Eine Boeing 737 der Fluglinie Germania steht am Flughafen Berlin-Schönefeld
Bild: ZB

Medienbericht - Ex-Gesellschafter fordert 40 Millionen Euro von Germania

Das Management der Berliner Fluglinie Germania befindet sich offenbar in einem Rechtsstreit um eine teure Altlast. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" [externer Link] am Samstag berichtet, fordert der Sohn des Firmengründers Hinrich Bischoff, Erik, 40 Millionen Euro von Germania.

Erik Bischoff war 2015 aus der Beteiligungsgesellschaft ausgestiegen, welche damals die Flugzeuge Germanias hielt. Die Streitsumme verlangt der 52-Jährige als Ausgleich für seine Anteile. Die Unternehmensführung lehnt dies ab. Das Landgericht Cottbus hatte Bischoff im Oktober knapp zehn Millionen Euro plus Zinsen zugesprochen, womit dieser aber nicht zufrieden sei, so der Bericht.

Der Pressesprecher von Germania teilte am Samstag mit, dass die aktuellen finanziellen Probleme nicht durch diese Forderung ausgelöst worden seien.

Finanzierungsprobleme in einem schwierigen Markt

Die Führung der Airline hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass sie Finanzierungsprobleme hatte und nach Partnern suche, um den Liquiditätsbedarf kurzfristig zu sichern. Bereits am Donnerstag hieß es, dass mehrere Investoren verbindlich zugesagt hätten. Steigende Kerosinkosten, ein schwacher Euro gegenüber dem Dollar sowie Verzögerungen bei der Auslieferung bestellter Flugzeuge hatten die Kapitaldecke des mittelständischen Unternehmens schmelzen lassen. Der Flugbetrieb war nicht von den  Nachrichten betroffen und fand ohne Einschränkungen ab.

Der europäische Flugmarkt befindet sich derzeit im Umbruch und erlebt seit etwa zwei Jahren eine Häufung von Airline-Insolvenzen. Neben dem spektakulärem Aus der Air Berlin im August 2017 sind insbesondere viele kleinere und mittlere Unternehmen verschwunden, die kein Teil eines großen Netzwerk-Carriers wie der Lufthansa oder Airfrance-KLM sind. Allein im vergangenen September gingen mit Primera Air, Azur Air und Small Planet drei Firmen pleite, die von Berlin aus geflogen sind.

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