Angestellte von real demonstrieren in Berlin-Neukölln gegen Tarifflucht und Lohndumping. (Quelle: rbb)
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Video: rbb|24 | 13.07.2018 | Bild: rbb

16 Märkte in der Region - Streik bei Supermarktkette Real

Bei der Supermarktkette Real wird am Freitag und Samstag gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat die bundesweit 34.000 Beschäftigten dazu aufgerufen - darunter auch die rund 2.000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg.

Laut einer Übersicht auf der Website des Unternehmens gibt es sechs Real-Märkte in Berlin und zehn in Brandenburg. Die Streikenden trafen sich am Freitagvormittag zu einer Streikkundgebung gegenüber der Filiale Real Neukölln. Daran nahmen rund 50 Beschäftigte teil, sie schwenkten Fahnen und bliesen in Trillerpfeifen.

Bis zu 24 Prozent niedrigere Löhne

Hintergrund ist die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden. Neu eingestellte Mitarbeiter sollen nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV bezahlt werden. Ein Verdi-Sprecherin sagte, dass die Betroffenen dann mehr als 24 Prozent weniger verdienen würden.

"Tarifflucht und Lohndumping dürfen im Einzelhandel nicht akzeptiert werden. Sie sind kein Zukunftsmodell für die Branche", sagte Verdi-Handelsssekretärin Sabine Zimmer.

Konkurrenten sind bereits aus Tarifvertrag ausgeschert

Real wies am Freitag daraufhin, dass trotz der Streikmaßnahmen alle Märkte geöffnet haben. Kunden könnten wie gewohnt einkaufen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Real sei  "auf Ausnahmesituationen dieser Art vorbereitet". Rechtzeitig seien geeignete Maßnahmen eingeleitet worden", so dass die Arbeitsniederlegungen einzelner gewerkschaftlich organisierter Mitarbeiter nicht zu einer Schließung führen".

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft Verdi vor, Tarifverhandlungen über wettbewerbsfähige Löhne bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang
blockiert zu haben. Der WirtschaftsWoche sagte Koch, die Lohnkosten bei real lägen rund 30 Prozent über denen von Wettwerbern.

Tatsächlich habe Karstadt laut dem Magazin bereits einen sogenannten "Sanierungstarifvertrag" abgeschlossen, Galeria Kaufhof plane einen solchen Schritt. Verdi sei es zudem bislang nicht gelungen, Online-Konkurrenten wie Amazon oder Zalando zur Tarifbindung zu bewegen. Unternehmen, die weiter im Tarif bleiben, drohen damit Wettbewerbsnachteile bei den Personalkosten.

Sendung: Abendschau, 13.07.2018, 19:30 Uhr

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