Die Haupthalle des Flughafens Berlin Schönefeld (Bild: imago)
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Flugbetrieb in Schönefeld und Tegel normalisiert - Ryanair-Maschinen heben nach Streik wieder ab

24 Stunden legten Piloten und Flugbegleiter bei Ryanair ihre Arbeit nieder. In Schönefeld wurde deswegen fast die Hälfte aller Ryanair-Flüge gestrichen. Um 3 Uhr in der Nacht war der Streik beendet. Die Gewerkschaft Verdi fordert höhere Löhne und einen Tarifvertrag.

Nach dem Streik bei der irischen Fluggesellschaft Ryanair hat sich der Betrieb an den Berliner Flughäfen wieder normalisiert. In Schönefeld und Tegel waren am Donnerstagmorgen nach Angaben einer Flughafensprecherin alle Verbindungen pünktlich.

Der 24-stündige Ausstand der Piloten und Flugbegleiter hatte am Mittwochmorgen begonnen und endete in der Nacht zum Donnerstag um 3 Uhr früh. Ryanair teilte mit, für Donnerstag seien wieder rund 400 Starts und Landungen in Deutschland geplant.

Viele Ryanair-Maschinen hoben trotz Streiks ab

Rund 25 Flugbegleiter hatten sich am Mittwochvormittag am Flughafen Schönefeld versammelt und waren mit Fahnen und Transparenten durch das Flughafengebäuden gezogen. Unter dem Motto "No rights, no flights" forderten sie eine bessere Bezahlung und einen Tarifvertrag.

In Schönefeld wurden am Mittwoch insgesamt 40 von 92 Starts und Landungen von Ryanair-Maschinen gestrichen. In Tegel betraf der Streik 4 von 20 Verbindungen der Ryanair-Tochter Laudamotion. Ein Chaos blieb am Mittwoch in Schönefeld aber aus. Passagiere waren vorab von der Airline per E-Mail über Ausfälle informiert worden. Eine Ryanair-Kundin war trotzdem genervt und berichtete von einer überlasteten Servicehotline der Fluglinie. Und: "Die Kundennummer zu finden, war fast unmöglich", berichtete sie.

Ryanair zeigt sich von Streiks unbeeindruckt

Für die Piloten war es nach einem ersten Streiktag im August gegen Ryanair bereits die zweite Welle, während die Flugbegleiter erstmals die Arbeit niedergelegt haben - zum ersten Mal mit Unterstützung von Verdi. An dem 24-Stunden-Streik hatten sich Piloten und Flugbegleiter an vielen Standorten beteiligt. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Verdi berichteten von einer sehr hohen Beteiligung.

Ryanair zeigte sich unbeeindruckt. Wegen der Flugausfälle habe man Zeit für vorgezogene Wartungsarbeiten gehabt, sagte Organisationschef Peter Bellew. Dagegen hoffte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann auf eine klare Botschaft an die irische Fluggesellschaft: Die Beschäftigten seien nicht gewillt, diese "miesen Arbeitsbedingungen bei Ryanair länger hinzunehmen", sagte er am Mittwoch dem rbb. Das Unternehmen müsse seine Unternehmensphilosophie ändern.

Nächster Streik am 28. September in fünf Ländern

Neue Verhandlungstermine stehen noch nicht fest, obwohl beide Seiten ihre Gesprächsbereitschaft betont haben. Inhaltliche Annäherungen waren am Streiktag nicht zu erkennen. Ryanair hielt seine Drohung aufrecht, bei einer Ausweitung der Streiks den Abzug einzelner Maschinen und der damit verbundenen Jobs zu prüfen. Ryanair-Chef Michael O'Leary nannte die Forderungen der deutschen Gewerkschaften teils "aberwitzig".

Gewerkschaften kündigten am Donnerstag neue Streiks an. Am 28. September sollen demnach die Flugbegleiter in Spanien, Italien, Portugal und den Benelux-Staaten die Arbeit niederlegen. Die bisherigen Erfahrungen mit den Streiks in diesem Sommer hätten gezeigt, dass die große Mehrheit des Personals dennoch zum Dienst erscheine, so Ryanair. Der 28. September ist in vielen deutschen Bundesländern der letzte Schultag vor den Herbstferien.

Sendung: Inforadio, 13.09.2018, 6.00 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    An der Mentalität "Viel für billig" werden sie auch mit Ironie und Sarkasmus nichts ändern. In Umfragen FÜR Arbeitnehmerrechte, soziale Gerechtigkeit sowie Umwelt und Tierschutz sind die Deutschen ganz vorne mit dabei.
    In der Praxis beim Reisen, Fahren sowie Essen und Kleidungskauf sieht es dann ganz anders aus.
    Als Atheist kenne ich einen Bibelspruch: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (1. Johannes 2,1-6)
    Angewandt auf Bürgerinnen und Bürger, Konsumenten, Politker und Kirche kann man von der überwiegenden Menschheit nur enttäuscht sein.

  2. 1.

    Na Mensch, da können ja wieder die Billigurlauber aus der RBB Kommentarliste beruhigt sein, dass sie doch fristgerecht und pünktlich ihr Wiener Schnitzel am Strand von El Arenal futtern können. Fast wäre der Urlaub ins Wasser gefallen, dank diesen dusseligen Mitarbeitern von Ryanair.

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