Kunden laufen am Eröffnungstag durch die East Side Mall, dem 69. Shopping-Center der Hauptstadt (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Video: Abendschau | 31.10.2018 | Martin Küper | Bild: dpa/Jörg Carstensen

East Side Mall in Friedrichshain - Berlins 69. Shoppingcenter öffnet seine Türen

Mit der East Side Mall hat in Berlin das 69. Shoppingcenter eröffnet. Auf rund 25.000 Quadratmetern gibt es 120 Läden. Zahlreiche Besucher kamen am ersten Tag. Allerdiengs verlief der Start nicht ganz glatt.

Mit der East Side Mall ist am Mittwoch in Friedrichshain das 69. Shoppingcenter Berlins eröffnet worden. Auf rund 25.000 Quadratmetern gibt es am Mercedes-Benz-Platz über 100 Läden, gastronomische Angebote und ein Fitnesscenter. Zahlreiche Besucher erkundeten das neue Gebäude am ersten Öffnungstag - wohl auch viele Brandenburger, die am Reformationstag nicht arbeiten müsen.

Zugangsbrücke noch versperrt und Fehlalarm bei Eröffnung

Die Eröffnung der neuen Mall begann allerdings mit Pannen. So wurde eine Zugangsbrücke nicht fertig gestellt: Das Geländer der Warschauer Brücke wurde nicht abgebaut und versperrt den Zugang für Fußgänger, die vom S-Bahnhof Warschauer Straße in die Mall wollen. Nach rbb-Informationen hat der Bauherr es versäumt, einen Antrag zu stellen, damit die Ballustrade verschwindet.

Weil die Brandmeldeanlage auslöste, musste das Einkaufszentrum zudem kurzzeitig geräumt werden. Es handelte sich um einen Fehlalarm, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. "Es hat sich als null und nichtig herausgestellt."

Kritik an wachsender Zahl der Einkaufszentren

Gut 90 Prozent der Flächen sind laut Center-Management bereits vermietet. Neben nationalen und internationalen Ketten sind auch einige Berliner Einzelhändler mit ihrem Angebot vertreten. Trotz der vielen anderen Malls in Berlin glaubt Center-Manager Markus Scheer an einen Erfolg. "Es ist ein Riesenpotential, einerseits an Touristen, andererseits an Menschen, die in dem Quartier arbeiten, sowie die S- und U-Bahn-Umsteiger."

Dass in Berlin erneut ein Einkaufszentrum eröffnet wurde, stößt bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf Kritik. "Nicht an jeder Ecke von Berlin muss so ein neues Teil stehen", sagte Erika Ritter dem rbb. "Denn es hat immer Folgen für die, die schon da sind. Die Kaufkraft in Berlin ist endlich."

Handelsverbands-Chef Nils Busch-Petersen wies Kritik an der wachsenden Zahl der Einkaufszentren in der Hauptstadt zurück. "Berlin hat Platz für eine Reihe von Shopping-Centern." Er schließt aber nicht aus, dass es für das eine oder andere Zentrum neue Nutzungen geben wird, so dass sich die Gesamtzahl bei 65 bis 70 einpendeln werde.

Noch bis Herbst 2015 gehörte das Areal der East Side Mall der Anschutz Gruppe und wurde an die FREO Gruppe verkauft. Im Sommer 2016 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, Anfang 2017 ging die East Side Mall vor Beendigung der Bauarbeiten an die RFR Holding.

Steigender Leerstand in Berlin

Erst im August eröffnete in Berlin-Moabit das Schultheiss-Quartier. Noch immer stehen viele Ladenflächen leer. Bis zum Frühjahr nächsten Jahres sollen die noch freien Flächen vermietet allerdings sein, teilte der Betreiber, die HGHI Holding um den Berliner Unternehmer Harald G. Huth, dem rbb mit.

Ein steigender Leerstand werde schon lange beobachtet, sagte Immobilienökonomin Sonja Hanisch im Interview mit dem rbb. Die Einzelhandelslandschaft verändere sich nicht nur in den Shoppingcentern, sondern auch in 1A-Lagen wie Friedrichstraße und Kurfürstendamm. "Der Online-Handel macht sich bemerkbar. Im Jahr 2000 haben die Leute bundesweit 1,3 Milliarden Euro online ausgegeben, jetzt sind es über 50 Millarden. Und das geht einfach weg aus den Einkaufsstraßen und aus den Shoppingcentern."

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Schön, da wohnt doch keiner der Geld hat. Ein Blödsinn, am Ende bleiben wieder die 08/15 Ketten in der mall übrig wie in der LP12...

  2. 1.

    Es ist mir egal, wie viel Shopping Malls es in Berlin gibt. Mein Geld reicht in jedem Monat nur einmal. Es wird nicht mehr, egal wie viel Shopping Malls es gibt.

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