Flugzeuge der Fluggesellschaft Ryanair stehen am Flughafen Berlin-Schönefeld auf dem Rollfeld (Archivbild vom 11.04.2018, Quelle: imago/Andreas Gora)
Audio: Der Morgen | 12.07.2018 | Christiane Gronau | Bild: imago/Andreas Gora

Verbindungen von und nach Dublin - Ryanair-Pilotenstreik in Irland wirkt sich nicht auf Berlin aus

Der Streik der irischen Piloten beim Billigflieger Ryanair hat sich nicht auf den Flugverkehr in Berlin-Schönefeld ausgewirkt. Die beiden Flüge von und nach Dublin verliefen planmäßig, wie Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf rbb|24 am Donnerstag bestätigte.

Die Airline hatte wegen des größten Pilotenstreiks ihrer Geschichte am Donnerstag Flüge in Irland gestrichen. Ryanairs Heimatflughafen Dublin listete um 6 Uhr Ortszeit gestrichene Verbindungen zu 16 Zielen auf, darunter London, Birmingham und Manchester. Auch Flüge in die irische Hauptstadt Dublin fielen aus. Ryanair hatte bereits angekündigt, dass wegen des auf 24 Stunden angesetzten Streiks bis zu 30 seiner 290 Flüge an irischen Flughäfen nicht stattfinden würden.

Vor allem Routen zwischen Irland und Großbritannien betroffen

Ryanair bezeichnete die drohenden Auswirkungen des Streiks in Irland als "begrenzt". Allen Kunden würden Alternativen oder eine Rückerstattung der Ticketkosten angeboten. Betroffen sind vor allem Routen zwischen Irland und Großbritannien, auf denen Ryanair täglich mehrfach fliegt. Auf weitere Anfragen reagierte die Airline nicht.

Die irische Gewerkschaft Forsa, zu der die irische Pilotengewerkschaft IALPA gehört, teilte auf Twitter mit, dass der Pilotenstreik wie geplant um 1 Uhr in der Nacht (Ortszeit) begonnen habe. Forsa hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass ein letztes Gespräch mit Ryanair nur "sehr geringe Fortschritte" gebracht habe.

Deutsche Ryanair-Piloten müssen noch abstimmen

Auch die an zehn deutschen Basen stationierten Ryanair-Piloten sollen darüber abstimmen, ob sie für ihre Forderungen nach höherer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen notfalls in einen unbefristeten Ausstand treten würden. Mit dem Ergebnis ist der deutschen Vereinigung Cockpit (VC) zufolge nicht vor Ende Juli zu rechnen. Am 25. und 26. Juli will außerdem in Spanien, Portugal, Belgien und Italien das Kabinenpersonal die Arbeit niederlegen.

Erster Ausstand hatte keine Wirkung

Ryanair ist mit rund 430 Flugzeugen, 130 Millionen Passagieren pro Jahr und mehr als 4.000 Piloten der größte Anbieter von innereuropäischen Flügen. Wichtige Basen in Deutschland sind unter anderem Berlin-Schönefeld, Frankfurt, Weeze und Hahn. Seit diesem Sommer bietet die Airline auch Flüge vom Flughafen Tegel nach Mallorca an.

Kurz vor Weihnachten gab es den ersten Ausstand in der Geschichte des 1985 gegründeten Billigfliegers Ryanair, der die höchsten Passagierzahlen in ganz Europa aufweist. In Berlin-Schönefeld verpuffte der Warnstreik allerdings, weil die Airline nach Angaben der Pilotengewerkschaft Cockpit Piloten einsetzte, die in der Probezeit oder selbständig waren.

Die Vereinigung Cockpit bezeichnete den Streik der Iren als "Weckruf im Heimatmarkt". Es reiche nicht aus, Gewerkschaften anzuerkennen, wenn dann keine Taten folgten, meinte ein VC-Sprecher. In vielen europäischen Ländern gebe es nur langsame bis gar keine Fortschritte. Ryanair müsse in einen echten sozialen Dialog eintreten.

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