Archivbild: Ein Airbus A319 der deutschen Fluggesellschaft Germania hebt am 02.01.2018 vom Flughafen Stuttgart ab. (Quelle: dpa/Christoph Schmidt)
Bild: dpa/Christoph Schmidt

Angeschlagene Berliner Airline - Germania hat offenbar Investoren gefunden

Die Berliner Airline Germania steckt in finanziellen Schwierigkeiten, sogar über einen Verkauf wird schon spekuliert. Doch nun der Lichtblick: Das Unternehmen hat offenbar Investoren gefunden, die auch schon ihre Unterstützung verbindlich zugesagt haben.

Die Berliner Fluggesellschaft Germania sieht nach eigener Aussage gute Chancen, die gegenwärtigen Finanzschwierigkeiten zu überwinden. Gespräche mit potentiellen Investoren würden positiv verlaufen, zitiert die Touristik-Fachzeitschrift "fvw" am Donnerstag aus einem Schreiben von Germania-Chef Karsten Balke an die Mitarbeiter. Demnach hat Fluggesellschaft erste verbindliche Zusagen, um ihre Finanzierungslücke zu decken. Die ersten beiden größeren Beträge stünden schon am Donnerstag zur Verfügung.

"Wir sind zuversichtlich, die darüber hinaus noch ausstehenden Mittel in Kürze ebenfalls sichern zu können", schreibt Balke laut "fvw". Das ernsthaft geäußerte Interesse der Investoren stimme die Geschäftsführung optimistisch, dass Germania auch weiterhin als unabhängige Fluggesellschaft bestehen könne. Nähere Angaben zu den Investoren oder zur Summe machte Balke nicht.

CDU: Senat muss Hilfe anbieten

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Airline in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Gründe für die finanzielle Schieflage seien neben dem zunehmenden Konkurrenzdruck, der steigende Kerosinpreis und außergewöhnlich viele Serviceleistungen, die angefallen seien, teilte Germania mit. Zu den Belastungen trug ebenfalls die Bestellung von 25 Airbus-Mittelstreckenjets bei, deren Auslieferung sich verzögert. Künftig will Germania mit einer reinen Airbus-Flotte unterwegs sein, um Kosten zu sparen.

Unterdessen hat die Berliner CDU-Fraktion den Berliner Senat aufgefordert, mit dem Unternehmen Gespräche zu führen "und auszuloten, welche Hilfen nach ersten Zusagen eines Investors noch nötig sind, um es mit seinen rund 1.200 Mitarbeitern dauerhaft in unserer Stadt zu sichern".  Weder von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop noch vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gebe es bislang eine Reaktion, kritisierte der wirtschaftspolitische Sprecher Oliver Friederici laut einer Mitteilung vom Donnerstag.

Jährlich mehr als vier Millionen Passagiere

Dem Luftfahrt-Portal "aerotelegraph.com" (Dienstag) zufolge soll auch ein Verkauf der Gesellschaft erwogen worden sein. Offen ist, ob diese Frage vom Tisch ist. Dem Bericht zufolge benötigte Germania bereist kurz vor dem Jahreswechsel 20 Millionen Euro, um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Eine Germania-Sprecherin wollte diesen Bericht auf Nachfrage der Nachrichtenagentur DPA nicht kommentieren.

Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte. Sie betreibt 35 Mittelstreckenjets und ist neben Linienflügen auch für viele Reiseveranstalter unterwegs. Außerdem hatte sich das Unternehmen mit Sitz in Berlin den Werksverkehr für den Flugzeugbauer Airbus gesichert. Jährlich fliegen demnach mehr als vier Millionen Passagiere mit Germania.

Sendung: Inforadio, 10.01.2019

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Antwort auf [Farha Katia] vom 14.01.2019 um 13:42
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1 Kommentar

  1. 1.

    Bitte Germania helfen. Das ist die einzige Gesellschaft, die DIREKT von Zurich nach Beirut fliegt.
    Ich werde sogar mehr für den Flug zahlen. Es ist für uns als Familie sehr praktisch einen direkten Flug zu bekommen.
    Ich schlage euch die Preise ein wenig zu erhöhen, um die Kosten zu decken.
    Bin nur eine Kundin, die ehrlich ist.
    Hoffentlich gibt es noch Germania noch paar Jahren.
    Viel Erfolg und hoffentlich werden viele Investoren sich melden.
    Schöne Grüsse

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