Archivbild: Zahlreiche Balkone und Terrassen sind am 02.05.2016 an einem Neubau eines Wohnhauses in Berlin-Kreuzberg zu sehen. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
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Berlin trotzdem weiter begehrt - Investoren halten Großstadt-Immobilien für überteuert

Inzwischen halten viele internationale Investoren die Preise für Wohnungen und Häuser in deutschen Großstädten für überteuert, ergibt eine aktuelle Studie. Dennoch dürfte die "Liebesbeziehung der Immobilienbranche mit Berlin" auch 2019 weitergehen.

Die Immobilienpreise in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München werden von vielen internationalen Investoren inzwischen als überteuert angesehen - das geht aus einer aktuellen Analyse der Beratungsgesellschaft PwC hervor [pwc.de]. Dennoch würden Wohnungen und Häuser in deutschen Städten von Großanlegern geschätzt, weil sie viel Wert auf Sicherheit legen, heißt es - und auch hohe Mieteinnahmen erwartet werden.

Beim Investitionsvolumen holt Frankfurt Berlin ein

Für die Analyse wurden mehr als 800 Immobilien-Experten befragt. Diese empfinden die Häuserpreise in deutschen Großstädten demnach - wie auch in anderen europäischen Metropolen - als sehr hoch. "Nahe am Gipfel", "weit fortgeschritten" oder "überteuert", lautet häufig ihr Urteil. Folgerichtig sanken die Immobilieninvestitionen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten um drei Milliarden auf 65 Milliarden Euro - das sind 4,4 Prozent.  

Ganz vorn in der Gunst der Großinvestoren steht europaweit nicht mehr Deutschland, sondern Großbritannien. Hier wurden vom Schlussquartal 2017 bis zum Ende des dritten Quartals 2018 68 Milliarden Euro in Immobilien investiert.

Weil sich innerhalb Deutschlands allerdings der für 2019 geplante Brexit bemerkbar macht, stiegen die Immobilieninvestments in Frankfurt - das viele Londoner Banker anzieht - dennoch rasant: In der Stadt am Main, die zeigt die PwC-Studie, wurden binnen eines Jahres acht Milliarden Euro in Wohnungen und Häuser investiert - das ist ein Plus von 12,5 Prozent. Damit holt Frankfurt beim Investitionsvolumen Berlin ein. Die beiden deutschen Spitzenreiter stehen in Europa gemeinsam auf Platz drei hinter Paris und London.

"Jeder will in Berlin sein"

Aber nicht nur Frankfurt, sondern auch andere deutsche Großstädte bleiben laut der Studie trotz der Skepsis über hohe Immobilienpreise begehrt. Gleich vier deutsche Städte finden sich in den Top Ten: Berlin liegt dabei auf Platz 2, Frankfurt am Main Platz 5, Hamburg 7 und München auf Platz 10. Angeführt wird die Liste von der portugiesischen Stadt Lissabon.

Auch bei den erwarteten Mietsteigerungen geben die Studienautoren keine Entwarnung. Hier wird ebenfalls mit Aufschlägen gerechnet -  allen voran in Berlin. "Die Liebesbeziehung der Immobilienbranche mit Berlin dürfte 2019 weitergehen", heißt es. "Jeder will dort sein, und die Mieten gehen durch die Decke."

Sendung:  Inforadio, 05.11.2018, 13:30 Uhr

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Ich trage das Zunftabzeichen des Bauhandwerks in der dritten Generation!
    Für Ihre Berufswahl kann ich nix.

  2. 8.

    In Berlin explodieren Mieten, die Politik tut nichts.
    Beispiel Wien-60% der Mietwohnungen sind in Genossenschaftshand.Grundstückspreise werden bei Verkauf gedeckelt auf niedrigem Niveau.
    Amsterdam: Bei Neubau in der Innenstadt muss EG und 1.Stock zu sozialverträglichen Preisen an Gewerbe oder Mieter vergeben werden.So wird auch in der Innenstadt ein Lebensraum für Einwohner erhalten die keine Supeergehälter bekommen, oder für Gewerbetreibende bezahlbare Gewerbemieten angeboten,damit auch noch etwas jenseits von Zara, KiK,Starbucks und mc Donalds bestehen kann.

  3. 7.

    Abartige Geldgeier sind diese Immobilienfutzies und Anleger! Moderne Knechtschaft!

  4. 6.

    Warum ziehen Menschen auf eine ständig Lauter werdende, Stinkende und Gesundheitsgefährdende Müllkippe wie Berlin. Bis über alle Ohren verschuldet für eine in billig Bauweise entstandene weit überteuerte Wohnung zu ergattern. Jetzt kommt die Antwort, weil es hier Arbeit gibt, weil hier brummt das Leben, hier ist sind die Menschen so toll....
    Solange es Menschen gibt die diese Wohnungspreise bezahlen so lange werden die Preise weiter steigen. Neben bei vor 20 Jahren wollten alle in den sogenannten Speckgürtel von Berlin ziehen.

  5. 5.

    Diese Aussage ist angesichts des oben verlinkten Artikels ignorant bis arrogant. Blanker Hohn für geringe bis mittlere Einkommen. Kann weg...

  6. 3.

    Oder ein altes Gehöft kaufen und restaurieren. Würde mir persönlich am Ende mehr Freude bereiten. Aber es stimmt schon, besonders wenn man eine Familie hat oder gründen möchte ist Eigenbau eine sehr gute Option.

  7. 2.

    Es ist ein Unding, dass Unternehmen so abstruse hohe Gewinne auf Kosten eines absoluten Grundbedürfnisses erzielen dürfen. Es geht hier ja nicht um Schmuck, sondern um etwas absolut lebensnotwendiges.

    Vor diesem Hintergrzund sind Kampagnen wie zB die gegenwärtige zur Vergesellschaftung der Deutschen Wohnen und anderer Immobilienkonzerne als Schritt in die absolut richtige Richtung zu sehen.

  8. 1.

    Habe es den Vögeln gleich getan und mir schon vor Jahren ein Nest, äh, Haus gebaut.
    Also ran an die Steine, im Umalnd ist noch genügend Raum!

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