Gebäude der Schönefeld Wohnen GmbH im Kosmosviertel (Bild: rbb/Dorte Störmann)
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Video: Abendschau | 11.02.2019 | Dorte Störmann | Bild: rbb/Dorte Störmann

Städtische Gesellschaft übernimmt im April - Berlin kauft mehr als 1.800 Wohnungen im Kosmosviertel zurück

Die energetische Sanierung im Kosmosviertel war mangelhaft, trotzdem erhöhte der private Investor die Mieten kräftig. Nun hat das Land Berlin die Wohnungen rekommunalisiert. Was das finanziell für die Mieter heißt, ist noch unklar.

Das Land Berlin hat im Kosmosviertel in Altglienicke 1.821 Wohnungen und 22 Gewerbeeinheiten zurückgekauft. Das hat Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) in der rbb-Abendschau bekanntgegeben. Die Wohnungen gehen demnach in der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Stadt und Land auf.

Lompscher sagte am Sonntagabend, Wohnen sei nicht nur eine Ware, sondern ein Grundrecht. "Es gibt eine Sozialpflichtigkeit des Eigentums, Wohnungseigentümer haben eine soziale Verantwortung, diese zu stärken, ist ein wichtiges Thema."

Unklar ist noch, wie sich die Mieten in den rekommunalisierten Wohnungen entwickeln werden. Auf Anfrage von rbb|24 verwies die Stadtentwicklungsverwaltung darauf, dass die Wohnungen erst im April an die Gesellschaft Stadt und Land übertragen werden. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es in einer Mitteilung vom Montag.

Mieterhöhung trotz falscher Sanierung

Tausende Mieter im Kosmosviertel hatten im vergangenen Jahr starke Mieterhöhungen zu zahlen, da ihre Wohnungen energetisch saniert werden mussten. Wie der rbb jedoch mehrfach berichtete, sind diese Sanierungen nicht fachgerecht durchgeführt worden.

Den Bewohnern hatte man nach der Sanierung 30 Prozent Heizkosteneinsparung versprochen. Dafür hätte der Dämmputz an den Außenwänden mindestens sechs Zentimeter dick sein müssen, wenn er wie angekündigt wirken soll. Jedoch wurde der Putz teilweise nur ein bis zwei Zentimeter aufgetragen. Auch bei der Dämmung von Dach und Keller kam demnach zu dünnes Material zum Einsatz.

Schild "Schönefeld Wohnen" vor einem Plattenbau im Kosmos-Viertel (Bild: rbb/Dorte Störmann)

"Verhandlungsmarathon mit gutem Ende"

Ein Münchener Privatinvestor hatte das Quartier in den 1990er Jahren erworben und zunächst wenig in die Gebäude investiert. Zuletzt ließ er die Plattenbausiedlung Schritt für Schritt energetisch sanieren.

Das Land Berlin hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, wegen der mangelhaften Wärmedämmung nichts unternehmen zu können. Lompscher sagte damals, das Land habe stattdessen die städtische Wohnungsgesellschaft Stadt und Land um den Ankauf gebeten. Doch der Eigentümer habe Preisvorstellungen geäußert, die teurer als ein Neubau gewesen seien. Dies sei wirtschaftlich nicht tragbar gewesen.

Nun konnten sich beide Seiten einigen. "Mit der Unterzeichnung des Notarvertrags kommt ein regelrechter Verhandlungsmarathon zu einem guten Ende", sagte Lompschwer laut einer Mitteilung vom Montag. Bei den angekauften Wohnungen im Kosmosviertel handelt es sich demnach um 17 Gebäude mit jeweils sechs bis elf Geschossen, die Anfang der 1990er Jahre fertiggestellt wurden. 

Sendung: Abendschau, 10.02.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 18.

    Ja. Die AfD sorgt dafür, dass du schnellstmöglich ausziehen musst, weil jegliche Regulierung wegfällt... Kannst dann ins Kosmosviertel ziehen...

  2. 17.

    Hallo Besucher 12 warum sagst du so ein Mist von wegen der Hausmeister is nicht erreichbar und ungepflegte Grünanlagen was die Höhe is zu behaubten der Reinigungsservice is mangelhaft unglaublich man sollte nicht Sowas äußern was nicht der Wahrheit entspricht

  3. 16.

    Wahnsinn der Staat schafft damit nicht eine neue Wohnung! Die 1800 haben fast 300 Millionen gekostet und haben den Investor sehr sehr reich gemacht und das auf kosten der Steuerzahler !
    Danke an die Linke, DDR lässt grüßen!

  4. 15.

    Totaler Fehlkauf bei der Bausubstanz bzw. dem Instandhaltungsrückstand. Aber der Steuerzahler trägt es ja.... Lieber neue Wohnungen bauen statt alten Schrott zu kaufen.

  5. 14.

    Ich will, dass der rot-rot-grüne Senat auch meine Wohnung kauft!!
    Sonst wähle ich bei den nächsten Wahlen die AfD!!
    So!

  6. 13.

    Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Na das ist ja schön.

    Über den Kaufpreis, der damals für die GSW ausgehandelt wurde, ist damals auch Stillschweigen vereinbart worden.
    Bei der Geschäftsfähigkeit der Genossen und der Sozen, würde es mich nicht überraschen, wenn die Beträge, die man heute für den Erwerb des Kosmos Viertels hat auf dem Tisch legen müssen, Mit dem Betrag den der Verkauf der GSW mit seinen rund 40.000 Immobilien damals erbracht hat nahezu identisch sind.
    Nein, mich würde das nicht überraschen.

  7. 12.

    Es kann nur besser werden. Dieser Miethai hat seit Jahren nichts an den Häusern getan. Auser dass er mit energetischer Sanierung um die Ecke kam. Ansonsten: Fahrstühle ständig defekt und über Tage nicht in Betrieb, Hausmeister nicht erreichbar, ungepflegte Außenanlagen, kaputte Treppenhausbeleuchtung, mangelhafter Reinigungsservice, Mülltonnen stehen seit Monaten auf dem Gehweg, Rettungswege werden ständig zu geparkt.

  8. 11.

    Das kostet dann soviel wie Stuttgart 21 oder der BER. Nein, ich meine einen neuen Stadtteil mit günstigen Mieten auf der den Villen gegenüberliegenden Seite im Wald. Dann ist wieder Holzauktion im Grunewald, wie vor gut 100 Jahren. "Nach der Fertigstellung der Havelchaussee und mit der Verkehrsanbindung über den Bahnhof Grunewald an der den Grunewald durchschneidenden Wetzlarer Bahn im Jahr 1879 entwickelte sich der Grunewald zum Berliner Naherholungsgebiet. Einige Gebiete des Grunewalds wurden in den folgenden Jahren zum Siedlungsbau umgewidmet, so etwa die gleichnamige Villenkolonie Grunewald im Jahr 1889 und die Siedlung Eichkamp 1919. Andere Teile, die wie die Murellenberge, die Murellenschlucht und der Schanzenwald ursprünglich zur Spandauer Heide gehörten, wurden nach dem Bau der Rennbahn Grunewald 1907–1909 auf dem heutigen Olympiagelände und der Heerstraße 1910 nach und nach vom Grunewald abgeschnitten." https://de.wikipedia.org/wiki/Grunewald_(Forst)

  9. 10.

    Jenau so isset, und Stadt & Land??? Mahlzeit, mein mir anjebburne Anstand verbietet mir mich über diese Misere zu äußern... Eine Krähe hackt der Anderen kein Auge raus. Wartet ab...

  10. 9.

    Das war kein privater Investor sondern ein Miethai. Die Frage, die zu beantworten wäre ist wer hat an diesen verkauft und welche Verbindungen haben diese Partner?

  11. 8.

    Interessant wäre, in welchem Zustand und zu welchem Preis das Land Berlin die Wohnungen damals an den Investor verkauft hat und zu welchem Preis und in welchem Zustand es jetzt zurückkauft.

  12. 7.

    Und jetzt noch alle Ferienwohnungen verbieten dann sind erstmal genug Wohnungen vorhanden . Denn wir haben genug Hotels es müssen keine Ferienwohnungen sein

  13. 6.

    Vielleicht könnte die S-Bahn auf ihrem Niveau verbleibend abgedeckelt und mit Wohnungen überbaut werden, die Regionalbahnstrecke daneben könnte wiederum erhöht werden und von Bebauung somit frei bleiben.

    In Abwandlung Ihrer Idee hätte so jeder etwas davon: Denn dem Vernehmen nach sind ja gerade die früheren West-Berliner sowieso mehr für Tunnelstrecken zu haben als für oberirdische Schienenstrecken und der geWQHNheitsmäßige Blick auf die A V U S - Strecke lässt so manches Berliner Herz höher schlagen. Den einreisenden Brandenburgischen würde der Blick in den Grunewald in Fahrtrichtung rechts nicht verbaut.

    ;-

  14. 5.

    Gratulation! Die Politik korrigiert ihre Fehler!

  15. 4.

    Wäre es nicht günstiger, den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und dem Studierendenwerk eine experimentelle autofreie Randbebauung mit Wohnungen zu günstigen Mieten entlang der S-Bahn zwischen S-Bahnhof Grunewald und S-Bahnhof Nikolassee zu gestatten? Dort ist neben der Straße nur Wald, der dem Land Berlin gehört. Ersatzpflanzungen können im Brandenburger Umland kostengünstig erfolgen. Für einen weiteren Bahnhof zwischen den Stationen gibt es auch genug Platz.

  16. 3.

    "Münchener Privatinvestor" der seine Gier in Berlin ausgelebt hat. Naming and shaming fände ich besser.

  17. 2.

    Begrüßenswerte Maßnahme.

  18. 1.

    Es wird immer schlimmer was RRG macht. Es existiert nur noch der Osten und die Politik wird der der SED immer ähnlicher. Wo soll das noch hinführen?

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