Lehrkräfte, Erzieher und Pädagogen bei der Demonstration zum Warnstreik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin (Quelle: imago/snapshot)
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Massiver Unterrichtsausfall droht - GEW will Berliner Lehrer für Mittwoch zum Warnstreik aufrufen

An Berliner Schulen könnte es am kommenden Mittwoch zu massiven Unterrichtsausfällen kommen. Die Gewerkschaft GEW droht mit Warnstreiks, sollten die Länderarbeitgeber kein Angebot vorlegen. 17.000 angestellte Lehrer könnten in den Ausstand treten.

In Berlin müssen Eltern und Schüler sich in der nächsten Woche möglicherweise auf Unterrichtsausfall einstellen. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder in Potsdam. Nach Angaben eines GEW-Sprechers werden am kommenden Mittwoch (13. Februar) unter anderem 17.000 angestellte Lehrer in Berlin zum Warnstreik aufgerufen, sollten die Länderarbeitgeber in der zweiten Tarifrunde kein Angebot vorlegen. Das bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Auch Erzieher sollen sich an dem Ausstand beteiligen. Eine erste Verhandlungsrunde am 21. Januar endete ohne ein Angebot der Arbeitgeber.

Mehr angestellte als verbeamtete Lehrer

Nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sind 13.294 Lehrer in Berlin verbeamtet und 19.027 angestellt.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die IG BAU sowie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wollen ihre Mitglieder in Berlin am 13. Februar zwischen 10 und 15 Uhr zu Warnstreiks aufrufen. Geplant ist am Mittag zudem eine Demonstration am Pariser Platz mit Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Bei einem Scheitern der zweiten Tarifrunde sollen Warnstreiks in ganz Deutschland starten. Für den 28. Februar und 1. März ist in Potsdam eine dritte Runde angekündigt, in der weiter verhandelt werden soll.

Im Ländertarifstreit fordern Verdi und Beamtenbund sechs Prozent mehr Gehalt, monatlich jedoch mindestens 200 Euro mehr.

Sendung: rbb24, 07.02.2019, 16:00 Uhr

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12 Kommentare

  1. 11.

    Mehr Geld für Bildung ausgeben stimmt. Aber bitte nicht bei der Bundeswehr sparen. Die ist übrigens auch Arbeitgeber und Ausbildungseinrichtung. Von mir aus kann im Sozialbereich gespart werden. Da ist die soziale Hängematte noch zu groß.

  2. 10.

    Genau! Und weil so viele Lehrer fehlen, muß auf den Notstand aufmerksam gemacht werden. Und darum wird gestreikt. Damit sich zukünftig mehr Lehrer dafür entscheiden können, in Berlin zu bleiben und dann dadurch weniger Unterricht ausfällt. Scharf beobachtet ;-)

  3. 9.

    "Bei einem Scheitern der zweiten Tarifrunde sollen Warnstreiks in ganz Deutschland starten."

    Bei den vielen Fehlstunden fallen Warnstreiks auch nicht mehr ins Gewicht.

  4. 8.

    Es ist überfällig, dass für unser aller Zukunft deutlich mehr Geld in den Bildungsbereich investiert wird. Gerne Abstriche bei den geplanten 60 Milliarden für die Bundeswehr machen. Lieber nachhaltig eine friedliche Gesellschaft entwickeln, statt die nächsten Kriege vorzubereiten.

  5. 7.

    Ja, Lehrer müssen verbeamtet werden. Sie bilden unseren gesellschaftlichen Nachwuchs aus. Durch die erschwerten Bedingungen im Berliner Bildungssystem muss es diesen Anreiz geben, sonst rennen uns noch mehr Jung-Lehrer weg. Mehr Geld, mehr Anerkennung, Beamtentum. Wir diskutieren hier über die Zukunft unserer Gesellschaft. Quereinsteiger sind-dringend benötigte-„Lückenbüßer“. Gleichzeitig muss Lehrer-Nachwuchs geködert werden. Unbedingt!

  6. 6.

    Ich frage mich ernsthaft ob Lehrer Beamte sein müssen. Sie erledigen keine hoheitlichen Aufgaben im Gegensatz zu Feuerwehr, Polizei, Zoll und Justiz. Dies sind die tragenden Säulen eines Staates. Und was die Bezahlung angeht, sieht das im Gegensatz zur freien Wirtschaft gut aus. So langsam reichts mit der Streikeritis, das geht auf Kosten der Kinder. Richtig ist mehr Lehrkräfte zu gewinnen.

  7. 5.

    Wir entschuldigen uns vielmals! Unsere Technik hatte "Schluckauf" ;-) War nicht beabsichtigt.

    Freundliche Grüße aus der Redaktion!

  8. 4.

    Da ruft die Gewerkschaft auf und am Ende macht die Gewerkschaft doch eh was sie will.
    Wir haben an der Tonne wunderbar es erleben dürfen.

  9. 3.

    Da können die Schüler doch die Zeit nutzen und für den Klimaschutz demonstrieren.
    Anstatt am Freitag zu schwänzen

  10. 2.

    Bei meinem Kind fällt zwar schon das ganze Schuljahr viel Unterricht aus, trotzdem ist der Streik berechtigt. Berlin braucht attraktive Argumente, um Lehrer zu halten und zu gewinnen, damit diese Misere irgendwann ein Ende hat. Die Verbeamtung hat zwar den Nachteil, dass leider auch Lehrer gibt, die sich darauf ausruhen, aber diejenigen, die sich ins Zeug legen für qualitativ hochwertigen Unterricht, gute Elternarbeit.und Fairplay, sollten diesen Status und ein höheres Gehalt bekommen.

  11. 1.

    So, drei Pushmitteilungen zu dem Thema reichen doch wohl. Danke

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