Symbolbild- Menschen an Geldautomaten in Berlin (Bild: imago/Bonn-Meuser)
Audio: rbb | 15.01.2019 | Anke Michel | Bild: imago/Bonn-Meuser

rbb|24-Datenanalyse zu Einkommen - So viel verdienen Berliner und Brandenburger im Vergleich

Die Einkommen der Einwohner in Berlin und Brandenburg unterscheiden sich zum Teil erheblich, je nachdem, in welchem Bezirk oder Landkreis jemand wohnt. Das zeigen die Entgelte für Vollzeitsjobs, die rbb|24 verglichen hat. Von Götz Gringmuth-Dallmer

Jobs gibt es derzeit reichlich in Berlin und Brandenburg, die Arbeitslosenzahlen liegen auf Rekordtiefs. Aber: Was bekommen die Menschen eigentlich für ihre Mühen? Zahlen der Arbeitsagentur, die rbb|24 ausgewertet hat, zeigen: Es gibt bezogen auf den Wohnort deutliche Einkommensunterschiede.

So leben beispielsweise im Südwesten Berlins, in Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg viele Menschen mit hohem Einkommen - deutlich schlechter verdienen die Bewohner des Berliner Ostens, aber auch die von Spandau und Neukölln. Eine ähnliche Spreizung der Einkommen gibt es in Brandenburg: So verdienen Beschäftigten, die in den Umlandlandkreisen von Berlin leben - insbesondere in Potsdam - deutlich besser als Angestellte in der Prignitz oder in Elbe-Elster.

Große Unterschiede beim Medianeinkommen

Die Grafik zeigt das Medianeinkommen an den Wohnorten der Beschäftigten. Dieser Wert gibt das mittlere Einkommen wieder: Die Hälfte der Beschäftigten verdient weniger als dieser Wert, die andere Hälfte mehr. Ausschlaggebend ist immer der Wohnort, wie viele Menschen an einem anderen Ort arbeiten, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen. Datenbasis sind Angaben der Bundesagentur für Arbeit über die Einkommen von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten (Stand: 31.12.2017).

Das höchste Medianeinkommen in Berlin lag 2017 in Charlottenburg-Wilmersdorf mit 3.573 Euro brutto, in Marzahn-Hellersdorf sind die Einkommen berlinweit auf dem niedrigsten Niveau mit 2.647 Euro.

In Brandenburg bleiben die Werte für das Medianeinkommen meist hinter Berlin zurück. Den höchsten Wert gibt es in Potsdam (3.038 Euro), Schlusslicht ist die Prignitz (2.292 Euro). Sechs Landkreise und kreisfreie Städte liegen unterhalb Marzahn-Hellersdorf.

Der Arbeitsagentur liegen zudem Angaben zu Einkommen bis zur Betreigsbemessungsgrenze - also dem Wert bis zu dem Sozialversicherungsbeiträge anteilig steigen. 2017 lag die Beitragsbemessungsgrenze zur Renten- und Arbeitslosenversicherung in den neuen Bundesländern bei einem Bruttoeinkommen von 5.700 Euro. Aus den Daten der Arbeitsagentur lässt sich also auch ablesen, wie hoch der Anteil derer in einem Bezirk oder Landkreis ist, die mehr verdienen.

Am häufigsten sind Beschäftigten mit einem hohen Einkommen in Steglitz-Zeghlendorf anzutreffen (14,3 Prozent), knapp gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf (14,2 Prozent). Am Ende dieser Skala liegen Lichtenberg (3,1 Prozent) und Marzahn-Hellersdorf (2,9 Prozent).

In Brandenburg beziehen vor allem Bewohner von Potsdam hohe Einkommen (liegen also über der Bemessungsgrenze), gefolgt von den Beschäftigten aus Potsdam-Mittelmark und Oberhavel. Anders aus sieht es in der Uckermark, Elbe-Elster, Frankfurt (Oder), Ostprignitz-Ruppin und Prignitz aus: Hier bezieht weniger als ein Prozent ein Einkommen über 5.700 Euro im Monat.

Die meisten niedrigen Einkommen in Oberspreewald-Lausitz

Um aufzuzeigen, wie hoch der Anteil der Beschäftigen mit niedrigem Einkommen ist, hat rbb|24 eine Grenze bei 2.000 Euro brutto gesetzt und den entsprechenden Anteil aus dem Datensatz der Arbeitsagentur herausgefiltert.

Auch hier wird deutlich, dass Beschäftigte, die weniger gut verdienen, sehr unterschiedlich häufig in Berlin anzutreffen sind. Sie machen 26 Prozent der Beschäftigten in Marzahn-Hellersdorf aus, den niedrigsten Anteil in dieser Gruppe hat Pankow mit 13,8 Prozent.

In Brandenburg ist der Anteil der geringen Einkommen in Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Oberhavel und im Havelland am niedrigsten. Mehrere dieser Regionen weisen auch den größten Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit einem Einkommen bis 2.000 Euro brutto auf. Spitzenreiter ist mit 35,2 Prozent der Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Die Arbeitslosenquote in Brandenburg lag 2017 übrigens mit sieben Prozent um zwei Prozent niedriger als in Berlin (neun Prozent). Das zeigt: Eine hohe Beschäftigungrate bedeutet eben nicht automatisch auch ein gutes Einkommen für alle.

Beitrag von Götz Gringmuth-Dallmer

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16 Kommentare

  1. 16.

    Was wollen Sie damit nun sagen? Dass Sie viele Angebote haben und dennoch nicht genug bekoommen? Dann gehen Sie nach Bayern... Was wollen Sie?

  2. 15.

    ich erfahren gerade Lohndumping am eigenen Leib. Mit 30 Jahren Erfahrung im Vertriebsinnendienst habe ich bisher in Berlin für 40 Std. Arbeit monatlich ca. 3.000€ Brutto (2.000€/Netto)verdient, in Bayern und Umgebung ca 4.000 €, in Potsdam wurde mir 2.500 (1.500) geboten und nur wenige Meter weiter in Beelitz, Michendorf, Seediner See etc. 2.000 - 2.200 €.
    Das wären ca. 1.000€ Netto - eine Frechheit, denn diese Unternehmen waren nicht klein und haben gute Gewinne erwirtschaftet, dennoch wird der Angestellte wie eine Zitrone ausgepresst.Warum? weil es leider noch immer genug Menschen gibt, die lieber für 1.000€ arbeiten als gar kein Einkommen zu haben...

  3. 14.

    Lieber Jörg,

    Grundlage der hier präsentierten Statistik sind Sozialversicherungsbeiträge, die von Arbeitgebern für ihre Angestellten abgeführt wurden. Sie können sicher davon ausgehen, dass kein Arbeitgeber mehr an die Kassen abführen wird als er muss. Demnach ist obige Statistik die vieleicht genaueste Statistik, die sie zum Einkommen von regulär beschäftigten Arbeitnehmern bekommen können. Auf jeden Fall genauer als alles, was sie mit irgendwelchen Umfragen herausfinden wollen.

  4. 13.

    Gehen Sie mal auf das Dorf und fragen anonym was die Leute wirklich verdienen. Gern auch in Potsdam und Berlin. Fragen Sie die Leute im Bus und auf dem Fahrrad. Fragen Sie die die jüngeren und älteren. Fragen Sie wilkürlich 1000 Menschen in Berlin und Brandenburg und nehmen Sie den Durchschnitt. Fragen Sie im Einkaufladen und in der Tankstelle. Fragen Sie die Hastigen. Ich gebe zu es ist schwierig ein Statistik zu präsentieren, es ist auch kein Vorwurf an Sie persönlich. Jedoch schauen Sie nach Frankreich, England, Belgien usw. die "Leute" ist nicht aus Spaß unzufrieden. Die oben präsentierte Statistik ist offen gesagt Mist respektive nicht aussagekräftig., ich glaube nicht, dass diese die aktuelle Verhältnisse widerspiegeln kann oder tut. Abschließend wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg, denn im Grunde mag ich Sie als "Firma". MfG.

  5. 11.

    Vollzeit - gefühlt, wie jedes Mal nach diesem jährlichen Bericht, Sozialhilfempfänger. Ich beglückwünsche die oberen 10.000, sie dominieren die Statistik und zeigen uns immer wieder, dass man(die 10.000) alles kaufen kann. @rbb, traut Ihr euch zu mal reale Zahlen zu publizieren. Da müsste man aber ein wenig mehr recherchieren - not copy paste. Zeigt mal ob Ihr Brandenburg "oder" Geld seid. Danke und viele Grüße.

  6. 10.

    Danke für Ihr Feedback. Wir haben die Überschrift in "So viel verdienen Berliner und Brandenburger im Vergleich" geändert und den Teasertext angepasst.

  7. 9.

    Ich finde diesen Spruch einseitig.
    Augen auf und dann? Sollen alle nur noch Abitur machen, studieren und Akademiker werden? Wie ist das möglich? Die Berufswahl hat damit nichts zu tun, sondern dass Menschen sich für andere nicht mehr einsetzen und alles so hinnehmen wie es ist. Kein Arzt oder Richter kämpft freiwillig dafür, dass Friseure, Floristen, Bäcker, Reinigungskräfte, Pflegekräfte usw. mehr Gehalt bekommen. Aber diese Arbeiten sind nun einmal auch wichtig und müssen weiterhin bestehen. Eigentlicher Musst, aber nun einmal nicht für den Kapitalismus nötig, ist eine Anpassung aller Gehälter. Wird aber nie passieren.

  8. 8.

    @rbb

    Die Überschrift "Wo in Berlin und Brandenburg gut verdient wird - und wo nicht" passt nicht zum Inhalt. Es wird aufgezeigt, wo Menschen mit höherem Einkommen wohnen. Nicht, wo sie es verdienen. Ich kann in Charlottenburg wohnen und in Spandau arbeiten.... Demnach würde ich wie erfasst?

  9. 7.

    Die Statistik erfasst nur Sozialversicherungspflichtige oberhalb der Bemessungsgrenze, d.h. Geringverdiener, Rentner mit geringem Einkommen sind nicht erfasst. Ebenso sind Beamte und Selbständige nicht berücksichtigt. Im Ergebnis ist diese Statistik ohne Aussagekraft hinsichtlich tatsächlicher Einkommensstrukturen. Bla Bla

  10. 6.

    Wo nehmen die eigentlich die Zahlen her??? Was sind das für Einkommen, ich glaube ich werde mal ein ernstes Wort mit meinem Arbeitgeber sprechen. Echt Leute da zieht mal überall mindestens ein Tausender ab...

  11. 5.

    Deswegen arbeite ich schon 10 Jahre in Berlin, und lebe in der Uckermark. Fahrkilometer für einen Tag 260km, Arbeitszeit dadurch 11h am Tag. Trotzdem ,Benzinkosten, mehr Gehalt als in der Uckermark.

  12. 4.

    Augen auf, bei der Berufswahl

  13. 3.

    Das ist ungerecht.

  14. 2.

    Was verdienen die Menschen dort, wo die Politker Arbeitszeiten und Einkommen von Leistungsträgern an der „Front“, welches die Politiker mittels deren Verwaltungen direkt beeinflussen: Polizei, Feuerwehr, Lehrer. Gerade im roten Brb. würde dann, 30 Jahre nach der Wende) die Lohnungerechtigkeit und heuchlerische Aussagen besonder deutlich zu Tage treten. Weitere Urteile/Gerichtsbeschlüsse werden wohl folgen. Die roten Verwaltungen sind fast immer unterlegen. Es kann sich wohl aber doch „rechnen“, weil 30jahrelang so die eigenen Leute benachteiligt wurden.

  15. 1.

    "Allerdings liegen der Bundesagentur für Arbeit nur Angaben zu den Einkommen vor, die unterhalb der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze von 5.700 Euro liegen." Na toll, dann falle ich ja in Hellersdorf schon durch das Raster... Was ist das denn dann für eine Statistik?!?

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