Blick auf einen Teil des Märkischen Viertel in Berlin Reinickendorf (Blick: imago)
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Reportagereise | Der Speckgürtel als Wachstumsraum - Wo Berlin aus allen Nähten platzt

Berlin wächst - mit allen bekannten Problemen: Mietenwahnsinn, Verkehrskollaps, Kitaplatzmangel. Mehr Menschen flüchten deswegen ins Umland, nach Brandenburg. Was das bedeutet, zeigen fünf Geschichten aus fünf Gemeinden. Von Dominik Lenz

Dass Potsdam gemessen an der Einwohnerzahl die größte Stadt Brandenburgs ist, wird niemanden überraschen. Dass Wittstock/Dosse die flächenmäßig größte Stadt ist, größer als zum Beispiel München, ist dagegen schon Insiderwissen.

Doch als echter Brandenburg-Kenner outet sich, wer den wahren Riesen in der Mark kennt, den "Stadt-Umland-Zusammenhang", kurz: SUZ, wie man in Fachkreisen sagt. Umgangssprachlich ausgedrückt: Speckgürtel.

Nirgendwo leben so viele Brandenburger wie in den 50 Gemeinden im Berliner Umland: Über 962.000 sind es bereits, das sind gut 38 Prozent des gesamten Bevölkerung des Bundeslands. Und es werden noch mehr, sagen Experten: Denn der Speckgürtel boomt, vor allem Dank des Zuzugs aus Berlin, wo die steigenden Mieten die Stadtbewohner weiter an den Rand und darüber hinaus drängen, nach Brandenburg.

Für die Landkreise, die Anteil am Speckgürtel haben, bedeutet das allerdings nicht nur Gutes: Sie müssen plötzlich Wachstum lenken - etwas, das in Brandenburg lange Zeit kein Thema war.

Dominik Lenz, landespolitischer Korrespondent des rbb, ist durch den Speckgürtel gereist und hat fünf Gemeinden gefunden, in denen der Boom auch Bauchschmerzen bereitet.

Klicken Sie auf die einzelne Stationen und erfahren Sie mehr.

Beitrag von Dominik Lenz

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 23.

    "Die jetzige Bevölkerung wird in den Außenring in Gebiete à la Sozialbau gedrängt, das hat aber nichts mit Brandenburg zu tun, sondern mit der Beendigung des DDR-Erbes in den mittleren Bezirken. Die Schonfrist ist vorbei."
    Die "Schonfrist nach der Wende" betrifft alle Bezirke und ist nicht die Folge der Wende sondern eine Entwicklung, die durch fehlende Steuerung in den 98´ger Sparjahren angestoßen wurde.
    Der Wohnungsbau wurde damals teuer bezuschusst im 2.Förderweg, dann die Förderung ganz eingestellt; die großen Wohnungsbau-Gesellschaften wie GSW dann dazu verkauft und das Schuldenloch des Landes nur begrenzt gestopft.
    Die Bezirke bluten seit Jahren weiter aus, da die Kosten-Leistungs-Sparrunden von Sarazin in den Haushalten bis heute nicht aufgehoben sind.
    Finden sie im Innenstadtring doch mal eine Kfz-Werkstatt. Sie werden sehen, da gibt es nur noch wenige, die werden auch noch gehen.

  2. 22.

    Sie flüchten nicht nach Brandenburg, sondern kaufen sich dort ein Haus oder wohnen berufsbedingt dort.
    Außerdem sind viele Unternehmen an die Stadtgrenze gezogen oder neu gegründet, sog. Outletzenter z.B.
    Der Stadtkern Berlins wird irgendwann ausgetauscht, dann wohnen Menschen mit Geld in der Innenstadt, so wie es normaler Weise in jeder Großstadt üblich ist. Die jetzige Bevölkerung wird in den Außenring in Gebiete à la Sozialbau gedrängt, das hat aber nichts mit Brandenburg zu tun, sondern mit der Beendigung des DDR-Erbes in den mittleren Bezirken. Die Schonfrist ist vorbei.
    Ist aber auch toll dass die schmutzigen Möchtegernkieze (Warschauer, Eberswalder, Skalitzer) verschwinden, Es dauert ne Weile Berlin zu altem städtischem Glanz zu verhelfen.

  3. 20.

    Lieber Lothar,

    haben Sie Beispiele für Ihre Behauptung, dass der ÖR gegen das Grundgesetz verstößt? Manchmal dauert es etwas, bis wir einen Kommentar veröffentlichen, weil es Zeit kostet, alle zu moderieren. Wenn es sich nicht um Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen, Hasspropaganda, etc. hält, wird hier keiner zensiert. Sie kennen sicher die Netiquette: https://www.rbb-online.de/hilfe/hilfe___kommentarfunktion.html

    So haben wir auch auf dieser Seite alle Kommentare bis auf einen freigeschaltet, bei dem es sich um eine rassistische und verallgemeinernde Tatsachenbehauptung handelt.

    In diesem Sinne, frohes Diskutieren, Ihre rbb24-Redaktion

  4. 19.

    Wenn Berlin so super attraktiv ist wie immer und überall lautstark behauptet wird, würde auch keiner weg zieheh. Also bleibt in Berlin !!! Insofern Zustimmung "Peter"! Ich finde den Begriff "Speckgürtel" herabwürdigend und beleidigend. Unsere heutige Umgangssprache ist ja schon auf ziemlich niedrigem Niveau angekommen. Der Begriff sollte in einer seriösen Presse nicht verwendet werden. Und wer hat überhaupt festgelegt welche Gemeinden zu den Speckgürtel genannten Gemeinden in Brandenburg gehören? Hier würde ich mir mehr Objektivität und Recherchegenauigkeit bei der Berichterstattung wünschen.

  5. 18.

    Die knapp 17 Mio. "Ossis" waren als Konsumenten wichtig, das Gebiet der DDR war als Absatzmarkt wichtig, aber nicht als wirtschaftlicher Gegenspieler. Daher war es so wichtig aus Sicht der westdeutschen Unternehmen, den Markt in der DDR von den wirtschaftlichen Gegenspielern zu bereinigen. Das hinterher die Menschen aus der DDR öffentliche Transferzahlungen (Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, sogenannte H4-Almosen ...) in Anspruch nehmen mussten, war insofern gut, weil auch dieses Gelder, den nun marktdominanten Unternehmen zuflossen. Der perfekte Reibach für die westdeutsche Wirtschaft. Und jetzt stehen viele dieser Menschen aus der DDR als billigste Arbeitskräfte wiederum dem Markt zur Verfügung, dafür sorgte die Politik. Passt schon.

  6. 17.

    [Fortsetzung] RBB24.de ist ein öffentlich-rechtliches Medium und missachtet Artikel 5 GG, weil es Kommentare auf deren Seiten zensiert, welche aber durch Artikel 55 GG gedeckt sind. Warum darf so etwas geschehen? Hierbei fängt schon Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger an. Machen Sie sich einen Reim drauf.

  7. 16.

    Hallo Ulrich, Sie werden es nicht wahrhaben wollen, ABER wir leben bereits in einem politischen System der permanenten Bevormundung. Das mag zwar Schwarzmalerei sein, aber es entspricht den realen Tatsachen. Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger durch die EU und der Bundes- und Landespolitik. Immer mehr zunehmende Einschränkung der Grundrechte, zunehmende Stärkung der exekutiven Gewalt, massive Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch politische und wirtschaftliche Lobbyverbände, Ausgrenzung von politisch Andersdenkenden. Wollen Sie Beispiele, dann schauen Sie sich bspw. in Ruhe die Nachrichtenseiten der von uns finanzierten öffentlich-rechtlich Medien an. Beachten Sie, dass Kommentare auf Nachrichten, welche durch Artikel 5 GG gedeckt sind, nicht auf den Kommentarseiten von RBB24 veröffentlicht werden, weil sie mutmaßlich der Zensurschere in den Köpfen der RBB24-Redaktion zu Opfer gefallen sind oder aber einer Netiquette nicht entsprechen. ...

  8. 15.

    Abgehängt? In Cottbus? Ehrlich gesagt, der Gedanke kam mir noch nie. Höchstens was das Angebot der Bahn betrifft, da stimmt das auf jeden Fall. Ansonsten haben wir viele Gebiete im Westen in Sachen Lebensqualität schon lange eingeholt, manche bestimmt auch überholt. Also Leute, seid kritisch, aber lasst euch nicht von Politik und Medien das Gefühl geben, Ihr wäret abgehängt, die Verlierer, die Dummen, nur weil Ihr in Brandenburg lebt. Provinz ist eine Sache des Kopfes nicht des Ortes.

  9. 14.

    Das klingt aber schon reichlich übertrieben. vermutlich würde es ausreichen, wenn erst einmal Zuzüge aus anderen Bundesländern nach Berlin und Brandenburg (in den sogenannten Speckgürtel von Berlin) nur nach den existierenden Möglichkeiten gestattet werden. D.h. verkraftet die vorhandene soziale und wirtschaftliche Infrastruktur den Zuzug von außerhalb. Wie sind die Einheimischen versorgt, gibt es noch genug Reserven für Zuzügler aus dem restlichen Bundesgebiet? Gibt es Menschen aus den aufgeführten Bundesgebieten, welche derzeit kein eigenes Einkommen haben, übermäßig soziale Leistungen in Anspruch nehmen ohne genügende Gegenleistung, gibt es Kriminelle aus diesen Bundesgebieten, können diese quasi im Tausch für wirklich wirtschaftsstarke Leistungsträgern aus den obigen Bundesgebieten wieder in ihre Heimat zurückgeführt werden. Hier müsste sicherlich ein komplettes Maßnahmepaket zur Entspannung der gegenwärtigen Situation erarbeitet werden. Vieles ist möglich.

  10. 13.

    Ohne die "Wirtschaftsflüchtlinge" aus dem Osten hätte der Westen schon vor Jahren schlapp gemacht, denn wenn Sie sich vielleicht erinnern möchten, die so genannte "Wende" brachte einen ungeahnten Aufschwung nach Westdeutschland, welches zu diesem Zeitpunkt bereits an dem Problem des "überfressen seins" litt. Glücklicherweise eröffnete sich aber plötzlich ein Markt, denn ca. 17 Mio Menschen mit guter Ausbildung einem ihnen eigenen Willen dursteten nach all den Verheißungen und füllten die Kassen der westdeutschen Bourgeoisie - ganz anders, als in der Situation jetzt.
    Ihr Versuch also, erneut Äpfel mit Birnen zu vergleichen kann nur scheitern. Wenn Sie sich durch den "ostdeutschen Kollegen" an Ihrer Seite gestört fühlen, dann ist das mit Sicherheit nicht sein Problem ;-)
    Glauben Sie es, ohne Brandenburg und die Brandenburger ginge im "Moloch Berlin" bald das Licht aus.



  11. 11.

    Schwaben, Bayern (!), Sachsen wieder in ihre Herkunftsländer zurückführen! Kein Platz für 'innerdeutsche Wirtschaftsflüchtlinge'.

  12. 10.

    Ich befürworte die Idee des Zuzugstopps auch! Dieses Gerede von Bevormundung spiegelt in meinen Augen ne typisch deutsche Angst wieder. Lieber sollen alle weiter über die Zustände in Berlin meckern und die Brandenburger dafür beten, dass die berliner Phänomene nicht nach Brandenburg wandern... Lieber an Raucherlunge sterben, als sich die Zigarette verbieten zu lassen, aber weiter über den Arzt meckern, weil es einem so schlecht geht ...
    Was meinen Sie denn, wie man dem Kitaplatzmangel, dem Studienplatzmangel, den vollgestopften, stinkenden Straßen, den überbordenden öffentlichen Verkehrsmitteln, den Obdachlosenzahlen, der Wohnungsnot, den Wartezeiten auf Ämtern, der Vermüllung .... Herr werden soll? Alles vergrößern und erweitern, aufstocken? Woher den Platz und die Leute nehmen? Lieber meckern und sich über Bevormundung aufregen ... Diese Eisntellungen bedeuten Stillstand!
    Man, wie mir das auf die Nerven geht!

  13. 9.

    Ich würde mal nicht die Sandpisten bemängeln. Viele Anwohner sind froh, dass die Autos nicht durchrasen können aufgrund der Schlaglöcher. Hier in Berlin jammert man über die schlechte Luft, tut aber alles dafür, dass es woanders auch so hässlich wird.

  14. 8.

    Zuzugsstop? Wir leben doch nicht in einer Bevormundungs Republik oder in einem allmächtigen Unrechts Staat. Wer hat das Recht jemandem zu verbiete, wo er hinziehen möchte???

  15. 7.

    Wir wohnen jetzt 3 Jahre in Brandenburg und haben es nicht 1 Sek. bereut. Nette Menschen, viel Landschaft, tolle Radwege und nicht alle gefühlten 50m eine Ampel. Und ich hoffe das es niemals zu einer Zusammenlegung mit Berlin kommt.

  16. 5.

    ...Na da geht es doch schon los. Poplige 400000 berappen und dann auch noch Ansprüche stellen. Aber keine Bange, für alle anderen sind Sie auch so schon "laut" genug.

  17. 4.

    Richtig! keine Berliner mehr ins Umland lassen! Zuzugstop in Brandenburg für Berliner und Wessis!

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