Eine Maschine von Ryanair auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld (Quelle: dpa/Beate Schleep)
Audio: radioBerlin 88,8 | 17.10.2018 | Anke Michel | Bild: dpa/Beate Schleep

Vier Maschinen von Laudamotion - Ryanair will Basis in Berlin-Tegel errichten

Ryanair baut weiter aus - und konzentriert sich dabei auch auf Berlin: Am Flughafen Tegel soll im April eine neue Basis des irischen Billigfliegers entstehen. Anderswo wird dagegen abgebaut - zum Ärger von Gewerkschaften, die gerade im Arbeitskampf mit Ryanair sind.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair errichtet im April am Berliner Flughafen Tegel ihre zehnte Basis in Deutschland. Dazu übernehme der Billigflieger vier dort stationierte Maschinen seiner Partner-Airline Laudamotion, kündigte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Mittwoch in Berlin an.

Ryanair hält drei Viertel der Anteile des Ferienfliegers Laudamotion. Dieser hatte Maschinen sowie Start- und Landerechte der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki übernommen.

Schließung der Basis in Bremen führt zu Kritik

O'Leary betonte am Mittwoch, man wolle weiterhin Verkehr und Streckennetz in Deutschland ausbauen. Ryanair hatte allerdings erst kürzlich angekündigt, ihre Basis in Bremen mit zwei stationierten Flugzeugen zu schließen und in Weeze zwei von fünf Maschinen abzuziehen. Von Gewerkschaftsseite war das als "Kriegserklärung" im laufenden Tarifkonflikt gewertet worden.

"Eine Station zu schließen und die Angestellten in ein anderes Land zu versetzen, ist mit dem sozialen Dialog nicht kompatibel", erklärte vor wenigen Tagen Arthur van de Hudding, Präsident der niederländischen Pilotengewerkschaft VNV, in einer Mitteilung der deutschen Pilotengewerkschaft VC. "Wir sehen das als Kriegserklärung und absolut im Widerspruch zu allen Behauptungen, man wolle verhandeln."

Ryanair: Schließungen wegen hohen Ölpreises

Von Piloten und Flugbegleitern würden die angekündigten Maßnahmen als Strafe für die jüngsten Streiks wahrgenommen, heißt es in der Mitteilung.

Ryanair bestritt das: Die Schließungen seien "auf ungünstige Marktbedingungen" zurückzuführen, erklärte Marketingchef Kenny Jacobs. Laut Ryanair sind das etwa gestiegene Ölpreise. In den vergangenen Monaten waren Piloten und Flugbegleiter von Ryanair mehrfach in Ausstand getreten.

Weitere Streiks steht nach wie vor im Raum: Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

Zweite Ryanair-Basis in der Region

Als Basen definiert Ryanair Flughäfen, an denen mindestens ein Flugzeug samt Crew fest stationiert sind. Schönefeld ist bereits Ryanair-Basis, mit Tegel kommt dann im April die zweite in der Region dazu. Weitere Basen in Deutschland sind nach Angaben der Airline Düsseldorf, Köln/Bonn, Frankfurt am Main, Frankfurt-Hahn, Memmingen, Nürnberg, Hamburg und Karlsruhe/Baden-Baden.

Sendung: Inforadio, 17.10.2018, 11:30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Wer mit Ryan und anderen Billiggesellschaften fliegt, macht sich an prekären Arbeitsbedingungen der Crews mitschuldig. Würden die Billigheimer auch für ca. 1700 netto im Monat die Verantwortung für Maschine und Passagiere übernehmen - und dass bei solcher Qualifikation?
    Die Ryaner machen dies nicht aus purer Lust am Leben, sondern um einen Job zu haben und auch mal einen Job bei einer besser bezahlenden Airline zu finden und nicht im Sozialnetz zu landen. Und das nutzt dieser Ir(r)e O´Leary schamlos aus und der Fiskus macht gut und gerne mit.
    Dieses Geiz-ist-geil- Dingens geht auch in Bezug auf die Umwelt (Emission der Schadstoffe in die oberen Luftschichten) bald in die Hose und dann jammern wieder alle über Dürren, Trockenphasen, zu heiße Sommer und zu wenig Regen.
    Wenn da nicht bald reguliert wird, bzw. der Markt sich nicht selbst bereinigt - gute Nacht - aber Hauptsache billig muss es sein.....

  2. 3.

    Ryanair sollte auch verstehen, das Tegel bald schließt!
    Sollte dem stattgegeben werden, würde das wieder zeigen, das die Politik zu nichts taugt, ebenso gehört dann die Flughafengesellschaft aufgelöst.

  3. 2.

    Jetzt verkommt Tegel endgültig zum Ramschladen.

  4. 1.

    bitte nicht.

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