Archivbild: Zwei junge Frauen fahren mit ihrem Kanu über spiegelglattes Wasser auf dem Finowkanal zwischen Zerpenschleuse und Finowfurt nordöstlich von Berlin. (Bild: dpa/Peter Zimmermann)
Bild: dpa-Archivbild/Peter Zimmermann

Bund will Wasserstraße offenbar behalten - Streit um Finowkanal könnte bald gelöst sein

Der festgefahrene Streit über die Zukunft des Finowkanals in Nordosten Brandenburgs könnte bald gelöst sein. Entgegen früheren Aussagen will der Bund die Fahrstrecke offenbar doch weiter betreiben. Das geht aus einer Mitteilung des Präsidenten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, Hans-Heinrich Witte, hervor.

Zugleich erneuerte Witte sein Angebot, sich an den Investitionen in die Anlagen zu beteiligen. Die Brandenburger Landesregierung bestätigte die Aussagen bisher nicht, teilte aber mit, dass ein Schreiben der Schiffahrtsverwaltung eingegangen sei, dass nun geprüft werde.

Wirtschaftliche Bedeutung sinkt, aber wichtig für den Tourismus

Der 32 Kilometer lange Kanal, der als älteste, noch schiffbare künstliche Wasserstraße Deutschlands gilt, gehört derzeit dem Bund, der damit auch für die zwölf zum Teil stark sanierungsbedürftigen Schleusen und zwei Brücken zuständig ist. Der Finowkanal verbindet die Havel mit der Oder. Wegen der parallel verlaufenden Havel-Oder-Wasserstraße verlor er zuletzt immer mehr an Bedeutung für den Güterverkehr. Seit den 1990er Jahren wurde er aber immer interessanter für den Wassertourismus.

Der Bund ist seit Mitte der 1990er Jahre dabei, Kanal und Anlagen zum Beispiel an die Anrainergemeinden zu übertragen. Zugleich bot er an, die Hälfte der Kosten für die Grundsanierung von Schleusen und Brücken zu übernehmen.

Streit um Kostenübernahme

Zwar zeigten sich die Kommunen bereit, eigene Gelder für den Erhalt des Schleusenbetriebs bereitzustellen - Streitpunkt blieben aber die Kosten für den Kanal. Die Landesregierung vertrat bisher die Auffassung, der Bund sei für die Infrastruktur des Finowkanals als Bundeswasserstraße allein zuständig und dürfe aus seiner Verantwortung nicht entlassen werden. Zumal es auch um weitere Wasserstraßen gehe, von denen sich der Bund trennen wolle.

Für den Barnimer Landrat Daniel Kurth (SPD) ist die neue Position des Bundes ein "Meilenstein" auf dem Weg zu einer dauerhaften Lösung. Der Bund habe verstanden, dass die Gemeindendas finanzielle Risiko nicht tragen könnten, sagte Kurth im rbb. Allerdings stehe man "erst ganz am Anfang neuer Gespräche". Im Sommer 2018 hatten die Anliegergemeinden eine Übernahme des Kanals abgelehnt mit Hinweis auf die Kosten abgelehnt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.01.2019, 09.30 Uhr  

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