ARCHIV - 15.09.2017, Brandenburg, Grießen: Blick vom Aussichtspunkt in Grießen (Brandenburg) auf Abraum der von der Förderbrücke F60 im Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) fällt.
Bild: ZB

Tagung der Kohlekommission in Berlin - Grüne Liga kritisiert Job-Zahlen in der Kohledebatte

Die Grüne Liga hat angesichts der Kohlediskussion vor falschen Zahlen und Annahmen gewarnt. So diene der Kohlekommission ein Gutachten als Grundlage, das eine viel zu hohe Zahl an Arbeitplätzen in der aktuellen Kohleindutrie nennt, erklärte der Umweltverband.

René Schuster, Braunkohle-Experte der Grünen Liga teilte mit: "Den Kommissionsmitgliedern sollen hunderte vom Steuerzahler finanzierte Jobs als Teil der privaten Kohlenwirtschaft untergejubelt werden. So wird die Bedeutung der Branche für die Regionen überhöht dargestellt." Wie er weiter sagte, ist dringend mehr Sachlichkeit und Gründlichkeit nötig, angesichts der weitreichenden Schlussfolgerungen, die aus den Arbeitsplatzzahlen abgeleitet werden.

Vorschläge für Strukturwandel in Lausitz

Die Kohlekommission des Bundes ist an diesem Freitag in Berlin zu ihrer zweiten Tagung zusammengekommen. Bis zum Jahresende soll das Gremium Vorschläge für einen Strukturwandel in den deutschen Kohleregionen vorlegen, zu denen auch die Lausitz gehört. Es geht auch um ein Datum für den Kohleausstieg.

Gutachten nennt offenbar falsche Betroffenenzahlen

Das Gutachten “Erarbeitung aktueller vergleichender Strukturdaten für die deutschen Braunkohleregionen” wurde im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt. Es nennt in Kapitel 3 (Seite 35) für das Jahr 2016 in der Lausitz 8.278 direkt in der Braunkohle Beschäftigte.

Es verschweigt dabei, dass darin hunderte Mitarbeiter der bundeseigenen Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) enthalten sind. Diese saniert auf Kosten des Steuerzahlers die stillgelegten DDR-Tagebaue. Sie hat also mit der aktuellen oder künftigen Kohleförderung und damit mit dem Auftrag der Kommission nichts zu tun, so die Grüne Liga.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.07.2018, 11.30 Uhr  

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