Eine BVG-Busfahrerin geht auf dem Bushof in Spandau zu ihrem Bus (Quelle: dpa)
Bild: dpa-Zentralbild

Neue Warnstreiks drohen - Gewerkschaften lehnen BVG-Tarifangebot ab

Zwölf Prozent mehr Lohn in den kommenden fünf Jahren lautete das Angebot der BVG - die Gewerkschaften aber lehnen ab. Sie wollen nun am nächsten Dienstag über weitere Schritte entscheiden. Warnstreiks stehen zur Debatte.

Im Tarifstreit mit der BVG will die Gewerkschaft verdi zu Beginn der kommenden Woche entscheiden, ob es weitere Warnstreiks geben wird. Das hat die Tarifkommission am Dienstagabend in Berlin beschlossen.

Der verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt sagte dem rbb, das Angebot der Arbeitgeber mache die Beschäftigten der BVG im Vergleich mit anderen Bundesländern nicht konkurrenzfähig. Das Angebot würde nur erreichen, dass Berlin wieder etwas besser bezahlen würde als Brandenburg. Das sei aber nicht ausreichend. Auch komme eine fünfjährige Laufzeit des Tarifvertrags für die Gewerkschaft nicht in Frage.

BVG will Ruhezeiten kürzen

Zudem hätten die Arbeitgeber verlangt, die Arbeitsschichten von achteinhalb auf neun Stunden zu verlängern, Ruhezeiten von elf auf zehn Stunden zu kürzen und die Wendezeiten der Fahrerinnen und Fahrer an den Endhaltestellen von mindestens vier Minuten ganz abzuschaffen. Auch das lehne die Gewerkschaft ab. Dies würde den Krankenstand weiter steigern und den Beruf nicht attraktiver machen.

In dieser Woche sollten die Arbeitgeber noch Zahlen liefern, die die Gewerkschaft sich wünscht. Auf deren Basis werde dann am nächsten Dienstag über mögliche Warnstreiks entschieden.

Arbeitszeitverkürzungen lehnt die BVG ab

Das am Dienstag vorgelegte erste Angebot der BVG lautete auf insgesamt zwölf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die rund 14.000 Tarif-Beschäftigten in den kommenden fünf Jahren. Die Gewerkschaftsforderung, allen BVG-Beschäftigten eine 36,5 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich zu bieten, lehnte das Unternehmen ab und begründete dies damit, bereits jetzt Probleme zu haben, ausreichend Mitarbeiter zu finden. Bei einer 36,5-Stunden-Woche bräuchte die BVG rund 500 zusätzliche Beschäftigte. Bei der BVG arbeiten bislang alle Tarifbeschäftigten, die nach dem Jahr 2005 eingestellt wurden, 39 Stunden pro Woche.

In dieser Woche sollten die Arbeitgeber nun noch Zahlen liefern, die die Gewerkschaft sich wünscht. Auf deren Basis werde dann am nächsten Dienstag über mögliche Warnstreiks entschieden. Verdi und Beamtenbund hatten ihn ihren Forderungen zudem Weihnachtsgeld für Neulinge, einen Wegfall der unteren Lohngruppen sowie schnellere Gehaltssprünge und für Gewerkschaftsmitglieder einmalig 500 Euro gefordert.

Verdi und BVG hatten sich bei einem informellen Treffen in der vergangenen Woche angenähert. Verdi hatte danach von einem konstruktiven Treffen gesprochen und der Kommunale Arbeitgeberverband hatte angekündigt, von nun an auch die Entgeltregelungen zu verhandeln. Der nächste Verhandlungstermin ist bislang für den 28. März angekündigt.

Sendung: Inforadio, 05.03.2019, 20.00 Uhr

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28 Kommentare

  1. 28.

    Ihre Vorurteile Studenten gegenüber sind haarsträubend und völlig unangemessen. Im Übrigen haben nicht Sie das Arbeiten erfunden, was bilden Sie sich eigentlich ein, wie Sie mit anderen reden können?

  2. 27.

    Zwischen den Zeilen entnehme ich Frustration und Neid.
    Sold heißt Besoldung, im Klartext "Beamter".
    Da haben Sie als "Beamter" ein Studium erfolgreich abgeschlossen und sind genau so unzufrieden, wie die Fahrer der BVG mit den Arbeitsbedingungen und dem geringen Gehalt. Das diejenigen ohne Studium im Gegensatz zu Ihnen, eventuell 10 Euro mehr bekommen könnten, gefällt natürlich nicht.
    Sollte dieser Fall eintreten, was hindert Sie daran, sich bei der BVG als Fahrer zu bewerben?



  3. 26.

    Hallo Julius ! Im Vergleich der Gehälter der Fahrer des ÖPNV zu den anderen Bundesländern ist Berlin als Hauptstadt an letzter Stelle ! In Berlin ist die Belastung in der Arbeit aber mit am Höchsten , und dies wird im Durchschnitt mit am schlechtesten bezahlt ! Ist so etwas gerecht ? Vorallem , wenn man bedenkt , daß man bei so einem Verdienst ( 30000 Brutto im Jahr - entspricht ca. 0,8 Rentenpunkte = unter Durchschnitt !!! ) nach 45
    bis 50 Arbeitsjahren ein ARMUTSRENTNER ist !! Also eine Gehaltserhöhung um 17 % ist nur erstmal der Ausgleich zu den anderen gut bez. Bundesländern , trotz höherer Arbeitszeit von 39 St./Wo. Die Lösung : Weniger Gehalt bei Vorstand (z.Bsp. Vorsitzende Fr. Nikutta 36 000 Euro pro Monat) u.a. Mitglieder sowie der KAV - dann leben auch die Anderen etwas besser ! Leben und Leben lassen auf gutem Niveau ! Aber man bereichert sich auf Kosten der Untergebenen , obwohl man selbst kein Unternehmer sondern teuer bezahlter Angestellter im ÖD ist ! Pfui !!!

  4. 25.

    Als kleine Rechenaufgabe:
    Ich bin Altbeschäftigter bei der BVG und bekomme einen Sicherungsbetrag auf meinen Lohn. Diesen habe ich mit Einführung des TVN bekommen, damit ich mit Einführung gleichnamigen nicht weniger verdiene. Dazu kam noch eine Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 36,5 Stunden mit gleichzeitigem Lohnverzicht.
    Googelt einfach nach und ihr findet den Betrag bestimmt.
    Der Unterschied zwischen einem S-Bahn-Fahrer und einem U-Bahn-Fahrer beträgt laut Presse 900 €.
    Also bekommt ein Altbeschäftigter BVGer 900 € weniger und ein Neubeschäftigter BVGer 900 € + den Sicherungsbetrag weniger wie ein S-Bahnfahrer. Wer geht dafür freiwillig arbeiten?
    Ps. Ich bleibe nur bei der BVG, weil ich ein Schreiben besitze, daß mich bei einem erneuten Rechtsform-Wechsel der Senat zurück nehmen muss und ich nur noch 5 Jahre 8 Monate und 24 Tage bis zur Rente habe.
    Und: Jeder Bänker wird einem sagen „ schaffe dir Eigentum an, für schlechte Zeiten“. Die BVG musste ihr Eigentum verhökern.

  5. 24.

    Danke für die Blumen. Ich stehe seit über 30 Jahren im Sold des Landes Berlin und habe regelmäßige Schichtarbeit Tag und Nacht sieben Tage die Woche seit 1990 vorzuweisen. Mir muss niemand etwas von schlechten Arbeitsbedingungen bei geringem Gehalt erzählen.

    Der kommende Tarifvertrag kann nicht wesentlich von dem abweichen, was jüngst bei Bund und Kommunen verabredet worden ist. Und das liegt bei 3%.

  6. 23.

    Na junger Freund ,schon einen Tag im Leben gearbeitet ,oder bisher nur auf Kosten anderer studiert ? Schon was geschafft im Leben ? Führerscheinprüfung schon bestanden ? Klugscheisserisch über andere Berufe urteilen und selber noch nichts erreicht , du bist echt der Knaller .

  7. 22.

    Nein Rotzfrech ist das Angebot nicht.
    Es ist politisch so gewollt.
    Die BVG ist ein landeseigenes Unternehmen.
    Federführend ist die SPD, wenn es darum geht, die BVG herunter zu wirtschaften.
    Besonders hervorgetan hat sich dabei ein Herr Thilo Sarrazin.
    Schon 2005 hatte sich unter seiner Führung (Finanzsenator), die SPD auf die Fahne geschrieben,
    die BVG kaputt zu sparen.
    Es gibt für die SPD, viele Jahre später keinen Grund, von ihren Ziel abzuweichen.
    Selbst wenn SPD Politiker was anderes erzählen, nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten werden sie gemessen.

  8. 20.

    Geld ist nicht begrenzt.
    Es wird nur falsch verteilt.
    Von unten nach oben.
    Wenn ein Studiumabschluss finanziell zu wenig einbringt,
    sollte die Frage erlaubt sein, ob das Richtige studiert worden ist.

  9. 19.

    @Julius dem Busfahrer würden die 20% auch gefallen .
    Möchten sie Busfahrer bei der BVG werden ? "Nein?" Die BVG sucht nämlich händeringend welche .
    Es ist das alte Spiel von Angebot und Nachfrage .... Die Nachfrage an Fahrpersonal ist riesig ,nicht nur in Deutschland auch in den Nachbarländern (u.a Schweiz ,Österreich usw.) Das Angebot von der BVG an seine neuen potentiellen Mitarbeitern(Gehalt , Arbeitsbedingungen ) ist momentan das schlechteste in ganz Deutschland .
    Die BVG braucht alleine bis zum Jahresende ca. 1500 neue Mitarbeiter ....was macht die BVG für neue Mitarbeiter besonders attraktiv ? genau nichts .....ein schlechtes Gehalt mit unterdurchschnittlichen Arbeitsbedingungen und viel Stress .


  10. 18.

    Julius,
    Dir kann ich nur die Empfehlung geben, mal ein Praxistag als Bus oder Tramfahrer zu absolvieren . M4 oder M48
    ca 8.50h, bei 11h Ruhezeit, 6 Tage am Stück, rollierend von Nacht nach Früh. Ach so, und Dein Studium zahlt der Steuerzahler und das bin auch ich.Und in Deiner so kostbaren Freizeit fahren wir Dich auch noch von A nach B.
    Und das alles für ca 13€ die Std .Wusste gar nicht das man im Studium solch Intelligenz beigebracht bekommt !!!

  11. 17.

    @ Julius: Es steht Ihnen frei, sich als Busfahrer zu bewerben, wenn die Arbeitsbedingungen und Gehälter so paradiesisch sind. Nun ist man allerdings nicht nur weit von Akademikergehältern entfernt, sondern hat - anders als viele akademische Berufe - auch noch Schichtdienst.

  12. 16.

    Absolute Frechheit das Angebot.

  13. 15.

    Es ist in der heutige Zeit leider nichts unnormales wenn die Arbeitgeber mehr für weniger verlangen.Es muss was passieren und zwar dringend.Die BVG sollte sich nicht wundern wenn die weiterhin Personal bedarf haben.Es wird schlimmer für alle Beteiligten wenn ....

  14. 14.

    warum die Aufregung? Der Arbeitgeber hat in einer Verhandlung ein Angebot gemacht. Die Gewerkschaft hatte auch eins gemacht. Beide Angebote passen der Gegenseite nicht, aus nachvollziehbaren Gründen. Es geht also weiter. Beide müssen sich bewegen und einen Kompromiss finden. Das ist sind von Verhandlungen.

  15. 13.

    Welche Gehaltsanpassung wäre denn den Busfahrern genehm gewesen? 10% mehr für ein Jahr, 15, 20%?

    Irgendwo ist das Geld ja begrenzt, entweder man erhöht die Fahrpreise oder spart am rollenden Material. Die Tätigkeit eines Busfahrers mag anspruchsvoll sein, faktisch benötigt man jedoch nur eine bestimmten Führerschein. Da darf man sich dann fragen, ob man eine solche Tätigkeit mit demjenigen im Besitz eines Studiumsabschlusses gleich stellen kann oder sollte.

  16. 12.

    Ich respektiere und bedanke mich bei jedem Angestellten der BVG, die tagtäglich unter den bekannten Umständen ihren Job erledigen. Das man ihnen seitens des Arbeitgebers dermaßen frech ins Gesicht spuckt, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Scheinbar hat man bei der BVG noch immer nicht begriffen wie das Spiel funktioniert. Wie will denn die BVG mittel- und langfristig den Betrieb einigermaßen stabil aufrechterhalten? Sie brauchen Personal, das sie auf diese Art und Weise nicht gewinnen werden.

    Auf der anderen Seite fordert Fr. Günther den Verzicht aufs Auto und die massive Einschränkung des Individualverkehrs in der Stadt. Das kann tatsächlich nur jemand fordern, dem ein Kfz, inkl. Chauffeur zur Verfügung steht. Wie soll denn die BVG in der Lage sein, noch mehr zu befördernde Personen zu stemmen? Der Laden arbeitet doch personell und logistisch ohnehin schon hart an der Kapazitätsgrenze.

  17. 11.

    Wie wäre es denn, wenn die Fahrer der sogenannten Berlkönige, die teilweise wie so mancher Taxifahrer den Straßenverkehr unsicher(er) machen, in den BVG-Dienst übernommen bzw. für die Tätigkeiten ausgebildet werden? Dann wären schon bis zu 300 neue Mitarbeiter im geregelten Dienst und die Straßen wären nicht noch mehr mit oft rasendem Quasi-Individualverkehr be-, sondern eher entlastet.

    Nicht machbar? Bekommen die etwa ein Gehalt, womit sich das Fahren für die Angestellten lohnt? Über die anteiligen Kosten der BVG an dem Projekt ist leider nichts zu finden. Es würde mich brennend interessieren. Vielleicht kann der RBB da ja etwas recherchieren. ;)

  18. 10.

    Haben Sie nicht :)

    Danke für den Hinweis, da hat sich am späten Abend der Fehlerteufel eingeschlichen.

    Haben Sie nicht :)

    Danke für den Hinweis, da hat sich am späten Abend der Fehlerteufel eingeschlichen.

  19. 9.

    Meine Rede....meine Rede....ich bin erst seit ner kurzen weile dabei....aber mir wurde mein einstiger traumjob durch genau diese Arbeitsbedingungen madig gemacht sodass ich nicht mehr lange busfahrer in berlin bleiben werde.....man hat im grunde kein leben mehr ausser mal alle 6 bis 7 wochen wenn man mal nen we frei hat....ich arbeite auch im Hauptturnus,,,,,und die zeiten zwischen den diensten,wo oft hart an der 11 stunden grenze gekratzt wird,sind schon heftig....also für mich ist das auf dauer nichts.
    ausserdem.....wer mal drauf achtet...dem fällt auf,das so gut wie alle busfahrer in berlin 45 + sind....viele stehen 5 bis 6 jahre vor der rente und sagen sich,das sie sich nix neues mehr suchen brauchen in dem alter......die BVG fährt im grunde nur noch,weil die ganzen alten nicht mehr gehen wollen bzw weil viele es akzeptiert haben,wie es ist....in ca 10 jahren werden die alle weg sein....und bei den arbeitsbedignungen werden entweder ur noch leute oder billiglöhner,denen es egal

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