Hinter einer rot geschalteten Ampel stehen Busse der BVG auf einem Omnibushof in Berlin-Spandau (Archivbild, Quelle: dpa/Robert Schlesinger)
Video: rbb24 | 13.03.2019 | Timo Fabian Nicolas | Bild: dpa/Robert Schlesinger

Zweiter Ausstand in Folge - Diese Buslinien werden trotz BVG-Warnstreiks bedient

Am Donnerstag wird von Betriebsbeginn bis 22 Uhr der Busverkehr der BVG bestreikt. Einige Linien von Subunternehmern sind aber trotzdem im Einsatz. Auch der Flughafen Tegel bereitet sich auf den Ausstand der Busfahrer vor.

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag die Busfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Im laufenden Tarifkonflikt sollen die Beschäftigten von Betriebsbeginn 3:30 Uhr bis 22 Uhr die Arbeit niederlegen. Fahrgäste müssten sich auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr einstellen, teilte die BVG am Dienstag mit. "Wir gehen davon aus, dass die meisten Busse stillstehen werden und der Verkehr auch nach Beendigung des Warnstreiks noch einige Stunden unregelmäßig sein wird."

Allerdings fahren nach Angaben der BVG folgende von Subunternehmern betriebene Buslinien während des Warnstreiks komplett:

106, 161, 162, 163, 168, 175, 179, 218, 234, 263, 275, 284, 320, 322, 334, 341, 349, 363, 365, 371, 373, 380, 390, 399

Folgende sechs Linien fahren mit leichten Einschränkungen:

112, 140, 184, 283, 370 und 893

Die Buslinien verkehren laut BVG überwiegend am Stadtrand. Ausnahmen bestehen beispielsweise auf der Linie 136, die von der BVG und der Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) gemeinsam bedient wird. So wird die Linie am Donnerstag nur mit Fahrten der OVG zwischen Hennigsdorf und Rathaus Spandau bedient [genaue Abfahrtszeiten 136er im PDF].

 

Flughafengesellschaft richtet wieder Shuttle-Service ein

Der Flughafen Tegel wird am Donnerstag allerdings erneut nur mit Auto oder Taxi erreichbar sein, weil der TXL-Bus ausfallen wird. Wie beim letzten Warnstreik Mitte Februar wird wieder ein Shuttle-Service für Reisende eingerichtet, sagte Flughafensprecher Daniel Tolksdorf am Mittwoch. Demnach werden die vier Busse zwischen 5 und 23 Uhr zwischen dem Flughafen und U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz pendeln.

Passagiere sollten vor allem bei der Anreise zum Flughafen dennoch viel Zeit einplanen, so Tolksdorf. Da man das Angebot der BVG nicht "eins zu eins" ersetzen kann, sollte man einplanen, vom Jakob-Kaiser-Platz zum Flughafen zu laufen. Dies beanspruche etwa eine halbe Stunde.

Desweiteren setzt die Flughafengesellschaft wieder speziell geschulte Einsatzkräfte ein. Diese sollen sich um die Anliegen der Fluggäste vor Ort kümmern. Dies habe auch beim letzten Mal sehr gut geklappt, sagte der Sprecher.

Mehr Alternativen als beim letzten Warnstreik

Im Gegensatz zum letzten Warnstreik der BVG Mitte Februar stehen Fahrgästen mehr Alternativen zur Verfügung. Diesmal sind U-Bahnen und Straßenbahnen vom Ausstand nicht betroffen. Auch die BVG-Fährlinien fahren planmäßig.

Allerdings weist die BVG darauf hin, dass bestehende Ersatzverkehre mit Bussen, unter anderen auf den Linien M4 und M13, während des Warnstreiks ausfallen.

Die Berliner S-Bahn und die Regionalbahnen sind von dem eintägigen Ausstand ebenfalls nicht betroffen, da sie nicht zur BVG, sondern zur Deutschen Bahn gehören [Link zur S-Bahn Berlin].

Wer beim letzten Warnstreik zu Fuß in der Stadt unterwegs war, hatte Glück - denn es war trocken und sonnig. Für Donnerstag haben Metereologen allerdings Regen und starken Wind vorausgesagt.

Letzter Warnstreik Mitte Februar

Bereits Mitte Februar hatte es einen großen Warnstreik in der Hauptstadt gegeben - neben Bussen blieben auch viele U-Bahnen und Straßenbahnen stehen. Damals waren alle BVG-Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen.

Verdi will für die rund 14.000 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport unter anderem eine 36,5-Stunden-Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. Derzeit muss knapp die Hälfte der Beschäftigten des Landesunternehmens 39 Stunden in der Woche arbeiten.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

23 Kommentare

  1. 23.

    Ohne Fahrer werden die unwichtigen/ unrentablen Ecken von Berlin noch schlechter bzw. gar nicht mehr bedient .
    Die Fahrpreise werden so oder erhöht ob der Fahrer nun 1€ mehr oder auch gar nichts bekommt .
    Frau Nikuttas Gehalt wird nämlich wieder kräftig steigen weil mit jährlich ca. 500000 Jahresgehalt exkl. Boni, kommt man ja in Berlin kaum noch über die Runden .
    P.S Was erwarten sie denn so alles von einem Busfahrer ?
    Pünktlichkeit ? kann er oft gar nicht beeinflussen wenn er (vorher) im Stau steckt .
    Die Fahrzeiten unrealistisch sind und teilweise Kunden mit 1 Cent Münzen Zahlen will und minutenlang im Portmonnaie wühlt .Der Fahrer bei jeden Kunden eine kleine Laola macht . Jeden Kunden einzelnt in den Bus geleitet .
    Sorry ich kenne kaum wirklich unfreundliche Fahrer ....mufflig ja aber das wundert mich bei dem Job nicht wirklich .
    Nur darf man eins nicht machen ....respektloses und aggressives anschnauzen vor allem bei Sachen die der Fahrer nicht beeinflussen kann .

  2. 22.

    Was ist denn bitte so schwer zu verstehen, dass für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt wird, damit sich wieder mehr Leute bei der BVG bewerben und es dadurch wieder mehr Busfahrer gibt, damit die Fahrpläne wieder besser eingehalten werden können?
    Genauso wie bei Erziehern, Lehrern und Feuerwehrmännern der Nachwuchs fehlt und alles den Bach runter geht.
    Unter den Bedingungen sehen immer weniger Menschen einen Grund, dort arbeiten zu wollen.
    Der Streik ist ätzend, nervt und hat auch mich bis eben echt gestresst (weil es auch mit der U-Bahn eher suboptimal funktionierte...), er muss aber sein, damit alles nicht noch schlimmer wird. Bedanken Sie sich bei Frau Nikutta & Co. Ihr geht es gut und sie fährt entspannt mit dem Dienstwagen. Und wenn alle Stricke reißen, dankt sie ab und nach ihr die Sinflut. Ja, es gibt extrem biestige Busfahrer, das finde ich auch sehr unschön, trotzdem sind die nicht schuld an dem Dilemma.

  3. 21.

    Das halte ich für sehr zweifelhaft ob ich Vorteile habe, wenn die Busfahrer mehr Geld bekommen- wahrscheinlich wird der Fahrpreis erhöht. Und netter wird so mancher Busfahrer davon auch nicht. Wir in Staaken sind heute vollkommen aufgeschmissen-na klar selbst schuld wenn man kein Auto hat. Vielen Dank dann auch.

  4. 20.

    Hallo Klaus
    Die Mitarbeiter streiken auch für sie !
    Denn nur ein gutes Gehalt und gute Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass die Mitarbeiter bei der BVG bleiben bzw. neues Personal angelockt wird.
    Viele Fahrten fallen wegen Personalmangel aus und wenn sich an der Situation nichts ändert werden sich die Ausfälle weiter verschärfen . Nicht ohne Grund benötigt die BVG alleine für dieses Jahr mehr wie 1300 neue Mitarbeiter .

  5. 19.

    Auch ich bin schwerst gehbehindert. Habe auch nur ne kleine Rente, so daß ich mir kein Taxi zum Facharzt leisten kann ( habe deutschen PA). Also neuen Termin holen und wieder mindestens drei Monate warten.
    Mich kotzt das alles an.Streiken ja, aber bitte nicht auf meine Kosten, denn dafür fehlt mir jedes Fünkchen an Verstandnis,
    Liebe BVGer, denkt auch an eure Mitmenschen und nicht nur an euer Geld

  6. 18.

    Ich kann die BVGler verstehen, denn ich bin selber Busfahrer, verdiene pro Stunde im Reiseverkehr 11,12 Euro pro Stunde, Und im Auftrag der BVG 11,62 pro Stunde. Wir fahren Menschen durch die Gegend und keine Güter. Wir Busfahrer stehen mit einem Bein im Knast für den Hungerlohn. Ich darf im übrigen heute im Auftrag der BVG fahren, weil wir ein Subunternehmen sind. Ein Generalstreik wie in Frankreich müßte es mal geben, wo kein einziger Bus mehr fährt.

  7. 17.

    Sie scheinen ja wie von wilden Teufeln getrieben. Was ist eigentlich Ihre Mission? Aufn Ersten wirkt Ihr Angebot ja ganz erfrischend nett, aber inzwischen recht manisch. Übrigens ist nicht jeder automatisch gegen den Streik, nur weil er selber dadurch Probleme hat und die äußert. Ich würde aber wetten, dass die morgen streikenden Busfahrer, wenn die z.b. im August in Tegel stehen und nicht nach Malle fliegen können, weil gestreikt wird, auch not amused sind ^^. Ich hoffe für Sie, dass endlich einer bei Ihnen mitfahren mag, damit Sie ruhig schlafen können. Gute Nacht ^^

  8. 16.

    Was ist so schwer daran, seine Angestellten ordentlich zu entlohnen? Nix! Bezahlt die Helden der Straße vernünftig. Bin sehr unzufrieden damit,morgen Laufen zu müssen.

  9. 15.

    mag ja sein, dass gestreikt werden muss, aber immer auf Kosten anderer.ich bin gehbehindert und auf den Bus angewiesen, wer gibt mir das Taxi-Geld zurück, habe nur den Mindestlohn.die Treppen bei der S-bahn schaffe ich leider nicht.wurde mal darüber nachgedacht?

  10. 14.

    @rbb: Bitte Beitrag aktualisieren. "Der Flughafen Tegel wird über einen Busshuttle der Flughafengesellschaft an den U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz angeschlossen."

    nach Update BVG-Website.

  11. 12.

    Krieger, da gehste Mexikoplatz los in die Matterhornstaße (auf der Ecke ist ein weißes Flachdach-Haus), dann links in die Schopenhauer, nach Querung der Spanischen Allee dann in die Wasgen. Oder du steigst am Seniorenheim (beiger Bau, 70er)Halte Niklasstraße aus, gehst da gleich durch die Niklasstr. lang, rechts-links-Kombi Spanische Allee Tewsstraße und dann bist du schon Wasgen. Ist laufen nicht drin, Taxe am Mexikoplatz (Halte am Springbrunnen) nehmen. Oder soll ich dich morgen rumfahren? Bin um 7:35 dort.

  12. 11.

    Wenn ein Auto einen Platten hat, sollte man auch die restlichen Reifen plätten?
    Irgendwie finde ich das logisch nicht sooooo überzeugend.
    Führe morgen auch keine U- oder S-Bahn, bräuchte ich rund zwei Stunden zur Arbeit (und dann natürlich auch wieder zurück).
    Also nein danke.
    Und mal ganz realistisch betrachtet:
    Wieviel Prozent aller BVG-Benutzer wohnen wirklich sehr weit von jedem Bahnhof entfernt?

  13. 10.

    Ist mir bekannt und wird auch oft zur Sprache gebracht.
    Allerdings wollte ich auch mal darauf hinweisen, dass manche Menschen unter dieser Situation womöglich stärker zu leiden haben als Arbeitnehmer ohne Handicaps.
    Denn dieser Aspekt scheint mir in der Berichterstattung etwas unterzugehen.
    Und dabei habe ich Mütter mit Kinderwägen und kranke Menschen (die eventuell nur mal zum Arzt müssen) sogar weggelassen.

  14. 9.

    na super und alle die Fruhdienst haben und nicht an s oder u Bahn kommen bleiben zu Hause? nachtbusse fahren auch nicht .es gibt keine info darüber. es trifft die verkehrten. das ist nur Schikane. entweder alle also auch u Bahn oder oder keiner.

  15. 8.

    Wir haben mittlerweile in der meldung ergänzt, dass die Flughafengesellschaft wieder einen Shuttle Service eingerichtet hat.

  16. 6.

    Anders ist die gesundheitliche Ausbeutung bei BVG-Mitarbeiter*innen nicht zu beenden.

  17. 5.

    Es gibt auch ganz normale Menschen, die zur Arbeit müssen, man stelle sich vor.
    Aber wir Arbeitnehmer trainieren ja schon seit Jahren, unsere Freizeit in BVG-Fahrzeit umzuwandeln und wenn es ganz dicke kommt verplempern wir auch noch unsere Urlaubstage für den BVG-Streik.

  18. 4.

    Liebe BVG- Chefetage, wie wäre es eigentlich, wenn Sie ein paar Busse der Subunternehmer abzieht und damit wenigstens einen Pendelverkehr zwischen dem Flughafen Tegel und dem U-Bhf. Jakob-Kaiser-Platz anbieten würdet. Das wäre doch eine tolle Geste für die Berlinbesucher. Da viele Linien der Subunternehmer in den östlichen Stadtteilen unterwegs sind, wo die Fahrgäste wenigstens noch auf die Tram ausweichen können, müsste es doch machbar sein, wenigstens ein Notangebot zum Flughafen TXL auf die Beine zu stellen.
    Den BVG-lern wünsche ich viel Erfolg mit dem Streik. *Daumen hoch*

Das könnte Sie auch interessieren