Archiv - Aus Protest gegen steigende Mieten und Wohnungsnot besetzten Aktivisten am 07.09.2018 den im Aufbau befindlichen Google Campus für StartUps im ehemaligen Umspannwerk in Berlin Kreuzberg (Bild: imago/Christian Mang)
Audio: Inforadio | 26.10.2018 | Interview mit Carsten Brönstrup | Bild: imago/Christian Mang

"Das ist ein schwieriges Signal" - Unternehmensverbände bedauern Absage des "Google Campus"

Der "Google Campus" in Berlin-Kreuzberg kommt doch nicht - nach massiver Kritik am Projekt des US-Konzerns. Doch nicht alle sind mit dieser Kehrtwende zufrieden. Für die Unternehmerverbände sendet sie ein "schwieriges Sigal".

Der Sprecher der Unternehmensverbände Berlin Brandenburg, Carsten Brönstrup, hat mit Bedauern auf die Absage des US-Konzern Google für einen Start-up-"Campus" in Berlin- Kreuzberg reagiert. "Wenn ein Investor damit rechnen muss, ständig im Kreuzfeuer zu stehen, und eingeworfene Scheiben befürchten muss, dann denkt er sich natürlich seinen Teil", sagte er am Freitag dem rbb.

Die Absage sei ein schwieriges Signal, das auch international wahrgenommen werde, so Brönstrup im rbb-Inforadio. Google habe bereits in mehreren Metropolen wie London, Madrid oder Tel Aviv erfolgreich Standorte für Start-ups eröffnet.

Proteste gegen ursprüngliche Google-Pläne

Nach mehreren Protestaktionen war das Unternehmen von den ursprünglichen Plänen für Berlin abgerückt. Kritiker befürchteten, dass sozial schwächere Bewohner des Kiezes vertrieben werden könnten und sich so immer mehr Konzerne ansiedeln.

Google stellt die Räumlichkeiten des ehemaligen Umspannwerkes nun dem Verein Karuna und der Spendeplattform Betterplace zur Verfügung. Ab April 2019 sollen auf dem 3.000 Quadratmeter großen Gelände Lösungsansätze für soziale Probleme gefunden werden.

Sendung: Inforadio, 26.10.2018, 09:26 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Ein weiterer interessanter Beitrag zu Protesten innerhalb des Konzerns: "Google-Mitarbeiter auf der ganzen Welt protestieren dagegen, wie der Konzern mit Missbrauchsvorwürfen umgeht. Chef Pichai gelobt Besserung. Doch ein Ende hat #MeToo in der Tech-Branche damit längst nicht." https://www.tagesschau.de/ausland/google-proteste-101.html
    Offenbar kein vorbildlicher Arbeitgeber für alle, denen sexuelle Selbstbestimmung und ein vor Übergriffen sicher Arbeitsplatz wichtig sind.

  2. 10.

    Sie können natürlich so weiter produzieren. Die Müllhalde ist ja noch nicht groß genug. Aber sie haben recht, der Angeberfaktor ist bei einem Eifön wesentlich höher.

    "Google hat durch clever Strategie, die Werbung "unsichtbar" gemacht." *pruust* DAS war die schönste Umschreibung für das ausspionieren die ich je gehört habe.

    Mal von den gigantischen Steuerbetrügereien abgesehen, die sich dieses Konzerne erlauben, es geht auch anderes.

    Aber wir kommen vom Thema ab. Die Proteste haben ein Einlenken von google bewirkt, es hätte niemals soziale Projekte gegeben, wären die Proteste nicht so erfolgreich gewesen. Mal sehen ob google Wort hält.

  3. 9.

    Ohne genannte Fortschritte wüssten Sie gar nicht dass es überhaupt Fairphones gibt, oder es gäbe gar keine.
    Erst das Kommerz-Produkt, erst dann kommen die Ableger "fair" und tralala.
    Nachbauen kann man ja. Ob es jemand kauft ist das andere.
    Und ohne Google hätten Sie immer noch die lästigen werbeüberfrachteten Suchmaschen, wo man in eine Falle nach der nächsten tappt, wie in der Mitte der 90er.
    Erst Google hat durch clever Strategie, die Werbung "unsichtbar" gemacht. Außerdem können Sie ja Yandex oder was auch immer benutzen, viele denken ja Google "ist" das Internet... aber Google hat die Suche revolutioniert.
    "Man muß nur "echte" Investoren, die nachhaltig produzieren" Wie lange soll das dauern? In Berlin verrecken die Startups weil nicht kommerziell orientiert... auf Kosten der Steuerzahler. Reine Geldverschwendung.
    @isso, Heute haben die Globalplayer ihre eigenen Banken.
    Und nein ich möchte keinen zusammengefegten "polnischen" Bahndamm als Kaffee trinken sondern Kaffee.

  4. 8.

    Und wieder zeigt der real existierende Sozialismus und seine Lobby seine hässliche Fratze zum Schaden Berlins !

  5. 7.

    Falsch! Man muß nur "echte" Investoren, die nachhaltig produzieren von den Heuschrecken wie sie Gernot treffend beschrieben hat unterscheiden.

    Ohne Werbung machen zu wollen, googeln (wie sinnig!) sie mal nach "Fairphone", das ist zumindest ein Versuch nachhaltig zu produzieren.

  6. 6.

    Notwendig ist großer Reichtum nicht,denn auch viele kleine Summen ergeben eine große. Früher waren dafür mal Banken zuständig.

  7. 5.

    Das ist sicherlich das Opfer wenn man Technologie und Fortschritt haben möchte. Ultimativer Reichtum.
    Ohne großen Reichtum und erst daraus resultierenden zahlungkräftigen Investoren, die nun mal riesigen Summen parat haben, ist es erst möglich merkbare Entwicklungen zu machen und die Technologie voranzutreiben. Das ist Wirtschaft.
    Die Globalplayer resultierend aus den frühreren Nerds und Geldgebern, haben es möglich gemacht, dass z.B. Computer, Internet und Technologie sich durchgesetzt haben, natürlich wurden sie reich.
    Goggle hat die Werbung akzeptabel "versteckt", die früher mit gefährlichen Popups 20-fach über den Bildschirm schossen, MS hat den PC für jedermann gemacht, Apple hat die Unterhaltungsindustrie mobil gemacht.
    Ohne Apple, MS und Google wäre das alles noch nach dem Motto: "Was du hast einen Computer, hast du keine Freunde?"
    Hier in Deutschland wird immer nur alles negativ gesehen, aber kräftig technologisch mitbenutzt. Ein Verlust.

  8. 3.

    Grundsätzlich findet ihr Thread meine volle Zustimmung. Aber was hat das mit Google zu tun? Sie werden Google doch nicht einem Start Up gleichsetzen wollen?:)

  9. 2.

    Wer in dieser Stadt, noch schlimmer, in diesem Teilbezirk wie Kreuzberg investieren will, dem ist nicht mehr zu helfen. Von der Stadt und dem Bezirk selbst verschuldet, kann man nur hoffen, das sich jeder halbwegs vernünftige Investor seine Entscheidung überdenkt nach Berlin zu kommen. Hier ist keiner willkommen und irgendwann wird sich das für die Stadt rächen, den sogenannten Aktivisten, hier Unruhestiftern und Kriminellen, eine Plattform gegeben zu haben und vor dem Mob eingeknickt zu sein. 10 geplante neue Google Mitarbeiter hätten den Kiez verändert, blöder geht es kaum. Aber bleibt in eurem Kreuzberg und lasst den Rest der Stadt in Ruhe mit euren Ausbrüchen. Diesen Bezirk mit seiner Anarchie und mit seinem Bezirksamt ist nicht mehr zu helfen.

  10. 1.

    Start-ups haben in 90% der Fälle das gleiche Geschäftsmodell: Subventionen abgrasen, Millionäre erleichtern, Beschäftigte einen Hungerlohn bei Vollzeit+Wochenendarbeit, dann nach ein paar Jahren abhauen oder das nächste "Start-up" gründen. Nützliche Erfindungen kommen dabei selten raus. Sollte etwas brauchbares produziert werden, wird das an ein normales Unternehmen (oft im Ausland) zu einem absurden Preis verkauft und die "Investoren" machen sich mit einem vollen Geldbeutel vom Acker. Kein Verlust also.

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