbst kümmern.

Die öffentlichen Toilettenanlagen in Berlin werden auch in den kommenden 15 Jahren von der Wall GmbH betrieben. Wie die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz am Dienstag mitteilte, setzte sich das Unternehmen in einer europaweiten Ausschreibung gegen mehrere Bieter aus dem In- und Ausland durch.

Bis zu 366 Anlagen geplant

Wall hatte die rund 250 City-WCs in der Hauptstadt bereits bisher betrieben, der Vertrag mit dem Senat lief aber Ende 2018 aus. Berlin wollte das seit rund 25 Jahren praktizierte, durch Werbung finanzierte Betriebsmodell "aus kartell-, beihilfe- und vergaberechtlichen Gründen" nicht über 2018 hinaus fortführen und schrieb den Auftrag neu aus. 

Nach Angaben der Senatsverwaltung sollen nun ganz neue, moderne und barrierefreie öffentliche Toiletten errichtet werden. Die bisherigen Toilettenanlagen der Wall GmbH werden durch neue Anlagen ersetzt. In den nächsten zwei Jahren soll die Zahl der Toiletten auf 280 steigen. Weitere stille Örtchen sollen ab 2021 dazukommen, dann könnten es 366 werden.

"Sie werden bedarfsgerecht aufgestellt", kündigte Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos) in der rbb-Abendschau an. "Also nicht dort, wo ein Bezirk besonders viel Werbung hat, sondern da, wo es wirklich notwendig ist." Die Benutzung der öffentlichen WCs soll weiterhin 50 Cent kosten. Damit man die Toiletten findet, ist eine App geplant.

Senat rechnet mit Gewinn durch Werbung

Anders als bisher, ist der Toilettenbetrieb nicht mehr an Werberechte gebunden, beide Vergaben wurden in getrennten Verfahren ausgeschrieben. Der Senat vermarktet die Werbeflächen selbst und will damit mehr verdienen, als er für den Toilettenbetrieb ausgibt - Umweltsenatorin Günther rechnet mit einem Gewinn von 40 Millionen Euro in den nächsten 15 Jahren.

Sendung: Abendschau, 26.06.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    "Warum werden die jetzigen WC-Anlagen erneuert?" Wer lesen kann ist klar im Vorteil: "Nach Angaben der Senatsverwaltung sollen nun ganz neue, moderne und barrierefreie öffentliche Toiletten errichtet werden."
    Die Toiletten werden erneuert, damit alle Menschen sie benutzen können.

  2. 4.

    Die Vernunft hat gesiegt. Dankeschön!!!

  3. 3.

    Prima, dass es mit den City-Toiletten weitergeht und noch besser, dass sie rollstuhlgerecht ausgebaut werden sollen. Richtig behindertengerecht wäre es allerdings, wenn Wall die Toiletten zusätzlich mit einer Wickelliege für Erwachsene ausstatten würde. In München gibt es die schon, die Toilette für alle: https://www.toiletten-fuer-alle.de/
    Ein tolles Modell und eigentlich ein Muss für jede Großstadt!

  4. 2.

    Gute Entscheidung. Vor allem, das WALL bleibt. Selbst die 50 Cent für die Benutzung finde ich vernünftig. Immerhin erwartet doch jeder eine einwandfreie Benutzung dieser Anlagen.

  5. 1.

    Das Geschäftsmodell hat sich bewährt. Die Wall-Toiletten waren sauber und wurden ständig gewartet. Ich denke, jeder von uns hat schon gesehen, dass Wall- Personal oft vor Ort ist und putzt. Nur gut, dass der Senat es nun nicht schaffte, eine jahrelang bewährte Einrichtung zu zerschlagen. Warum werden die jetzigen WC-Anlagen erneuert? Kann man diese nicht stehen lassen und trotzdem das Netz ausbauen?
    Ein Ausbau ist natürlich unbedingt erforderlich, hier könnte Berlin ja einmal eine Vorreiterfunktion einnehmen nach all den unzähligen lächerlichen Entscheidungen .

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