Menschen laden Möbel in einen Transporter (Quelle: Imago/Joko)
Audio: radioBerlin 88,8 | 10.09.2018 | Thorsten Gabriel | Bild: Imago/Joko

Mietwohnungen in Berlin - Sechs Wohnungsbaugesellschaften starten Tauschbörse

Früher tauschten Berliner Panini-Sticker oder Ü-Ei-Figuren - ab jetzt vielleicht Wohnungen: Wer eine kleinere oder größere Wohnung braucht, kann jetzt auf einer Plattform nach Tauschpartnern suchen. Der Quadratmeterpreis soll beim Wechsel nicht steigen.

Mieter der landeseigenen Wohnungsgesellschaften in Berlin können jetzt über eine Tauschbörse eine andere Wohnung finden. Die Idee: Wenn zum Beispiel eine Familie Nachwuchs bekommt und eine größere Wohnung braucht, kann sie über das Onlineportal einen Tauschpartner suchen, der mittlerweile weniger Platz benötigt. "Das Besondere daran: Die jeweiligen Nettokaltmieten beider Wohnungen bleiben unverändert", teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Montag mit. Damit solle vermieden werden, dass Menschen nicht mehr umziehen, weil sie höhere Mieten befürchten.

Die Plattform inberlinwohnen.de können laut Senatsverwaltung rund 600.000 Mieterinnen und Mieter nutzen. Beteiligt an dem Tauschprojekt  sind die sechs Gesellschaften Degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, Stadt und Land sowie WBM. 

Mieterverein bremst Erwartungen

Bisher war der Tausch nur innerhalb einer Gesellschaft möglich, nun geht das über die Grenzen der sechs Unternehmen hinweg. Die Partner behalten bei einem Tausch nicht ihren bisherigen Quadratmeterpreis, übernehmen aber den Quadratmeterpreis des anderen Mieters, ohne dass ein Zuschlag erhoben wird.

Der Berliner Mieterverein hält das Portal für eine gute Idee, warnt aber vor zu großen Erwartungen. Durch Verzicht auf einen neuen Vertrag und eine entsprechende Mieterhöhung werde eine Hemmschwelle abgebaut, sagte Geschäftsführer Reiner Wild. Das Angebot sei aber auf die städtischen Unternehmen beschränkt. Hinzu komme, dass viele Menschen nach Jahren nicht mehr umziehen wollten.

Sendung: Abendschau, 10.09.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Leider sind wir bei deutsche Wohnen . Und wir suchen eine 5-7 zimmer Wohnung in Hellersdorf oder ein haus . Und die mieten sind da schon bei 1600 kalt . Was soll das . Aufgrund der Behinderungen meiner Kinder kann man auch nicht so Hoch ziehen .

  2. 5.

    Diese Seite ist ja mal eine gute Idee gewesen. Schade nur, dass die Informationen teilweise veraltet sind. Zum Beispiel wird mir bei den Einkaufsmöglichkeiten rund um den Eugen-Roth-Weg ein Kaiser’s genannt und ein Laden mit dem Namen „GrüneGeiss“, die es gar nicht mehr gibt.

  3. 4.

    Schade dass die Webseite grade nicht funktioniert. Ob das an einem großen Andrag von tauschwilligen liegt bezweifel ich.

  4. 3.

    Das ist endlich mal eine gute Nachricht. Leider sind in den zurückliegenden Jahren vom Senat viele Wohnungen an Private verscherbelt worden.

  5. 2.

    Ja das stimmt - das war vor 10 Jahren ein sehr grosser Fehler insofern sie sich DIE LINKE von ihren damaligen Koalitionspartnern im Senat "überreden" liess kommunales Eigentum zu verkaufen um "den Haushalt zu konsolidieren" Schweres Erbe in der Berliner Linken - das dort aber zum Glück niemand mehr ernsthaft bestreitet. Während Andere immer noch so tun als führten diese politischen Rezepte zu bezahlbarem Wohnraum. Was ja offensichtlich nicht stimmt. Es gäbe ja sonst bezahlbaren Wohnraum. Oder ein anderes Lohn-Mieteniveau. So einfach ist das offenbar: "Die Privaten" können es nicht besser. Hatten sie jetzt ein paar Jahrzehnte Zeit es zu beweisen. Hat sie keine Linke dran gehindert den Beweis anzutreten. Haben sie sogar gewähren lassen vor 10 Jahren. Für deren Privatexperimente. Und was haben sie draus gemacht?

  6. 1.

    Schade, dass der Senat die über 60.000 "Einheiten" der GSW an "Investoren" verkauft hat. Pech gehabt was den Tausch anbelangt und dazu weiterhin rasant steigende Mieten. Hoffentlich hilft diese Regelung einigen in den verbliebenen kommunalen Wohnungen.

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