15.02.2019, Berlin: Streikende Arbeitnehmer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport haben sich für eine Kundgebung vor der BVG Zentrale versammelt (Quelle: dpa/ Soeder)
Video: Abendschau | 13.03.2019 | Jörn Kersten | Bild: dpa/ Soeder

Nach Warnstreik-Ankündigung - BVG lädt Verdi zum Verständigungsgespräch ein

Die Gewerkschaft Verdi hat die Busfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe dazu aufgerufen, am Donnerstag den ganzen Tag die Arbeit niederzulegen. Damit schlägt Verdi das Angebot der Arbeitgeberseite im Tarifkonflikt aus. Die BVG reagiert prompt.

Angesichts verhärteter Fronten zwischen der Gewerkschaft Verdi und der BVG hat der Vorstand des Berliner Verkehrsunternehmens am kommenden Montag zu einem Verständigungsgespräch geladen.

Der Vorstand will den Gewerkschaftsvertretern sein Angebot erläutern. Es enthält unter anderem rund 10 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhungen rückwirkend zum 1. Januar mit einer Laufzeit von zwei Jahren, aber auch Forderungen nach mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit-Gestaltung.

Verdi sieht Arbeitszeitverdichtungen im BVG-Angebot

Für die Gewerkschaft Verdi bedeutet dieses Angebot Arbeitsverdichtungen für die Mitarbeiter. Die BVG betont dagegen, es sollen weder Ruhezeiten gestrichen noch gesetzliche Standards unterschritten werden.

Eine der Hauptforderungen von Verdi ist, die Wochenarbeitszeit für alle auf 36,5 Stunden zu verkürzen Das lehnt die Arbeitgeberseite aber ab. Dafür müssten laut BVG sofort 500 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt werden.

Verdi ruft zum Warnstreik am Donnerstag auf

Verdi hatte die Busfahrer der BVG zum Warnstreik am Donnerstag aufgerufen. Die Busse sollen von Betriebsbeginn (3:30 Uhr) an bis 22 Uhr nachts stehen bleiben. Das erhöht den Druck auf die BVG in den laufenden Tarifverhandlungen.

"Je schneller die Arbeitgeber nachbessern, desto eher kann man wieder in Verhandlungen kommen, desto unwahrscheinlicher wird es, dass es weitere Streiks gibt", sagte Andreas Splanemann, Verdi-Sprecher für Berlin und Brandenburg, am Dienstagabend im rbb.

Am 28. März geht es in die nächste Verhandlungsrunde.

Sendung: Abendschau, 13.03.2019, 19.30 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Liebe Sabine Harezi ,ein U-Bahn Fahrer bei der BVG muss Mindestanforderungen erfüllen und die sind nicht nur physischer und psychischer Natur . Dazu gehören min. ein Realschulabschluss ,eine drei jährige Ausbildung in einen technischen oder handwerklichen Beruf ,ein absolut sauberes polizeiliches Führungszeugnis , hohes Verantwortungsbewusstsein, selbstständiges Arbeiten usw . usw. Also mit bildungsfernen Mitmenschen haben sie es dort mit Sicherheit nicht zu tun .Es spielt auch keine Rolle ob sie persönlich ein Grundgehalt von 2168.42 € nach TVN-5 https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-n/be?id=tv-n-be-2018&g=5&s=1&f=0&z=&zv=VBL&r=0&awz=&zulage=&kk=&kkz=&zkf=&stkl=
    für völlig überzogen halten .Der Personalmangel bei der BVG und der Arbeitsmarkt fordert nun mal was anderes .
    Sie sollten darüber nachdenken bei der BVG anzufangen (falls sie denn die Anforderungen erfüllen ) und zeigen dann mal den ganzen Mitarbeitern bei der BVG wie man´s /Frau es richtig macht .

  2. 10.

    Liebe Frau Sabine H.,
    Mit ihren Kommentar haben Sie Ihren Bildungsstand hier eindeutig klar gestellt! Der Beruf Busfahrer im ÖPNV und vor allem in einer Stadt wie in Berlin ist wesentlich anspruchsvoller, als Sie sich vorstellen können. Busfahrer arbeiten von Mo - So 0:00 - 24:00 Uhr und haben enorme Verantwortung, denn Sie befördern die Menschen dieser Stadt inklusive Besuchern... Das sind nur einige kleine Punkte...

  3. 9.

    Werte Frau Bastian , die Schlußfolgerung Ihrer Gedanken zum Streik der BVG / Verdi bedeuten eigentlich , daß man das
    Streikrecht in der BRD per Gesetz abschaffen kann ! Streik tut weh und ist ja ungerecht ... trifft immer die Falschen ... Sie haben vermutlich nicht verstanden , was DEMOKRATIE alles bedeutet ? Wenn Alle so wären wie Sie , hätte sich in Deutschland das Lohn-und Gehaltsgefüge nicht so gut wie heute entwickelt . Das Durschnittseinkommen Ost rund
    34000,- und West reund 37000,-Euro würde heute weit , weit darunter liegen ..... und Sie bräuchten vermutlich einen Zweitjob zum überleben ! DANKE an die vielen Streikenden bzw. Gewerkschaften der letzten Jahre , daß sie den Mut hatten für Verbesserungen . Davon hat die gesamte Gesellschaft etwas Wichtiges : WOHLSTAND und mehr GERECHTIGKEIT ! Übrigens verzichten die Streikenden immer auf Lohn und Gehalt ,wenn die Arbeit ruht . Man opfert etwas , um besseres zu erreichen ! Verdi bitte stark bleiben !!! DANKE

  4. 8.

    Wieso bitte schön ist 40 Stunden pro Woche Bus oder U-Bahn zu fahren harte Arbeit? Ich finde das eher entspannend. 11% mehr Lohn (ca. 2.400 EUR Einstiegsgehalt für einen Busfahrer?!)für eine Arbeit fast ohne Anforderung an Bildung finde ich zudem völlig überzogen. Da gibt es viele andere Jobs in Berlin wo man viel mehr können muss und viel mehr arbeitet die schlechter bezahlt sind. Unglaublich das der Senat, den wir Berliner gewählt haben, sich von der Gewerkschaft so klein machen lässt und die BVG-Arbeitgeberseite nicht vernünftig unterstützt.

    Arbeiten statt streiken! Für das Wohl aller!

  5. 7.

    In ihrem Schreiben ist aber ne Menge Hass heraus zu lesen .
    Warum machen sie einzig und alleine die Mitarbeiter für diese Situation verantwortlich ?
    BVG Management ,KAV und Senat sind mindestens genauso in der Verantwortung .
    Soo viele Arbeitnehmer arbeiten mit Sicherheit nicht für einen Bruchteil der Fahrer Gehälter weil das dann deutlich unter dem Mindestlohn wäre .
    Wenn sich die Pflegekräfte in der Privatwirtschaft mal organisieren und Betriebsräte wählen würden ,dann könnte die Gewerkschaften auch mehr Einfluss nehmen .....wenn man es aber nicht macht ,sollte man sich auch nicht wundern das sich an ihrer Situation nichts ändert . Auch wenn es manche glauben ,eine Gewerkschaft ist kein Wohlfahrtsverein sondern eine Interessengemeinschaft die die Interessen ihrer Mitglieder vertritt .
    Alleine ist man nichts, nur zusammen ist man stark ....also Birgit Bastian wählen sie bei sich im Betrieb einen Betriebsrat .

  6. 6.

    Arbeite seit 17 Jahren in dem Verein.
    Habe in 17 Jahren ein Nettolohnplus von ca. 250,- Netto. Dazu die Sicherheit bei Krankheit arbeitslos zu werden. Famlilienfreundlichkeit =0.
    Ich nehme meinen Hut und arbeite in Zukunft lieber für andere. Hoffe es tun mir viele Kollegen gleich. Es würde schon reichen wenn die Kollegen nicht mehr an ihren freien Tagen arbeiten und der Saftladen würde zusammenbrechen.
    Dieser Senat sollte wirklich lernen die die einen harten Job für ihn machen zu schätzen und zu entlohnen (Feuerwehr, Polizei , BVG usw.).

  7. 5.

    Liebe Frau Bastian, sie meinen nicht wirklich ernst was sie schreiben??? Es würde ja heißen, dass sie eine Frau XYZ nicht behandeln/pflegen würden, wenn sie wüssten das die Frau sich schuldig gemacht hat indem sie einen BVGer in der Verwandschaft hat? Starker Tobak. Ich hoffe für sie, dass ihr Gehalt immer eine schöne dynamische Steigerung erlebt, so dass sie niemals streiken müssen. Schönen Abend noch...

  8. 4.

    In Anbetracht der tasache, dass jetzt schon zu wenig Fahrpersonal vorhanden ist, geschweige denn genug Bewerber in der Schlange stehen, sollte von einer Arbeitszeitverkürzung wirklich Abstand genommen werden. Das ließe sich ggr. später, wenn das Personal entsprechend aufgestockt sein sollte, nochmal zur Sprache bringen. Aber jetzt wegen in paar Stunden weniger, die übrigens Beschäftigte in anderen Branchen auch nicht "geschenkt" bekommen, auf stur zu schalten, finde ich äußerst unangemessen und kurzsichtig. Gerechtere Bezahlung hingegen ist auf jeden Fall nötig, keine Frage.

  9. 3.

    Ver.di, laßt Euch nicht weichkochen.
    Jetzt TVÖD-VKA und nichts anderes.
    Selbst unser alleroberster Chef, der Regierende,
    hat anläßlich des 1. Warnstreiks im Abendschauinterview
    gesagt, das man dabei ist die Versäumnisse der Vergangenheit
    aufzuholen. Und wenn Fr. Doktor anderer Meinung ist,
    dann muß eben mal Hr. Bsirske mit Hr. Müller reden.

  10. 2.

    Viele Arbeitnehmer arbeiten für einen Bruchteil der Gehälter der Streikenden. Wenn sie ihre Arbeit niederlegen würden, führte das zum Tod unzähliger Pflegefälle. Das wäre mir inzwischen egal, wenn es die Angehörigen der Streikenden beträfe. Schließlich ist denen auch egal, ob man zum Arzt kommt. Wenn Verdi unbedingt ohne Rücksicht auf Verluste zum Streik aufruft, sollten wenigstens die Arbeitnehmer kurz über die Folgen für die Menschen nachdenken, die nichts für die Lohnverhandlungen können und viel Fahrgeld bezahlen!

  11. 1.

    Wenn die BVG sofort besser bezahlt und z.B. zum 1.1.2020 auf 36,5 Stunden geht hat sie noch 9 Monate Zeit geeignetes Personal einzustellen. Oder schrittweise die Arbeitszeit reduzieren und mehr ausbilden. Bei guten Arbeitsbedingungen und guter Bezahlung wollen auch mehr qualifizierte Mitarbeiter dauerhaft bleiben ;)

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