Symbolbild: Eine Frau hält ihr Smartphone mit W-Lan-Symbol vor einen Linienbus. (Quelle: dpa/Dittrich)
Audio: Inforadio | 18.10.2018 | Kirsten Buchmann | Bild: dpa/Dittrich

Test wird ausgeweitet - Berlin rüstet jeden zehnten Bus mit WLAN aus

Mindestens 180 Busse in Berlin werden in den nächsten Monaten mit WLAN-Technik ausgestattet. Sollten die Bürger tüchtig surfen, kündigten die Berliner Verkehrsbetriebe am Mittwoch an, kommen weitere Busse dazu.

Wer mit dem Bus durch Berlin fährt, könnte künftig öfter einen öffentlichen Internetzugang haben. Die landeseigenen Verkehrsbetriebe wollen in mindestens 180 Bussen WLAN-Technik einbauen. "Es soll getestet werden, ob das angenommen wird", sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Mittwoch. 

Bisher gibt es kostenloses Internet in U-Bahnhöfen, wo der Handyempfang schlecht sein kann. Es läuft aber auch ein Test mit 30 Bussen. Der Versuch wird nun ausgeweitet.

Landesregierung gibt 600.000 Euro

Die Landesregierung gebe dafür rund 600.000 Euro aus, teilte das Unternehmen mit. Etwa jeder zehnte Bus werde in den nächsten Monaten mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Diese Busse sollen vor allem auf stark nachgefragten Linien in der Innenstadt eingesetzt werden. Nach einem halben Jahr will das Unternehmen schauen, ob genügend Leute den Zugang nutzen. 

Der Berliner FDP reichen die Pläne zum WLAN-Ausbau jedoch nicht aus. Für eine funktionierende Stadt müsse "der Ausbau eines flächendeckenden WLANs in allen Bussen und dem ganzen U-Bahn-Netz - nicht nur in den Bahnhöfen - zum Standard werden", sagte der infrastrukturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt, am Mittwoch laut einer Mitteilung. Zudem müsste überall LTE-Empfang möglich sein. Und es müsse im ÖPNV Lademöglichkeiten für Mobilgeräte und USB-Schnittstellen geben.

WLAN-Ausbau auch außerhalb der BVG

Auch der öffentliche Internet-Zugang in Berlin außerhalb von BVG-Bahnhöfen und -Bussen soll in großem Stil ausgebaut werden. Bis Frühjar 2019 sollten weitere 1.000 WLAN-Hotspots zu den bisherigen dazukommen, hieß es im März vom Senat. Bis dahin waren im Rahmen des Projekts "Free WiFi Berlin" rund 700 Zugangspunkte an 350 Standorten in Berlin eingerichtet worden. Beliebte Hotspots liegen etwa rund um den Fernsehturm, das Brandenburger Tor, in Bürgerämtern und Bibliotheken.

Zu den großen nicht-kommerziellen Anbietern von öffentlichem WLAN in Berlin gehören neben dem Land und der BVG etwa die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die Evangelische Landeskirche (godspot) sowie die "Freifunker".

Sendung: Abendschau, 17.10.2018, 19:30 Uhr

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14 Kommentare

  1. 14.

    Wozu braucht es noch WLAN?
    Vor 10 Jahren wäre das eine gute Idee gewesen. In der U-Bahn,wo es keinen vernünftigen Mobilfunkempfang gibt,kann ich das ja noch nachvollziehen. Ansonsten ist das völlig unnötig. Touristen werden doch auch automatisch in unsere Mobilfunknetze eingeloggt.

  2. 13.

    Was nützt mir WLan im Bus, wenn ich nicht drinsitze, weil mal wieder keiner kommt oder 45 Minuten Verspätung mit der Ausrede "Aufrechterhaltung des Zeittaktes" schöngeredet werden.?

    Und nun setze ich mich in mein Auto und verstopfe die Stadt. Da weiß ich wenigstens, in welcher Zeit ich mein Ziel tatsächlich erreiche und WLan habe ich dort auch.

  3. 12.

    Wow dass ich das noch erlebe. Brauche ich selbst nicht unbedingt, mir reichen 100 bzw aktuell 300 MB kostenlos (netzclub) völlig aus. Manchmal ist es aber nützlich. Als Tourist erwarte ich auch freies WLAN in der Innenstadt und U. A. Im schienenverkehr (sowohl ÖPNV als auch Fernverkehr). Dass die Busse ständig im Stau stehen muss der Senat anders lösen. Zu viele zu große Autos und rücksichtslose Menschen. Wird wohl kaum mit der Investition des WLAN-Geldes in andere Bereiche zu schaffen sein :/

  4. 11.

    Was für ein Schwachsinn. Geht es nicht mal ein Paar Minuten ohne WLAN?

  5. 10.

    Es lebe der Schwachsinn hoch drei.

  6. 9.

    Was heißt denn "Für eine funktionierende Stadt ..."? Funktioniert sie besser, wenn alle im Internet oder in sozialen Netzwerken unterwegs sind, während sie selbst unterwegs sind? Funktioniert sie nicht vielleicht auch über zwischenmenschliche Kontakte und Austausch oder einfach einmal innerlich "abschalten"? Statt dessen wird die "Isolierung" in der Menge noch weiter unterstützt. Als wäre die ständige Erreichbarkeit, das Überprüfen der Richtigkeit der Bahnhofsanzeige, die Möglichkeit, morgens um 7h schon die Lieblingsserie unterwegs schauen zu können ... unverzichtbar oder gar ein Ausdruck von Lebensqualität. Ich brauche jedenfalls keinen Ausbau des WLANs. Ich, als ständige Nutzerin der Öffis, fordere daher wenigstens EIN von Digitalismuszugang freies Abteil. Denn ich fühle mich gestört vom ständigen Tippen, Chatten, Tastensound, Fremdlicht oder Telefonieren der Dauernutzer von Smartphone, Tablet und Co. Und bin ich nicht allein! @RBB: Ist der Text nun vertretbar formuliert?

  7. 8.

    "Berlin rüstet jeden zehnten Bus mit WLAN aus".
    Das ist ja eine tolle Lotterie.

  8. 7.

    Toll! Hier bei uns draußen kommen die Busse wann sie wollen, es fallen täglich (leider ohne Übertreibung) auf der Linie in beiden Richtungen mehrmals Busse ganz aus, morgens stehen Berufstätige und Schüler oft vergeblich an der Haltestelle, weil sie in die überfüllten Busse nicht rein kommen und seit Jahren Einsetzer nicht gewährt werden...aber es wird für kostenloses WLAN gesorgt. Smartphone-Zombies sind ohnehin schon extrem nervend, jetzt guckt dann gar keiner mehr vom Handy hoch? Super Idee und auf der To-Do-Liste ganz oben? Na denn macht mal schön...

  9. 5.

    Warum WLAN im BVG-Diesel-Bus wenn in Berlin bald ein flächendeckendes Fahrverbot in Berlin vorhanden ist und kein Bus mehr in Berlin fährt?

  10. 4.

    "Der Berliner FDP reichen die Pläne zum WLAN-Ausbau jedoch noch aus."

    Muss vermutlich "nicht aus" heißen.

  11. 3.

    Wahnsinn, Berlin ist echt ne Weltstadt!

  12. 2.

    Mehr und vor allem pünktlich fahrende Busse (und Bahnen) wären mir lieber.
    Wer bezahlt das “kostenlose“ Netz denn??

  13. 1.

    Eine völlig unnötige Dienstleistung! Sorgen sie lieber für moderne Zugangsbeschränkungen um die Belästigungen im öffentlichen Raum zu minimieren. LG

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