Einfamilienhaus in Berlin-Reinickendorf (Quelle: imago/Ritter)
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Vergleich deutscher Landeshauptstädte - Im Westen Berlins sind die Wohnnebenkosten am höchsten

Wer im Westen Berlins wohnt, zahlt mehr an Wohnnebenkosten als in allen anderen deutschen Landeshauptstädten. Das geht aus Zahlen des Bundes der Steuerzahler hervor. Der Grund dafür hat nichts mit Wasser- oder Abfallgebühren zu tun.

Im Westen Berlins werden nach einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler (BdSt) die höchsten Wohnnebenkosten aller deutschen Landeshauptstädte gezahlt. Ursache dafür sei die hohe Grundsteuerbelastung, teilte der BdSt am Montag mit.

Nur Hamburger zahlen eine höhere Grundsteuer

Für die Studie wurden 16 Landeshauptstädte unter die Lupe genommen. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden für die Untersuchung feste Parameter definiert. Es wurde gefragt, mit welchen Kosten ein Drei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus rechnen muss für Trinkwasser, Abfall-, Schmutzwasser- und Niederschlagswasserentgelte sowie die Grundsteuer und Rundfunkbeitrag. Dabei wurde eine Wohnfläche von 120 Quadratmetern plus ein 300 Quadratmeter großer Garten angenommen.

Umgerechnet auf so eine Beispielwohnung ergibt sich, dass die günstigste der 16 Landeshauptstädte Mainz ist (1.424 Euro). Am teuersten ist das ehemalige West-Berlin (2.228 Euro)

Ein Grund dafür ist die Grundsteuer, die in den westlichen Bezirken Berlins fast die Hälfte der Kosten ausmacht - im Beispiel wären es 1.040,96 Euro. Nur in Hamburg müsste mehr abgegeben werden (1.050,46 Euro). Im Osten Berlins (360,93 Euro) muss nur ein Drittel davon an das Finanzamt gezahlt werden. Selbst in München (500,76 Euro) ist die Grundsteuer viel niedriger als im westlichen Berlin.

Derzeitige Bewertung ist verfassungswidrig

Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt in den Finanzämtern auf Grundlage des sogenannten Einheitswerts, der den Finanzämtern dazu dient, den Wert von Grundstücken nach einheitlichen Maßstäben bewerten zu können. Allerdings basieren diese Einheitswerte auf völlig unterschiedlichen Erhebungen. In den alten Bundesländern wurden diese 1964 festgelegt, in den neuen Bundesländern reichen sie sogar bis 1935 zurück.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im April entschieden, dass diese Bewertung völlig überholt und damit verfassungswidrig ist und bis 2019 eine Neuregelung gefordert. Der Bund der Steuerzahler schlägt dafür ein einfaches Flächenmodell vor, das auf Grundstücksgröße und Wohnfläche basiert.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wahnsinn, dass es innerhalb Berlins so krasse Unterschiede bei der Besteuerung gibt.

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