Eine Pflegerin sortiert Medikamente (Quelle: imago/photothek.net/Inga Kjer
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Fast zehn Prozent mehr Geld gefordert - Verdi ruft zu Warnstreik am Klinikum Frankfurt auf

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die rund 1.500 Beschäftigten des Klinikums Frankfurt (Oder) für Donnerstag zu einem dreistündigen Warnstreik aufgefordert. Demnach soll zwischen 6 und 9 Uhr die Arbeit niedergelegt werden.

Lücke zum Öffentlichen Dienst ist immer noch groß

Mit dem dreistündigen Warnstreik solle Bewegung in die seit dem 18. Juli 2018 aufgenommenen Tarifverhandlungen kommen, hieß es von Verdi. Die Gewerkschaft fordert für die rund 1.500 Beschäftigten eine Tariferhöhung von 9,6 Prozent, mindestens aber 230 Euro monatlich - rückwirkend ab dem 1. Juli 2018. Für die Auszubildenden in der Pflege fordert Verdi eine Entgelterhöhung zwischen 110 bis 132 Euro monatlich.

Mit der Forderung solle der Entgeltabstand beim Pflegepersonal, bei den anderen Krankenhausbeschäftigten und bei den Auszubildenden zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) geschlossen werden.

Verdi hält Arbeitgeber-Angebot für "völlig unzureichend"

Verdi hatte das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite als "völlig unzureichend" bezeichnet. Der Gewerkschaft zufolge hatte das Klinikum in der zweiten Tarifrunde am 30. August eine "Übergangsregelung" von Juli bis Dezember 2018 mit einer Einmalzahlung in Höhe von 600 Euro (Auszubildende: 200 Euro) angeboten. Die Verhandlungen waren daraufhin auf den 16. Oktober 2018 vertagt worden.

Die Klinkleitung geht davon aus, dass die Tarifverhandlungen durch den Warnstreik nicht beeinflusst werden. "Wir befinden uns in einem konstruktiven Dialog mit Verdi und der Tarifkommission und gehen davon aus, dass wir wie in den Vorjahren eine Einigung erzielen werden", teilte Mirko Papenfuß, Geschäftsführer des Klinikums, am Mittwoch mit.

Versorgung der Patienten ist sichergestellt

Die von Verdi genannten Zahlen wollte Klinik-Sprecherin Kati Brand am Mittwoch nicht bestätigen: "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu den Inhalten laufender Tarifverhandlungen", erklärte Brand gegenüber rbb|24.

Hinsichtlich der Patienten gebe es keinen Anlass zu Sorge. Ihre medizinische Versorgung sei "zu jederzeit während der Streikmaßnahme sichergestellt", sagte Brand und verwies auf eine mit Verdi getroffene "Notdienstvereinbarung". Dabei sollen zwischen 6 und 9 Uhr die Nachtdienstbesetzung sowie die in der Nacht üblichen Bereitschaftsdienste gewährleistet werden.

Die Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH mit ihren 733 Betten ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Rhön-Klinikum AG und zugleich akademisches Lehrkrankenhaus der Charité.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 10.10.2018, 19.30 Uhr

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