Ein Smartphone mit der Obike-App wird vor den Leihfahrrdern des Unternehmens hochgehalten. (Quelle: imago/Hollandse Hoogte)
Bild: imago/Hollandse Hoogte

Auswirkungen in Berlin noch unklar - Leihradanbieter Obike ist offenbar pleite

Der Leihradanbieter Obike steht offenbar vor der Pleite. Bei dem Unternehmen mit Hauptsitz in Singapur hat lokalen Medien zufolge ein Insolvenzverwalter die Regie übernommen. Das Unternehmen habe Ende Juni den Dienst in seiner Heimatstadt eingestellt, nachdem die Behörden dort neue Regeln für Leihfahrradanbieter eingeführt haben, heißt es. 

Wer entfernt die Räder aus den Straßen?

Auch in Berlin ist Obike aktiv, seit November stehen die leuchtend gelben Fahrräder des Anbieters auf den Straßen der Hauptstadt. Noch ist nicht klar, welche Auswirkungen die Schwierigkeiten bei Obike in Berlin haben werden. Der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr sei nicht bekannt, ob der Anbieter seinen Dienst in Berlin einstelle, schreibt die "Berliner Morgenpost". Sollte dies jedoch so sein und der Anbieter würde die aufgestellten Räder nicht aus dem Straßenraum entfernen, müssten schließlich die Bezirke die alten Räder entsorgen, hieß es weiter.

Telefonisch war Obike für Anfragen nicht zu erreichen. Nach Informationen der "Morgenpost" arbeitet die vom Unternehmen auf seiner Homepage für Pressekontakte angegebene PR-Agentur seit Mai nicht mehr mit Obike zusammen.

Kritik an den gelben Fahrrädern

Obike wurde erst im vergangenen Jahr in Singapur gegründet. Die Räder sind im "Free-Floating"-System über die Stadt verteilt - sie stehen also nicht an festen Stationen. Gemietet werden die Fahrräder über eine App des Anbieters. Dabei scannt man den QR-Code des Rades ein und bekommt dann einen Code zum Öffnen des Schlosses. Am Zielort angekommen wird das Rad ganz einfach abgeschlossen und damit abgemeldet, die Bezahlung läuft über die App.

Allerdings kritisieren viele Kunden die Fahrräder als unbequem: zu klein, ohne Gangschaltung und von schlechter Qualität. Zudem geriet Obike kurz nach dem Start in Berlin in die Kritik, weil Kundendaten mindestens zwei Wochen lang offen im Netz standen. Obike zufolge seien aber "maximal 100 Nutzer in ganz Deutschland" betroffen gewesen. Das Prüfverfahren, dass die Berliner Datenschutzbeauftragte, Maja Smoltczyk, eingeleitet hatte, musste allerdings wieder eingestellt werden, weil die in Deutschland ansässige Tochterfimra des Unternehmens keinen Zugriff auf die Daten habe und daher auch nicht zur Verantwortung gezogen werden könne, erklärte ein Sprecher von Smoltczyk. 

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Ach deswegen steht hier schon seit Wochen so ein Bike mitten im Weg auf dem Bürgersteig. Die haben kein Geld mehr um es abzuholen... Traurig, aber irgendwie typisch Berlin.

  2. 6.

    Das Umwerfen erledigt schon der Wind...
    Aber der Senat hat ja wiedermal große Pläne, wetten die 5000 Fahrradständer kommen trotzdem nicht ? Alles nur Geseier und Geschwurbel. 15 Kreuzungsumbauten für Radfahrer in einem Jahr ? Im nächsten dann 30 ? Ich komm ausm Lachen nicht raus, der nächste Senat cancelt das wieder und der jetzige schafft das so sicher nicht wie das Amen in der Kirche!

    Schallendes Gelächter...

  3. 5.

    Der Berliner wieder....

    Die Räder im offenen Straßenland sind aus Metall.
    Da werden sich jetzt Alba und die BSR drum streiten, wer die Räder restverwerten darf.

    Da kommt richtig Geld zusammen.

    Und; Da Berlin den Schaden hat, sollte die BSR die Räder auch restverwerten dürfen.

  4. 4.

    Ja in Berlin ist halt alles möglich.
    Wenn der Betreiber pleite ist, ist da nix mehr zu holen.
    Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen, lautet ein altes Sprichwort.
    Vielleicht kann man den "Schrott" dann noch versilbern.

  5. 3.

    na, da soll sich doch jeder Berliner der möchte so ein rad mit nach hause nehmen, dass Schloss in Ruhe entfernen, als Kiezrad oder für den Kleingarten ist es vielleicht noch zu gebrauchen, ansonsten ist es ja schon im neuzustand schrott.

  6. 2.

    Der Markt reguliert sich und jedes Problem löst sich biologisch....
    muss nur noch der unnütze Schrott weg, aber auf Kosten der Betreiber.

  7. 1.

    Dass die Fahrräder in der Stadt verteilt STEHEN, ist ja wohl eher übertrieben. Sie LIEGEN teilweise kreuz&qeur auf den Bürgersteigen herum. Aber das tun die Leihfahrräder anderer Anbieter auch. Vielleicht von genervten Berlinern umgeschmissen ...
    Und wenn ich lese, dass am Ende - wenn sich der Anbieter nicht um die Entsorgungt kümmert - die Kosten wieder an Berlin hängenbleiben, wird mir übel.
    Hauptsache Daten gesammelt und Geld verdient.

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