Ein Zug mit der Aufschrift "Heidekrautbahn" steht am 20.08.2018 Bahnsteig des modernisierten Bahnhofs Werneuchen (Brandenburg) (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Video: Abendschau | 10.01.2019 | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Halbstundentakt geplant - Neue Heidekrautbahn soll Wandlitz mit Berlin verbinden

Fahrgäste aus dem nördlichen Berliner Umland sollen die Stadt in einigen Jahren auch wieder über die sogenannte Heidekrautbahn erreichen. Ziel sei ein Halbstundentakt der Züge zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Klosterfelde bei Wandlitz (Barnim), teilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg am Donnerstag mit.

Die Heidekrautbahn führte bis zum Mauerbau von Berlin-Wilhelmsruh zum Wandlitzer Ortsteil Basdorf. Berlin und Brandenburg geben nun 760.000 Euro, um die Reaktivierung dieses Abschnitts zu planen. In Wilhelmsruh können Fahrgäste in die S-Bahn-Linien 1 und 26 umsteigen.

Strecke könnte in drei Jahren bedient werden

Auf der Strecke sollen Züge der Niederbarnimer Eisenbahn mit Tempo 80 fahren. Weil die Gleise weitgehend erhalten sind, vertritt das Unternehmen die Auffassung, der Betrieb könne in zweieinhalb bis drei Jahren aufgenommen werden.

"Für die wachsende Bevölkerung in Berlin und Brandenburg bedeutet die Reaktivierung mehr klimafreundliche Mobilität und weniger Belastung durch den Straßenverkehr", sagte Vorstand Detlef Bröcker.

Die Heidekrautbahn fuhr bis zum Mauerbau 1961 vom S-Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh aus. Anschließend wurde die Strecke an der Stadtgrenze zum Bezirk Reinickendorf gekappt und befuhr dann lediglich die Rumpfstrecke nördlich der Berliner Mauer ab Schildow (Oberhavel).

Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) betreibt ebenfalls unter dem Namen Heidekrautbahn eine Strecke von Berlin-Karow nach Basdorf (Barnim) und nutzt dafür ab Schönwalde die alte Heidekrautbahntrasse.

Die einstige Stammstrecke der Heidkrautbahn führte von Wilhelmsruh bis hoch nach Basdorf im Barnim (Quelle: rbb / Abendschau)Die einstige Stammstrecke der Heidkrautbahn führte von Wilhelmsruh bis hoch nach Basdorf im Barnim.

Sendung: rbb Um6, 10.01.2019, 18:00 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Viergleisig geht bei der Kremmener Bahn nicht.Der zweigleisige Ausbau reicht für den Betrieb von S Bahn und Regionalbahn. Ein Halt in Schoenholz waere für Umsteiger sinnvoller als ein Bahnhof in Wilhelmsruh,hier könnte eine Verknuepfung zwischen S1,S25/26 und RE6 bzw.RB27 stattfinden.

  2. 10.

    Schöne Idee mit dem RE6. Dazu müsste die Kremmener Bahn (S25) 2gleisig ausgebaut werden, evtl sogar 4gleisig. Seit der Demontage 1945 bis heute ist sie aber 1gleisig und anscheinend will das derzeit niemand ändern...

  3. 8.

    Heidekrautbahn kann man diese Strecke nur nennen, wenn der Zug bis nach Gross Schönebeck fährt. Dort ist ein Beginn der Schiffheide. Bin noch mit dieser Bahn gefahren, als man in Zerpenschleuse noch über die Kanalbrücke laufen musste, und dann ging es weiter nach Gr. Schöneb. mit der Kleinbahn.

  4. 7.

    Zwischen Schönwalde und Basdorf ist die Strecke nach wie vor in Betrieb. Nördlich von Basdorf spaltet sie sich. Südlich von Schönwalde wurde 1948-50 eine neue Verbindung zur Stettiner Bahn gebaut, wodurch heute Züge von und zum S-Bahnhof Karow fahren. Auf der alten Stecke der „Heidekrautbahn“ (eigentlich: Niederbarnimer Eisenbahn) wurde bald nach dem Mauerbau regelmäßiger Fahrgastverkehr nur noch bis Berlin-Blankenfelde und bis 1983 betrieben. Das (auch südlich Blankenfelde, Richtung Wilhelmsruh) noch vorhandene Gleis dürfte kaum einem modernen Bahnbetrieb genügen, muss als vermutlich erneuert werden. In Wilhelmsruh soll offenbar eine Gleisverbindung zur Nordbahn geschaffen werden, um die Züge von hier bis Berlin-Gesundbrunnen, also in die Berliner Innenstadt, weiterfahren zu lassen. Dazu dürfte auch der (Neu-) Bau eines Gleises von Wilhelmsruh bis Bornholmer Straße notwendig sein oder sollen die Züge der NEB die vorhandenen S-Bahn-Gleise mitnutzen. Wenn letzteres, wo werden sie halten

  5. 6.

    Die Strecke müsste auch schnell bis Gesundbrunnen erweitert werden, das wäre künftig auch für den RE6 aus der Prignitz wichtig. Die bisherige Strecke über Karow könnte man dann nach Lichtenberg/Ostkreuz verlängern.

  6. 5.

    So ich mich dunkel erinnern kann, fuhr die Heidekrautbahn vom Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh über Basdorf bis Groß Schönebeck. In Basdorf konnte in den Zug nach Liebenwalde umgestiegen werden. Natürlich fuhr sie auch wieder zurück von den Zielbahnhöfen!
    Solange der alte Stettiner Bahnhof/Nordbahnhof in Betrieb war (wohl bis 1952), gab es auch noch diese Verbindung von dort über Berlin-Gesundbrunnen.
    Ab August 1961 wurde dann die Anbindung der Heidekrautbahn an die S-Bahnstrecke Berlin - Bernau mit dem Bahnhof Berlin -Karow geschaffen, welche jetzt noch betrieben wird.

    Wenn man die Strecke reaktiviert mit einem 30 Minutentakt, d.h. 4 Züge je Stunde, dann sind die Verkehrsprobleme an den ebenerdigen Bahnübergängen schon vorprogrammiert. Insbesondere wohl am Wilhelmsruher Damm.

  7. 4.

    Wie genau soll Halbstundentakt gehen? Ist die Strecke nicht auch auf einem großen Stück eingleisig und führt durch Wohngebiete, dh. super nah an Wohnhäusern vorbei...? Wie genau will man das in einer halben Stunde inkl. diverser Haltestellen in eine Richtung zwischen Wilhelmsruh und Basdorf schaffen?

  8. 3.

    Liebe Redaktion, könnt ihr bitte noch eine Karte mit den Halten dazu abbilden? Danke.

  9. 2.

    Hinweis an den Redakteur: Karow (an der S-bahnlinie 2) ist ein Ortsteil von Pankow.

  10. 1.

    Nette Idee. Wäre schön, wenn in Berlin mal halbwegs was fahren würde.... Ist hier noch jemand, der von der "alten" Heidekrautbahn noch was weiß oder sogar mit ihr gefahren ist? Ein Erfahrungsbericht wäre echt schön....

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