Archivbild: Streikposten stehen in Berlin vor dem Tor eines Betriebshofs der BVG auf dem wegen des Warnstreiks zahlreiche Busse stehen. (Quelle: dpa/Breloer)
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Video: rbb|24 | 11.02.2019 | Sylvia Wassermann | Bild: dpa/Breloer

Zweite Tarifrunde ergebnislos - Am Freitag wird bei der BVG stundenlang gestreikt

Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe müssen sich für Freitag auf einen halbtägigen Warnstreik einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Bediensteten dazu aufgerufen, von Betriebsbeginn bis um 12.00 Uhr die Arbeit niederzulegen.  

Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Freitag zu einem Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Von Betriebsbeginn um 3.30 Uhr bis 12.00 Uhr sollen die Beschäftigten die Arbeit niederlegen, sagte ein Verdi-Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Betroffen sind die U-Bahn, die Straßenbahnen und die Stadtbusse in Berlin. Die Berliner S-Bahn hingegen fährt.

Verdi-Sprecher Andreas Splanemann sagte der rbb-Abendschau, denkbar seien auch längere Streiks. Seit 2012 habe es keine Streiks bei der BVG mehr gegeben. "Wir hoffen auch, dass es dabei bleibt. Aber wenn sich die Situation weiter festfährt, kein Angebot von der Arbeitgeberseite kommt, dann wären wir als Gewerkschaft natürlich auch bereit, länger zu streiken."  

Zweite Runde der Tarifverhandlungen ohne Ergebnis

Vertreter des Kommunalen Arbeitgeberverbands und der Gewerkschaft hatten am Montag ihre Tarifverhandlungen fortgesetzt. Der Verband legte in der zweiten Runde noch kein konkretes Angebot vor, wie es Verdi gefordert hatte. "Vor allem bei der gewerkschaftlichen Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich gibt es kein erkennbares Entgegenkommen der Arbeitgeber", teilte die Gewerkschaft mit. Mit dem Warnstreik soll den Forderungen Nachdruck verliehen werden. Die Beschäftigten wollen am Freitag vor die BVG-Zentrale in der Holzmarktstraße ziehen.

In den Manteltarifverhandlungen für rund 14.000 Arbeitnehmer der BVG und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport verlangt Verdi für alle eine 36,5-Stunden-Woche und Weihnachtsgeld, zudem Änderungen an der Entgelttabelle und eine Einmalzahlung von 500 Euro für Gewerkschaftsmitglieder.

Verhandlungen werden im März fortgesetzt

Die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, Claudia Pfeiffer, bezeichnete die Forderung am Montag als nicht umsetzbar. "Die Vorstellungen der Tarifparteien liegen momentan noch weit auseinander." Der nächste Verhandlungstermin ist für den 5. März vorgesehen.

 

Sendung: Abendschau, 11.02.2019, 19.30 Uhr  

Kommentar

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46 Kommentare

  1. 46.

    Wenn sie sonst immer stabil und sauber wären, hätte ich mit dem Streik kein Problem, aber so einfach lächerlich, schnell privatisieren...

  2. 45.

    Liebe Leute, schaut euch auf den sozialen Plattformen um. Überall gibt es Mitfahrgelegenheitsangebote!

  3. 44.

    Stundenlang ist fast untertrieben. Halber Tag. Im Berufsverkehr. Kurz vor dem Wochenende. Ihr macht euch echt unbeliebt BVGler. Sorry, aber ein zweistündiger Warnstreik hätte ja wohl gereicht.

  4. 42.

    Super Gelegenheit für alle betroffenen Kunden, mal aufs Rad umzusteigen und den Mehrwert live zu erFAHREN!
    (Schwarfahrende inbegriffen. EIn völlig neues Lebensgefühl ohne Kontrollpanik. Und viel cooler ist es auch noch.)

    Den BVGlern natürlich trotzdem guten Erfolg! Die machen einen harten Job und sind trotzdem meistens gut drauf.

  5. 41.

    Aber nur dann würde die BVG "geschädigt" und nicht die Kunden, die ja nichts dafür können und die Leidtragenden sind.

  6. 39.

    Das Ziel ist eine drittklassige Theatervorstellung abzuliefern, die sich in unregelmäßigen Abständen wiederholt.
    Dazu sind alle herzlich eingeladen.
    Die Darsteller werden von Senat, BVG und Verdi gestellt.
    https://www.wsws.org/de/articles/2019/01/29/bvge-j29.html

  7. 38.

    Oh ja, der Spruch, "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will", kommt von der SPD, als es noch eine Arbeiterpartei war und sich für deren Belange einsetzten. Lang ist es her.
    Geht es jetzt so?

  8. 37.

    Der DGB selbst hat seine Arbeitnehmer dahingehend informiert, dass der DGB sich nicht den Tariferhöhungen für die beim DGB direkt Beschäftigten anschließen wird. Dass Ver.di permanent zum Streik aufruft, ohne vor der eigenen Tür zu fegen, ist eine Frechheit sondersgleichen. Ich könnte auch mit 4 Wochen Dauerstreik leben, wenn infolgedessen die Streikkassen komplett leer sind zum Schluss und ver.di abdanken muss.

  9. 36.

    Natürlich wieder im Berufsverkehr. Wer ist eigentlich das Ziel des Streiks ? Wir als Arbeitnehmer (und Gewerkschaftsmitglieder)? Oder die Unternehmensführung ? Aufwachen und nachdenken, ihr Gewerkschaftsbonzen!

  10. 35.

    Unbemannte/unbefraute Geschäfte gibt es doch bereits: jede Internetbestellung läuft doch ohne Beratung und ohne Verkaufspersonal! Haste Deine Oogen denn nich uff? Und wenn DHL das Parcel dann noch in einer Schließanlage deponiert, gibt es auch keine Fahrer mehr zu sehen? Die Bezahlung erfolgt eh ohne Personal. Auch auf die Gefahr hin, dass man sich etwas falsches ordert, meinen doch alle, auch ohne Apotheken auszukommen.

    In anderen Ländern (Frankreich/singapur z.B.) sind fahrerlose Metros doch ganz normal.

    Mein Verständnis für den Streik hält sich sehr in Grenzen.

  11. 34.

    Was gibt es da nicht zu verstehen?
    Die BVG ist ein landeseigener Betrieb.
    Als Kutscher arbeitest du in einer Anstalt.
    Verdi und Senat arbeiten Hand in Hand.
    Verdi lässt wie 2005 für weniger Lohn streiken.
    Der Senat wie damals unter Sarrazin, sitzen die Streiktage aus.
    Sowohl bei Verdi, als auch im Senat heißt das Ziel:
    Sparen bis es quietscht.
    Die schwarze Null muss stehen.
    Verdi hat dich verloren.
    Das liegt an deren Führung.
    Die BVG verliert Personal.
    Das liegt an deren Führung.
    Personalführung ist die Kunst, die Angestellten so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie die Reibungshitze als Nestwärme empfinden.

  12. 33.

    Streik ist richtig, aber zu einer Zeit, die viele Arbeitnehmer als Geisel nimmt, weil sie ohne Auto nur teuer mit Taxi fahren können, wenn man denn eins bekommt. dem Arbeitgeber ist doch egal wie man zur Arbeit kommt, hauptsache pünktlich.
    Es ist nicht Solidarität auf allen Seiten

  13. 32.

    Icke, Tramfahrer/in, altbeschäftigt, nicht (mehr) gewerkschaftlich organisiert frage, warum die Verdi einen Streik initiiert um Dinge zu verbessern die sie vor Jahren für gut bewertet und mit unterzeichnet hat. Erst alle Fahrer von 40 auf 36,5 Wochenstunden mit Einkommensverlusten die auch der sogenannte Sicherungsbetrag nicht in voller Höhe aufgefangen hat. 50min pro Tag die als Pause deklariert nicht bezahlt werden. Dann Neueinstellungen bei 39h und weniger Geld, von Verdi genehmigt und jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist sollen alle angeglichen weniger arbeiten? Versteh ich nicht. Wir alle könnten ein bisschen Ehrlichkeit und Fairnis vertragen, vom Vorstand, vom Senat und den Gewerkschaften... ein Konzept das der Sache dient, uns, ob alt, oder neu beschäftigt angemessen entlohnt damit wir tun können was unser Job ist... Berlin bewegen...

  14. 31.

    Froh mit dem Auto zu fahren? Naja, da dann viele auf das Auto umsteigen, sehe ich mich eher im Stau als am Fahren. Und das am Freitag. (Fahre beruflich durch Berlin und hoffte auf zeitlichen Feierabend)

  15. 30.

    Ja, gute Idee und bitte an der IG Metall orientieren. Verdi hinkt bereits über 30 Jahre hinterher bei der 35 Stundenwoche: "1984. Die IG Metall fordert die Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden - bei vollem Lohnausgleich. Das soll die Arbeit gerechter verteilen. Das Ziel: Arbeit sichern und neue Stellen für die 2,5 Millionen Erwerbslosen schaffen. Und schließlich, Arbeit menschlicher machen: "Mehr Zeit zum Leben, Lieben, Lachen" - dafür steht die 35-Stunden-Sonne. Die Arbeitgeber sind strikt dagegen. "Keine Minute unter 40 Stunden", ist ihre Ansage. Die schwarz-gelbe Bundesregierung und die Medien sind auf ihrer Seite. Die größte soziale Machtprobe der Nachkriegszeit bahnt sich an. ..." https://www.igmetall.de/vor-30-jahren-arbeitskampf-um-die-35-stunden-woche-13538.htm

  16. 29.

    Welche Arbeiterklasse bitte? Außerdem ist das kein Klassenkampf sonder ein Streik. Leider mal wieder auf kosten der Kunden. Aber war nicht anders von der Gewerkschaft zu erwarten. Und BVGler sind auch nicht am Kunden interessiert sondern nur am Geld. Unsympathischer Verein diese BVG. Nur wenige sind kundenorientierte Mitarbeiter.

  17. 28.

    Langfristig preiswerter als die Personalkosten. Unternehmen müssen in die Zukunft schauen. Personal ist der größte Kostenfaktor.

  18. 27.

    Streik? Wo notwendig ja, unbedingt! Doch Wer, Die? gefällt sich darin, zu streiken. Bei der Flughafensicherheit hätten die Kollegen schon im Januar mehr Geld haben können, aber verdi hat schon vor Beginn der Verhandlungen getönt: Wir wollen streiken! Nun gibt es das Mehr erst ab März.

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