Staatskanzlei des Landes Brandenburg in Potsdam - Amtssitz des Ministerpräsidenten (Quelle: imago/Martin Müller)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.09.2018 | Nachrichten | Bild: imago/Martin Müller

Fehler bei Mittelvergabe - EU-Kommission verhängt Zahlungssperre gegen Brandenburg

Die Landesregierung in Potsdam bekommt Ärger mit der EU-Kommission in Brüssel: Brandenburg habe bei der Vergabe von Fördermitteln zu viele Fehler gemacht, monieren die EU-Verantwortlichen - und verhängen kurzerhand eine Zahlungssperre.

Die EU hat wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Fördermittel eine Zahlungssperre gegen Brandenburg verhängt. Das Wirtschaftsministerium in Potsdam bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit".

Bei der Kontrolle der Ausgaben seien beträchtliche Mängel festgestellt worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben der Kommission an den deutschen EU-Botschafter in Brüssel. Bis zur Beseitigung der Mängel könne das Land keine Zahlungen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bei der EU-Kommission abrechnen.

Angeblich keine Nachteile für Zahlungsempfänger

Nach Angaben des Ministeriums will man offene Fragen schnell klären, derzeit würden keine Zahlungsanträge gestellt. Die Mittel werden vom Land vorfinanziert und dann bei der EU abgerechnet. Laut Ministerium werden Zuwendungsempfänger damit keine Nachteile erleiden.

Aufgefallen waren laut Zeitungsbericht vor allem Fördermittel an eine Firma, die eine Video-Messaging-App entwickelte. Laut Wirtschaftsministerium war das Unternehmen mit einen Betrag von deutlich unter einer Million Euro gefördert worden. Die EU-Kommission sieht dem Bericht zufolge nun konkrete Anhaltspunkte, dass ein Teil des Verwaltungs- und Kontrollsystems nicht wirksam funktioniere. Interne Kontrollen müssten verbessert werden.

Fehlerquote liegt bei über zwei Prozent

Das Wirtschaftsministerium erklärte weiter, dass mit dem derzeitigen "Warnschreiben" keine Strafmaßnahmen verknüpft seien - nur wenn das Land nicht nachbessere, drohten Sanktionen.

Nach den Berechnungen der Kommission sei für das EFRE-Programm die zulässige Fehlerquote von zwei Prozent überschritten. Dann fordere die Kommission regelmäßig Verbesserungen im Verwaltungs- und Kontrollsystem. "Diese Verbesserungen werden zur Zeit auf den Weg gebracht", hieß es.

Sendung: Inforadio, 12.09.2018, 17.30 Uhr

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