Eine U-Bahn fährt am U-Bahnhof ab (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Wegen defekter Wagen - BVG dünnt Takt auf drei U-Bahnlinien aus

Fahrgäste der Berliner U-Bahn müssen demnächst etwas länger auf den nächsten Zug warten - zumindest auf den Linien U6, U7 und U9. Vor dem Hintergrund vieler defekter Wagen soll mit der Taktveränderung mehr Zuverlässigkeit in den Fahrplan gebracht werden.  

Auf mehreren Berliner U-Bahn-Linien kommen die Züge künftig seltener, weil die Wagen knapp sind. In der Hauptverkehrszeit gilt auf der Linie U6 künftig ein Fünf-Minuten-Takt, wie die BVG am Mittwoch mitteilte. Fahrplangemäß warten Fahrgäste dann 40 Sekunden länger auf den nächsten Zug als bisher. Auch auf der U9 wird der Takt um 40 Sekunden verlängert, dort kamen die Züge bisher alle vier Minuten.

U7 im 5-Minuten-Takt

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen damit Reserven bilden, um schnell Ersatz bereitstellen zu können, wenn ein Zug auf der Strecke defekt ist. Das soll längere Lücken im Takt verhindern und so vermeiden, dass sich zu viele Fahrgäste in einen Zug drängen, der dann nur noch langsam vorankommt.

Das hatte zuletzt vor allem auf den Linien 6, 7, 8 und 9 zu Störungen geführt. Um solche Staus zu verhindern, wird vom 4. März an auch auf der Linie U7 der Takt verlängert - um eine halbe Minute auf fünf Minuten. Mit der Anpassung können man wieder einen sauberen Takt anbieten und bei technisch bedingten Ausfällen auf der Strecke schnell Ersatz stellen, sagte eine BVG-Sprecherin am Mittwoch.

Baureihe F79: Mehr als die Hälfte stillgelegt

Hintergrund ist, dass die durchschnittlich 30 Jahre alten Züge der BVG häufiger in die Werkstatt müssen. 44 von 70 Wagen einer bestimmten Baureihe (F79) mussten sogar stillgelegt werden, weil sie nicht mehr zu reparieren sind. Erste neue U-Bahn-Wagen von Stadler sollen in diesem Jahr geliefert werden.

Der Berliner Fahrgastverband IGEB begrüßte die Maßnahme. Es werde schlechter, damit es besser werden könne, sagte Sprecher Jens Wieseke am Mittwoch im rbb. Das sei aber die einzige Möglichkeit, um insgesamt Stabilität zu erreichen.

Sendung: Abendschau, 30.01.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

24 Kommentare

  1. 24.

    .. Der neue Managertrend:" Kreisen schaffen, die dann selbst beseitigen und zum Helden/in werden "!

  2. 23.

    Im Allgemeinen benutze ich die Öffis recht gern. Man kommt weitestgehend stressfrei von A nach B und die Pünktlichkeit ist ausreichend.
    Doch Gedrängel, Sperrungen (wegen unnützer Demos oder weil den Verantwortlichen leider zu spät eingefallen ist, dass man an einer gerade sanierten Stelle eigentlich noch was zu erledigen hätte) und das Verhalten diverser Fahrgäste können einem diesbezüglich doch sehr die Lust nehmen.
    Ich würde mir schon lange wünschen, dass die Straßenverkehrsordnung in Deutschland etwas liberaler wäre:
    Dürfte man auch auf Bürgersteigen, Waldwegen etc. motorisierte Kleinstfahrzeuge (wie Segways oder E-Boards) benutzen, ich wäre sowas von glücklich!

  3. 22.

    Seit geraumer Zeit versucht der Senat alles, damit die Berliner ihr Auto stehen lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, was sich auch durch die erhöhten Fahrgastzahlen belegen lässt.
    Ist das die Antwort darauf, oder einfach nur politisch schlecht vorbereitet.
    Ich selber benutze täglich die BVG und kann sagen, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe die Öffis zu benutzen, unpünktlich, dreckig und viel zu voll.
    Schade, aber so funktioniert das nicht!
    :-) vielleicht möchte der Senat ja auch, dass wir nur noch das Fahrrad benutzen, nur ich habe das irgendwie noch nicht verstanden

  4. 21.

    Das Beispiel mit Tokyo ist lächerlich. Der Nachtverkehr ist nicht gewollt #Taxifahrerwollengeldverdienen und die Bahnen kommen auf die Sekunde genau.

  5. 20.

    Und das alles weil sie uns lieben... vermutlich doch eher weil es ihnen egal ist.
    An dieser Stelle könnte ein Zitat einer bekannten Berliner HipHop Band stehen

  6. 19.

    Nicht nur der zeitliche sondern der sozlale Takt dürfte aus dem Gleis geraten sein: Die in Züge springenden Kontrolleure weisen ein Verhalten auf, das durch Rauhbeinigkeit jeglicher Etikette entbehrt!

  7. 18.

    Absolutes Versagen von Senat und BVG-Führung.
    Einerseits Verlagen das jeder den Personennahverkehr nutzen soll und dann ist keine Kapazität da.
    Um die letzten verbleibenden Plätze in den Bahnen nutzen zu können, muss sofort die Fahrradmitnahme unterbunden wird.
    Übrigens sind Fahrräder nach der STVO Fahrzeuge und deshalb gehören Sie schon nicht in den ÖPNV.

  8. 17.

    Wenn trotz steigender Fahrgastzahlen der Takt "ausgedünnt" (oder sind hier, die sich quetschenden Fahrgäste gemeint) wird und die bereits bestellten U-Bahnen erst bis 2035 vollständig geliefert "werden sollen", dann können die Verantwortlichen bei der BVG und im Senat vielleicht anderswo vorausschauender planen. Sinnvoll wäre die Wiederherstellung von geschlossenen U-Bahnzugängen, um die weiter steigenden Fahrgastzahlen besser sicherer befördern zu können. Zum Beispiel am verlängerten U-Bahnsteig am Südstern zusätzlich wieder Zugänge an den Bahnsteigenden herzustellen mit direkten beidseitigen Zugängen zur Hasenheide und in die Gneisenaustraße. Wenn andere Baustellen nur schleppend vorankommen, können zumindest vorausschauend bestehende Nadelöhre bedarfsgerecht ausgebaut werden. Damit es mit immer mehr Fahrgästen in der Zukunft trotzdem besser funktioniert.

  9. 16.

    Ok was haben die berechtigten Forderungen nach besserer Löhnen und Arbeitsbedingungen mit dem Versagen von Senat und Management zu tun ?
    Bitte um Aufklärung .
    Bei der BVG schlägt gerade die Marktwirtschaft voll zu . Angebot und Nachfrage sind völlig aus dem Ruder gelaufen .Bei anderen Arbeitgebern werden die Löhne angepasst um Personal anzulocken ...bei der BVG wartet man auf ein Wunder oder einer Göttlichen Eingebung .

  10. 15.

    In der Situation die richtige Entscheidung.

  11. 14.

    Ernst Reuter würde jetzt gesagt haben: .." Schaut auf diese Stadt und erkennt…" Es ist sehr traurig was die Verantwortlichen aus Politik und Manager hier abliefern. Man kommt sich ohnehin schon vor im Berufsverkehr als sein man eine Sardine in einer enge Dose. Teilweise ist es Menschenverachtet was man erleben muss, wenn man mit den Öffentlichen führt. Wenn die Manager es nicht hinbekommen, müssen Sie Ihre Ämter niederlegen. Das gilt auch für die Politiker.
    Das Menschen noch nicht ausgerastet sind, gleich schon fast an ein Wunder. Es geht schon über Jahre, Entschädigungen gleich null. Hauptsache die Manager bekommen für Ihre sehr schlechte Leistungen üppige Gehälter. Es ist sehr traurig, was aus Berlin geworden ist.

  12. 13.

    Ja natürlich fordern die Beschäftigten höhere Löhne! Es gibt nicht mehr genug Straßenbahn- Bus- und vermutlich auch U-Bahnfahrer. Der Job ist anstrengend, verantwortungsvoll mit Schicht und Sonn + Feiertagsarbeit und wird dafür echt schlecht bezahlt 1.600 Euro/Monat netto sind ja nun wirklich nicht üppig. Was nützen der Stadt also mehr Fahrzeuge, wenn die dann keiner Fahren kann?!
    Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und der städtischen Betriebe und in weiten Teilen auch die zugehörigen Infrastrukturen sind lange genug als Sparstrüpfe der Stadt ausgewrungen worden, frei nach Sarrazins Motto "sparen bis es quietsch" inzw. quietscht's nicht mehr nun kracht''s.
    Allerding können Probleme die über fast 2 Jahrzehnte gewachsen sind, nicht über Nacht gelöst werden... bei der BVG sieht man leider nicht immer den Willen, mit dem Lösen der Probleme zu beginnen und dazu gehören ziemlich weit oben in der Liste auch die höheren Löhne v.a. für die BVGler, die den Betrieb stemmen müssen.

  13. 12.

    Die U7 soll auf dem nördlichen Abschnitt alle 5/5/4 während die südliche U7 beim (von der BVG nicht kommunizierten) 6min-Abstand bleiben.

    Auf den Großprofillinien spart man durch die Ausweitung der Takte vlt.insg. 8 Züge.

    Ist diese Taktausdünnung nun die Garantie der BVG das dort keine Ausfälle mehr zu erwarten sind? Ich bezweifle das.

  14. 11.

    Der ÖPNV in Berlin ist hervorragend! Hier können wir 24/7 mit irgendwas uns Fortbewegen, ist doch Klasse! In Tokio fährt nachts garnichts (und ist auch noch viel teurer), deswegen müssen dann einige in den berühmten Kapsel-Hotels schlafen, auch nicht so toll! In Manila existiert auch kein wirkliches ÖPNV! In Barcelona gibt es jetzt mittlerweile die Ubahn, nur spürt (Vibrationen) man sie Tag und Nacht wenn man sich in seiner Wohnung befindet! Alles im Auge des Betrachters halt!!

  15. 10.

    Die werden die schon vernünftig warten, dass die nicht auseinanderfallen. Regelmäßige, turnisgemäße Wartung bedeutet Vorsorge, Schadensreparatur und Wiederinstandsetzung ist Nachsorge. Weil bis zum Eintritt des Schadens gewartet wird, kann von Wartung im Rahmen eines laufenden Betriebes nicht die Rede sein. So schließt sich eben der Kreis.

    Ich sehe nicht, dass sich das durch den Zukauf von neuen Wagen ändert. Nur das Potenzial, was liegenbleibende Fahrzeuge angeht, wird höher, wer sich die Anfälligkeit auch und gerade neuer Wagen anguckt.

  16. 9.

    Den Takt ausdünnen: Das Geheimnis des Erfolgs. Wer hätte gedacht, dass es so einfach ist? Am besten gleich auf null setzen. Dann gibts 100 Prozent Zuverlässigkeit.

  17. 8.

    Und die uralten Wagen in Nordkorea laufen und laufen und laufen und...

  18. 7.

    Für wie dumm hält man uns Bürger eigentlich?
    Anfang der Woche heißt es noch, dass der BVG der Personalmangel zu schaffen macht und man die Fahrpläne nicht halten kann, und heute erzählt man uns das sie aus technischen Gründen die Takte erhöhen muss!!!!
    Aber schön das die Gewerkschaft höhere Löhne fordert. :-((

  19. 6.

    Und das in einer Metropole und Hauptstadt.

  20. 5.

    Auf der Linie U 8 besteht ganztägig lt. Fahrplan ein 5 Minuten-Takt, in Wirklichkeit ist es ein 5 - 10 Minuten-Takt. Drei Bahnen in zwanzig Minuten, die vierte fällt aus.

Das könnte Sie auch interessieren