Flughafenchef Lütke Daldrup bei der Begehung in Tegel (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 09.11.2018 | Bild: rbb

Bei Betrieb parallel zum BER - Flughafen Tegel würde bei Offenhaltung wohl halbiert

Mehr Technik, kleinere Belegungsdichte: Würde Berlin den Flughafen Tegel trotz des eröffneten BER betreiben wollen, würde sich die Kapazität des 40 Jahre alten Airports "wahrscheinlich halbieren", sagt Flughafenchef Daldrup. Zudem müsse er saniert werden.

Bliebe der Berliner Flughafen Tegel nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER offen, könnten dort nach Betreiberangaben längst nicht so viele Passagiere abgefertigt werden wie derzeit. "Wir gehen davon aus, dass sich die Kapazität wahrscheinlich halbieren würde", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag vor Abgeordneten des BER-Untersuchungsausschusses in Tegel.

Der rund 40 Jahre alte Airport brauche eine grundlegende Sanierung, erklärte Lütke Daldrup weiter. Heute werde mehr Platz für Technik gebraucht und die zulässige Belegungsdichte sei deutlich geringer. In Tegel waren im vergangenen Jahr gut 21 Millionen Fluggäste abgefertigt worden.

Im Jahr 2020 soll der BER endlich öffnen

Der neue Flughafen BER im brandenburgischen Schönefeld soll nach mehreren Verschiebungen in zwei Jahren in Betrieb gehen. Der Innenstadtflughafen Tegel soll spätestens ein halbes Jahr später schließen. Die Opposition aus CDU, FDP und AfD im Abgeordnetenhaus verlangt jedoch, Tegel weiter zu betreiben.

Bei einem Volksentscheid im vergangenen Jahr hatten sich 56,1 Prozent der Wähler für einen dauerhaften Weiterbetrieb von Tegel ausgesprochen. Weil kein Gesetz zur Abstimmung stand, kann sich der rot-rot-grüne Senat darüber hinwegsetzen. 

Tegel kommt bei der Abfertigung kaum hinterher

Erst vor den Sommerferien 2018 hatte die Fluggesellschaft Eurowings ihren Passagieren empfohlen, mindestens eineinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen Tegel zu sein, in der Ferienzeit zwei Stunden. Denn wegen der verzögerten Eröffnung des BER arbeite Tegel deutlich über seiner eigentlichen Kapazität.

Auch in diesem Herbst gab es Beschwerden, weil der Airport vor allem bei der Abfertigung aber auch nach der Landung von Flugzeugen kaum noch hinterherkommt. Passagiere müssen sehr häufig sehr lange warten, ob auf das Einchecken, auf dem Rollfeld oder auf ihre Koffer.

Sendung: Abendschau, 09.11.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    es haben schon in den 1990 zwo Personen prognostiziert,daß das Passagieraufkommen über25 mio sein wird,hat niemand geglaubt& bei den Planungen nicht eingerechnet!!!zu viel Unwissende&Tegelschützer ham den Brei halt verbockt!!!!!auf Kosten des Steuerzahlers,wie derBrandschutz im Bonner Flughafen,der kannja im laufenden Betrieb auf neuesten Stand gebracht werden,wenn der Bestandsschutz nicht vorher einsetzt!Hellersdorf&Marzahn freuen sich schon lange über 10 Flieger in 10Minuten,sieht besonders im Dunkeln berrauschend aus...

  2. 15.

    Erst mal muss der BER eröffnen. Wie lange diskutieren wir schon über Tegel? Lasst uns das Ganze einfach abwarten. Bis zur BER Eröffnung kann noch viel passieren. Immer dieses Gerede im Konjunktiv. Fakt ist, zzt geht nichts ohne Tegel. Und der Termin für den BER ist immer mit einer Absichtserklärung verbunden. Der Rest ist Spekulation.

  3. 14.

    Der Flughafen Chef möchte die Bevölkerung nur auf das vorbereiten, was die Politiker von RRG gerne ausblenden wollen.
    Die Pax (Passagierzahl) beträgt zur Zeit knapp 34 Mio. Das entspricht exakt der Kapazitäten (u.a. begrenzt durch Start- und Landebahnen und fehlenden Terminals) von BER und SXF. Sollte die Zahl steigen und die neuen Terminals nicht rechtzeitig fertig werden, MUSS Tegel so lange offen bleiben wie es notwendig ist.

    Da Politiker häufig Probleme mit Zahlen und rechnen haben, ist ihnen das noch nicht bewusst. Siehe auch fehlende Verkehrsplanung zum BER. Es werden alle im Stau stehen oder in vollen Zügen.

  4. 13.

    Die Uberflughöhen vom BER und Tempelhof sind aber schon deutlich anders, wenn man sich die Entfernung von beiden Flughäfen ansieht.
    In Baumschulenweg hatte man damals das Gefüh,l die Flugzeuge Streifen gleich das Dach.

  5. 12.

    Die Menschen in Spandau, Reinickendorf und Pankow durften seit 20 Jahren auf den Konsensbeschluss vertrauen und haben ihr Leben entsprechend eingerichtet. Man kann Fluglärm vielleicht ertragen, wenn man weiß, dass er in einigen Jahren weg ist. Aber wenn es nun zu einer Offenhaltung käme, dann fühlen sich genau die Menschen bestätigt, die schon immer wussten, dass man der Politik nicht vertrauen darf.

  6. 11.

    Die Welt steht jeden Sommer in Flammen. Jedes Jahr werden neue Hitzerekorde auf der Welt aufgestellt. Das Meer wird immer wärmer. Und in einer reichen Industrienation diskutiert man die Frage, ob man nur einen Riesen-Flughafen will oder noch einen zweiten Flughafen mit dem man der Erde richtig schön einheizen kann.

    Jeden Tag wird mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Die Arbeit besteht daraus eine Wirtschaft am Leben zu halten, die immer mehr fossile Brennstoffe verbrennt. Zur Erholung wird mit dem Flugzeug gereist oder mit dem Kreuzfahrtschiff ordentlich Treibstoff verbrannt.

    Und die Leute tun so als beträfe es sie nicht.

  7. 10.

    Dann wären wir das "Erste" Deutsche Bundesland ohne Flughafen. Auch ein Fortschritt

  8. 9.

    Ich wohne in OSW; der BER wird mir – je nach Windrichtung – etliche Maschinen übers Haus schicken. Kenne ich noch von Tempelhof; das war manchmal ziemlich ätzend, vor allem das bohrende Pfeifen der Businessjets. Trotzdem bin ich dafür, Tegel endlich zu schließen. Natürlich nicht, weil ich den Anwohnern Lärm und Dreck ersparen will. Und schon gar nicht, weil Berlin diese Flächen dringend für Wirtschaft und Wohnen braucht. Sondern weil ich ein „Mimimi-Gutleut“ bin! Prust …

  9. 8.

    zum Glück müssen Sie das nicht verstehen, über die Zulassung wurde schon entschieden, der Volksentscheid hat schon ein Ergebnis gehabt. Das könnten Sie ja einfach mal akzeptieren. Der Senat hat beschlossen, das Ergebnis nicht umzusetzen. Dessenungeachtet hat sich der BER Untersuchungsausschuss über den Betrieb in Tegel informiert.

  10. 7.

    Da der Volksentscheid ein rechtswidriges Ziel verfolgt hat, ist es mir unverständlich, warum er überhaupt zugelassen wurde.

  11. 6.

    Diese Gedankenspiele sind ein Resultat aus dem Tegel-Volksentscheid letztes Jahr. "... Der Berliner Senat wird aufgefordert, sofort die Schließungsabsichten [von TXL] aufzugeben und alle Maßnahmen einzuleiten, die erforderlich sind, um den unbefristeten Fortbetrieb des Flughafens Tegel als Verkehrsflughafen zu sichern!" (https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/BU2017/afspraes/ve/index.html) ist die Beschlusslage.

    Da vor diesem Hintergrund der aktuelle BER-U-Ausschuss beschloss, sich ein Bild vom Zustand Tegels zu machen - und da die Opposition im AGH an Tegel festhalten will, ist der Flughafenchef gezwungen, sich damit zu beschäftigen - auch wenn er das wohl selbst nicht wollte: https://www.rbb24.de/politik/Flughafen-BER/BER-Aktuelles/akteure_aktuell/2018/10/untersuchungsausschuss-tegel-besuch.html

  12. 5.

    Mir ist der Fluglärm so was von auf die Nerven gegangen, dass ich aus Klein-Pankow weggezogen bin. Es ist nicht mehr wie früher, dass ab und zu mal ein Flieger kommt, sondern die starten oder landen alle 1-2 Minuten bis spät in die Nacht. Und die Maschienen kommen auch nicht von weit her wie man denken würde.

    Die meisten kommen aus Westeuropa oder Westdeutschland mit dem Flugzeug obwohl es so nahe ist. Das ist eine unfassbare Verschwendung von Treibstoff.

    Das Klima ist jetzt schon versaut durch all die Dürren (zB in Europa, Afrika, Mittelamerika, Australien, Indien) und die wirklich krassen Hitzewellen die es schon gab (auf der Nordhalbkugel, Australien, Indien etc). Wie unglaublich dumm und ignorant die Leute sind.

    Auch der BER wird seinen Beitrag zur Klimakatasrophe leisten, die die Menschen in anderen Regionen der Welt jetzt schon spüren. Etwa durch Ernteausfälle, Mangelernährung und Hitzetote.

  13. 3.

    Die Minimierung der Verkehre am TXL ist doch erklärtes Ziel uns damit die Verkleinerung des Airport,mit Nachtflugverbot von 2200 bis 0700, wie es mal war. Einhergehend erfolgt die Entlastung der Bewohner. Damit kann uns würde ich als Berliner, der zeitlebens im Anwendung Abflugbereich von TXL lebt, gut leben. Nur die Neuberliner, denen das Investment bedroht erscheint uns die neuen Mimimi-Gutleute möchten die Schließung und fliegen dann vom BER über die Köpfe anderer Menschen.
    Pro Tegel! !!

  14. 2.

    Ich bin auch ein wenig verwundert, warum da jemand solche Gedankenspiele in die Welt hinausposaunt. Die Betriebserlaubnis des Flughafens Tegel ist widerrufen, es handelt sich um einen Flughafen in Schließung, der nur noch maximal sechs Monate nach BER-Eröffnung betrieben werden darf. Eine neue Betriebserlaubnis für einen Flughafen direkt neben dichter Wohnbebauung ist glücklicherweise nicht zu bekommen. Von daher verstehe ich den Flughafenchef nicht, wenn er irgendwelche Gedanken an ein solches abwegiges Szenario verschwendet.

  15. 1.

    Kann diese Zombie-Diskussion um Tegel bitte beerdigt werden?

    Danke.

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