Mikroappartment von innen (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 28.06.2018 | Anke Brekerbohm | Bild: rbb

Studentenwohnungen in Berlin - Mikro-Appartements zu horrenden Preisen

In einem leerstehenden Hotel in Steglitz-Zehlendorf wollen Investoren offenbar sogenannte Mikro-Appartments für Studenten bauen. Ähnliche Appartments gibt es bereits in Kreuzberg. Das Konzept verspricht den Eigentümern hohe Renditen. Von Anke Brekerbohm

Im Internet wird das "In Hotel Berlin Unter den Eichen" immer noch als 3-Sterne-Hotel angepriesen. "Sauber und solide", "gutes Frühstück" - so die Bewertungen. Doch ein genauer Blick verrät: Hier kommen schon lange keine Gäste mehr unter. Das Gebäude steht seit fast zwei Jahren leer.

Im Jahr 2000 wurde es als Appartementhaus gebaut, dann zum Hotel umfunktioniert, zwischenzeitlich war es eine Flüchtlingsunterkunft. Und nun? In der Nachbarschaft wird schon länger darüber spekuliert. "Es hieß, dass Studentenwohnungen gebaut werden sollen, aber anscheinend ist das alles schon wieder Makulatur", glaubt Anwohner Michael Berndt. 

Mikro-Appartments in Kreuzberg für 35 Euro pro Quadratmeter

Studentenwohnungen also? Die FU Berlin wäre zumindest hier nur einen Katzensprung entfernt. Private Investoren wollen hier nun angeblich sogenannte Mikro-Appartments für Studierende bauen lassen.

Erst vor ein paar Wochen hat in Kreuzberg so ein Appartmenthaus eröffnet. Von 155 Zimmern sind schon über 40 vermietet und das in kürzester Zeit. Die Zimmer sind alle zwischen 17 und 24 Quadratmeter groß, es gibt eine kleine Küchenzeile, ein eigenes Bad. Kostenpunkt: zwischen 600 und 800 Euro. Das macht rund 35 Euro pro Quadratmeter. "Ich habe im Internet gesucht, dieses Zimmer gefällt mir", erzählt Musikstudentin Hyun Joo Oh aus Südkorea.

Baubeginn angeblich bereits im August 2018

Online Buchen, keine Vorbesichtigung, kein langes Warten - das macht es vor allen Dingen für ausländische Studierende attraktiv. "Es war total einfach zu finden und alles ließ sich schnell regeln und mit den Leuten abklären", sagt Musikstudent Giorgos Antonion aus Zypern.

Dazu sind die Appartments stylisch, hip und absolut zentral. So ein Konzept soll es auch in Steglitz-Zehlendorf geben. Ein Münchner Architekturbüro hat sogar schon die Pläne dafür entwickelt. Baubeginn könnte laut Büro CSMM bereits ab August dieses Jahres sein.

Eine Baugenehmigung vom Bezirk liegt bereits seit 2016 vor. In einem Jahr sollen hier schon die ersten Studenten einziehen. Die Betreibergesellschaft hält sich dazu bisher noch bedeckt.

"Micro-Living" nennt sich das - kleines Wohnen, aber zu hohen Preisen. Interessenten scheint es genug dafür zu geben.

Beitrag von Anke Brekerbohm

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