LEAG-Mitarbeiter demonstrieren mit einer Mahnwache vor der Kraftwerkseinfahrt in Jaenschwalde.
Bild: dpa/Andreas Franke

Fördersummen für Braunkohlegebiete - Unternehmen fordern Job-Erhalt bei Kohleausstieg

Bei einem Ausstieg aus der Braunkohle müssen in der Lausitz aus Sicht der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg die derzeit vorhandenen 20.000 industriellen und industrienahen Arbeitsplätze auf jeden Fall erhalten werden.

"Unter diese Zahl dürfen wir nicht gehen", sagte Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck am Freitag in Potsdam. Dafür seien Ideen und Konzepte erforderlich, für die die Region jede Unterstützung durch die Politik benötige. "Es gibt eine reelle Chance, den Strukturwandel hinzubekommen", betonte er.

Amsinck appellierte an die Kohlekommission der Bundesregierung, Arbeitsplätze und Branchen nicht in Frage zu stellen, bevor nicht neue Wertschöpfungsketten entstanden seien. Die Kommission trifft sich nächste Woche in der Lausitz. Bis zum Jahresende soll ein Konzept vorliegen, wie in den betroffenen Braunkohleregionen nach dem Wegfall der Kohle neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

Wirtschaft hält Fördersumme für zu niedrig

Die bisher ins Auge gefasste Summe von 1,5 Milliarden Euro für die deutschen Braunkohlereviere in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Nordrhein-Westfahlen sei viel zu niedrig angesetzt, so die Unternehmensverbände. Die Lausitz müsse in Zukunft genauso stark wie bislang sein, forderten sie. Dort werde ein Viertel der Brandenburger Wirtschaftsleistung erbracht.

Plädiert wurde für die Stärkung von Wissenschaft und Forschung und die Schaffung von Innovationszentren unter anderem zum Thema Wasserstoff. Wichtig sei in dem Zusammenhang auch, rechtzeitig für erforderliche Arbeitskräfte zu sorgen und Qualifikationen anzukurbeln.

Sendung: Brandenburg aktuell, 05.10.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Lesche] vom 06.10.2018 um 20:33
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Die Kohlekumpel der Lausitz sollten sich in erster Linie an den Ministerpräsidenten Woidke halten. Er ist als Landesvater in erster Linie für die Zukunft verantwortlich und niemand anders. Er selbst ist Vorbild für alle, vom Ferkelingenieur zum Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg.

  2. 2.

    Angesichts dieser und anderer Diskussionen zum Ausstieg (siehe auch Hambacher Forst) gilt für alle Fälle:
    Wenn ich 100 Jahre über Rote Ampeln gegangen bin, weil ich es müsste, um zum Bus zu kommen, ist das Gewohnheitsrecht, nur nicht für mich.
    Erkenne heute, dass es falsch ist, über Rote Ampeln zu gehen, gefährlich für mich und andere Töten wird.
    Sollte ich dann sagen, ich mache das noch eine Weile weiter?
    Darf man mich dann weiter über Rote Ampeln gehen lassen und dabei klatschen und mich mit Geld und Polizeischutz dabei unterstützen?
    Mir ist ja klar, das man Privatpersonen im Sinne unseres Gesellschaftskonzeptes auffangen muss, aber nicht mehr.
    Wegschauen und weiter Zahlen ist Mithilfe zu einer absehbaren Straftat. Und das sind keine Roten Ampeln, sondern Leben in jeder Form, das hier auf dem Spiel steht - akzeptiert, hofiert, gefördert.

  3. 1.

    Der erste Auftritt von Merkels Allzweckwaffe Profalla, diesmal als Co-Chef der Kohlekommission, scheint die Richtung vorzugeben:

    Profalla soll in der Art seiner US-Geheimdienst-NSA-Aufklärung nun auch die Gemüter in der Lausitz beruhigen. Denn das ist dringend nötig, gibt es doch seitens der Merkel-Regierung keinerlei verbindliche Zusagen, wie denn der Strukturwandel in der Braunkohleförderung abgefedert werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren