Flughafen Berlin Tegel (Quelle: imago/Jürgen Ritter)
Video: rbb|24 | 06.01.2018 | Material von Brandenburg Aktuell und ARD Aktuell | Bild: imago/Jürgen Ritter

Warnstreiks auf Berliner Flughäfen - In Tegel fallen mindestens 40 Flüge aus

Vor dem Warnstreik des Sicherheitspersonals der Berliner Flughäfen am Montagmorgen haben die Airlines bereits reagiert und zahlreiche Flüge von Tegel und Schönefeld abgesagt. Andere Flugverbindungen werden um mehrere Stunden verschoben.

Wegen des angekündigten Streiks des Sicherheitspersonals an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld werden am Montag zahlreiche Flüge gestrichen. Mindestens 40 in Tegel geplante Abflüge werden annulliert, wie ein Flughafensprecher am Sonntag mitteilte. In Schönefeld sind mindestens fünf gestrichene Abflüge sowie 24 verspätete Flüge zu erwarten. Diese Zahlen könnten aber noch steigen.

 

In Tegel wurden unter anderem insgesamt acht Lufthansa-Verbindungen mit Frankfurt beziehungsweise München annulliert. Die betroffenen Passagiere können ihre Tickets zur Fahrt mit der Bahn einsetzen. In Schönefeld fallen der Webseite der Berliner Flughäfen zufolge unter anderem Verbindungen von Easyjet und Ryanair nach Basel, Krakau und Budapest aus. Auch ein Aeroflot-Flug nach Moskau wurde gestrichen.

Andere ursprünglich für den frühen Morgen geplante Abflüge werden um einige Stunden auf den späteren Vormittag oder den Nachmittag verlegt. Auch nach Streikende sei mit Auswirkungen zu rechnen. Der Flughafensprecher riet Reisenden, sich vor der Fahrt zum Flughafen bei den Airlines zu erkundigen.

Warnstreik für bessere Bezahlung des Sicherheitspersonals

Der Grund ist ein vierstündiger Warnstreik des Sicherheitspersonals, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Samstag aufrief. Die Aktion soll um 5.00 Uhr beginnen und bis zu vier Stunden dauern.

Verdi erklärte, mit dem Warnstreik solle "ein erstes Signal" an die Arbeitgeber gesendet werden, ein verhandlungsfähiges Angebot für die rund 23.000 Beschäftigten im Bereich der Sicherheit an deutschen Flughäfen vorzulegen. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen habe auch in der vierten Verhandlungsrunde vor Weihnachten "ein völlig unzureichendes Angebot" unterbreitet.

Weitere Arbeitskämpfe nicht ausgeschlossen

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro. "Weitere Arbeitskämpfe auch an anderen deutschen Flughäfen sind nicht ausgeschlossen", kündigte Verdi an. Die Ferienzeit der einzelnen Bundesländer sollten dabei jedoch berücksichtigt werden.

Nach den letzten Gesprächen hatte Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite, gesagt: "Verdi will scheinbar keinen Tarifvertrag verhandeln, sondern lieber streiken." Nach seiner Darstellung habe die Gewerkschaft stur an der Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro festgehalten. Das würde in einzelnen Tarifgebieten bis zu 55 Prozent mehr Geld bedeuten. Die Arbeitgeber hätten zwei bis 8,1 Prozent mehr pro Jahr angeboten.

Sendung: Abendschau, 06.01.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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78 Kommentare

  1. 77.

    Na also. Voller Erfolg heute. SXF komplett zu und TXL fast komplett zu. Das zeigt die Kampfbereitschaft der Angestellten. Selbst ein Großteil der Passagiere hatte Verständnis, trotz der leider unvermeidlichen Schwierigkeiten. Zeit, dass der AG sich bewegt und gerade in Tegel die extremen Arbeitsbedingungen würdigt.

  2. 76.

    Warum sollte er sich schämen?

    Was tut Verdi z.B für die Speditionsbranche? Da werden die extrem niedrigen Gehälter gerne mit Wettbewerbsdruck gerechtfertigt. Die liegen für gewerbliche Mitarbeiter knapp über Mindestlohn und für kaufmännische Angestellte nicht viel höher.
    Die Mitarbeiter stehen ebenfalls unter gehörigem Druck durch "just in time delivery"

    Es zählt eben auch nicht, was ich einmal für einen Beruf gelernt habe oder was für einen Abschluß ich gemacht habe. Die Entlohnung richtet sich nach meiner ausgeübten Tätigkeit, nur mal so zum Verständnis.

    ich kann jeden verstehen, der sich an der geforderten Höhe des Stundenlohns stört. Der Unterschied zu anderen Berufsgruppen ist doch eklatant.

  3. 75.

    Bei jedem ist außer der Eigenvantwortung auch die Entscheidungsfreiheit. Weggucken scheint vielen bequemer. Und „Ich allein kann ja doch nichts ändern.“ - was nicht stimmt! ZB ein Fluss - viele Tropfen.

    Das Maß der Dinge müssen nicht Messapparaturen hilfloser Umweltbehördensein, deren Berichte wir dann schulterzuckend wegklicken.

    Unsere Wahl ist was wir kriegen, was wir selbst entscheiden: „Ich muss nicht fliegen, ich muss das Auto nicht benutzen - ich will das, aber ich muss es nicht. Ich könnte mir mehr Mühe geben. Dazu hab‘ ich keine Lust. Punkt. OK, ich will den allgemeinen Dreck!“

  4. 74.

    NOx und Feinstaub töten laut WHO ca. 7-8 Mio. Menschen. Der Klimawandel tötet nicht genug von uns. Man sieht ja, dass uns weltweit über 1 Million Verkehrstote auch nicht interessieren. Die Schmerzgrenze liegt also scheinbar irgendwo dazwischen. Auch historische Werte legen nah, dass 5 Mio. eine Art Schwellwert zu einem höheren Level der Empörung darstellen und zum Handeln darstellen.

  5. 73.

    Super Antwort. Sei nur erwähnt, das wir jedes Jahr etlichen Test und Kontrollen ausgesetzt sind, wie in keinen anderen Beruf. Das bei richtig schlechten Arbeitsbedingungen.

  6. 72.

    Ohne Hintergrundwissen unqualifizierte Bemerkungen machen.
    1. Es wurde wenigstens auf die Ferienzeit Rücksicht genommen, damit es nicht etliche Familien trifft, die vielleicht nur einmal im Jahr fliegen (können).
    2. Abgeschlossene Berufsausbildung war Einstellungsvorraussetzung
    3. Selbst wenn es alles Schulabbrecher wären, würden sie heute sich selbst versorgen und nicht dem Staat auf der Tasche liegen. Ist doch auch toll, oder? Aber mit Abitur bis 40/45 tote Wissenschaften studieren ist natürlich wesentlich produktiver.
    4. Jeder hat das RECHT, das maximale für seine Tätigkeit zu erkämpfen, mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen und sollte dies auch machen.
    5. Die Erhöhung der Stundenlöhne würde sich auf die Ticketpreise höchstens im Centbereich auswirken.
    Einfach mal drüber nachdenken, bevor man sich unqualifiziert äußert.

  7. 71.

    das mag zutreffen, aber dieses Thema wird in der NOx Debatte immer ausgenommen ( warum ? ) , statt dessen ist die in 4 Meter Höhe auf einer Verkehrsinsel angebrachte Meßstaion das Maß aller Dinge...& Verbote

  8. 70.

    "... und selbst wenn, der Flieger fliegt doch, also der Umwelt kommt nichts zu Gute." Auf Dauer wird kein Unternehmen die Flieger leer starten lassen.

    Einen Anfang könnten alle bei kurzen Strecken machen, indem die Bahnbenutzung den Vorzug erhält. Denn zum Fliegen brauche ich vor- und hinterher eine Menge Transferzeit, so dass die gedachte "Zeiteinsparung" gar nicht gegeben ist.

    Es geht! Muss nur gemacht werden.

  9. 69.

    lebhafte Debatte, z.T gehen die Kommentare am Thema vorbei- meine Antworten auf Beiträge inkl.- aber viele Flüge fallen morgen definitiv aus zum Ärger etlicher Reisender. Die Zuverlässigkeit gebuchter Flüge steht zur Disposition

  10. 68.

    Es gibt ja auch Alternativen zum Fliegen. Z.B. darüber nachdenken, ob und wie es „ohne“ geht. Aber das würde nicht zur „Titanic“ passen.
    Gleichwohl: „Angesichts des zunehmenden Luftverkehrs und des hohen Kerosinverbrauchs werden die durch Flugreisen verursachte Klimaschädigung und die Umweltverschmutzung zu einem weltweiten Problem. ... ist der Ausstoß von CO2 in großer Höhe klimaschädlicher als eine gleiche Menge Emissionen am Boden. ... dass der Gesamtbeitrag des Flugverkehrs zur Klimaerwärmung wegen der größeren Schädlichkeit der Schadstoffe in großen Flughöhen global gemittelt zwei- bis viermal höher ist als bei entsprechenden Emissionen am Boden.“ Vgl. „Flugreise“ - Wikipedia.

  11. 67.

    Entgegen d. Meinung mancher hier [die vermutl. selbst genug verdienen], glaube ich nicht, dass 20.-- € zuviel/übertrieben sind für das Personal, das für unseren Schutz u. unsere Sicherheit beim Fliegen zuständig/verantwortl. ist. erade bei den heitigen Lebenshaltungskosten [Mieten !] insbes. in Ballungsgebieten. Schliesslich ´verdienen´ andere ´Un- und Angelernte´ [Fussballer, sog. Stars, Schauspieler, Influencer, Werbegesindel u. ähnl. ´Fachkräfte´] teilw. deutl. - und unkritisiert - mehr ! Und wer unbedingt [viel] fliegen will, kann das f. sine Sicherheit auch bezahlen. Wem´s zu teuer ist: Einfach das Fliegen einschränken od. ganz lassen !
    MfG. B.W.

  12. 66.

    " Fragen Sie nicht was ich schon alles erlebt habe. " kann ich mir vorstellen , die Motivation steht und fällt mit der Wertschätzung und die zeigt sich in der Vergütung bzw. Bezahlung , eine durchaus lineare Beziehung. Allgemein gesehen wird das Fliegen so nach und nach unakttraktiever , die Bahn bietet derzeit auch keine verläßliche Alternative, also das Auto, aber das ist ja z.Zt. Staatsfeind Nr 1

  13. 65.

    " Aber Deutschen scheint behandelte Gesundheit (Krankenpfleger, Pflegepersonal etc.) nicht viel wert zu sein.."

    den Deutschen wohl doch, aber nicht den Arbeitgebern des Pflegepersonals, inzwischen müssen wegen der verbindlichen Vorgaben bereits Stationen geschlossen werden , aber ... Deutschland ist ein reiches Land und es geht uns gut... wie lange noch ?

  14. 64.

    " eine Krankenschwester, die täglich Leben rettet " das tut sie ja nicht dauernd , aber sie ist unverzichtbar, Der Mangel an diesen Kräften wird ja nun häufig thematisiert, ändern tut sich nichts Tausende sollen eingestellt werden, aber woher nehmen ? die Umwandlung der Kliniken in profitorientierte Unternehmen ist die Hauptursache der Misere und betrifft auch die Krankenhausärzte . Das Pflegepersonal kann sich umorientieren, die Ärzte nicht, da sie auf die Weiterbildung zum Facharzt auf die Kliniken angewiesen sind.

  15. 63.

    " Streik ist schön und gut, aber leiden tun halt andere." das ist ja der Sinn des Streicks um Druck auf den Arbeitgeber auszuüben. Ohne Folgen für die Kundschaft würde der Streick verpuffen.

  16. 62.

    wie man lesen kann, ist die Bahn auch nicht sonderlich zuverlässig und selbst wenn, der Flieger fliegt doch, also der Umwelt kommt nichts zu Gute

  17. 60.

    Ja weil es so ist. Habe jeden Tag am Einlass mit ihnen zu tun. Man hat den Eindruck das jeder für diesen Beruf genommen wird. Ich musste eine dreieinhalbjahrige Ausbildung machen und darf Flugzeuge warten/reparieren und bekomme nicht soviel. Und dann stehen die den ganzen Tag nur Rum und quatschen. Und wenn es kalt ist gehen die lieber rein als draußen Wache zu schieben. Fragen Sie nicht was ich schon alles erlebt habe.

  18. 59.

    Naja, es ist eher das, was wir aus Marktwirtschaft machen. in anderen Ländern werden viele Berufe anders angesehen und bezahlt als hierzulande. Aber Deutschen scheint behandelte Gesundheit (Krankenpfleger, Pflegepersonal etc.) nicht viel wert zu sein, zumindest im Vergleich zu Sicherheitspersonal am Flughafen.

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