Passanten gehen in Berlin an der Galeria Kaufhof vorbei (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 09.11.2018 | Sebastian Tittelbach | Bild: dpa/Paul Zinken

Nach Prüfung durch Kartellamt - Karstadt und Kaufhof dürfen sich zusammenschließen

Die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof dürfen fusionieren - es gebe keine wettbewerblichen Bedenken hinsichtlich der Lieferanten oder Kunden, entschied das Kartellamt. Den Angestellten allerdings bringt das große Unsicherheit.

Deutschland bekommt einen neuen Warenhausriesen: Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für die Fusion von Karstadt und Kaufhof gegeben. "Wir haben das Vorhaben intensiv geprüft“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Freitag. "Weder aus der Perspektive der Verbraucher, noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten gab es durchschlagende wettbewerbliche Bedenken." Karstadt und Kaufhof hätten jedoch viele Konkurrenten im stationären Geschäft und auch der Online-Handel sorge für zusätzlichen Wettbewerbsdruck.

In Berlin gibt es neun Karstadt-Filialen und eine in Potsdam. Kaufhof betreibt drei Filialen in Berlin und eine in Cottbus. Der neue Einzelhandelsriese wird europaweit 243 Standorte haben und rund 32.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Unter dem Dach der neuen Holding werden die deutschen Kaufhof- und Karstadt-Filialen vereint, sowie die Karstadt-Sporthäuser, die europäischen Filialen der Outlet-Kette Saks Off 5th, die Galeria-Inno-Kaufhäuser in Belgien, die erst kürzlich gegründeten Hudson's-Bay-Warenhäuser in den Niederlanden sowie eine Reihe von Internet-Anbietern.

Karstadt wieder mit mehr Einnahmen

Sowohl Karstadt wie Kaufhof hatten zuletzt mit Verlusten zu kämpfen. Karstadt konnte allerdings 2017 - nach zwölf Jahren - erstmals wieder einen Gewinn ausweisen. Mittlerweile öffnet das Unternehmen sogar wieder neue Kaufhäuser; in Berlin-Tegel wurde vor einigen Monaten der Grundstein für eines gelegt.

Offiziell ist von einer "Fusion unter Gleichen" die Rede. Doch die Signa-Holding von Karstadt-Eigentümer René Benko wird die Mehrheit am neuen Unternehmen halten: Signa erhält 50,01 Prozent der Anteile, der kanadische Kaufhof-Eigentümer HBC 49,99 Prozent. An den Kaufhof-Immobilien, die viele Milliarden wert sind, wird Signa künftig mit 50 Prozent beteiligt sein.

Was die Fusion für Beschäftigte und Kommunen bringen wird, darüber besteht im Moment noch große Ungewissheit. Weder gibt es Zahlen zum erwarteten Stellenabbau, noch Angaben über mögliche Schließungen. Karstadt-Eigentümer René Benko bemühte sich zuletzt jedoch Ängste vor drastischen Einschnitten zu dämpfen: "Natürlich müssen wir sanieren, aber wir werden wie bisher um jede Filiale kämpfen und versuchen, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen", betonte er.

Sendung: Abendschau, 09.11.2018, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    "Natürlich müssen wir sanieren, aber wir werden wie bisher um jede Filiale kämpfen und versuchen, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen"

    Mit Kochtöpfen und Socken macht man keine schwarzen Zahlen.
    Bringt endlich die Jugend an den Start, nicht Uhren, Schmuck und Koffer, sondern Gaming, Media und Franchise.

    Die meisten Käufer seid ihr sowieso bei Onlineversandhändlern losgeworden... also man muss auf Unterschiede setzen und nicht auf Oma Ösenbrötz, die nichts mehr kauft.

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