Zentrale der Deutsche Wohnen in Berlin-Wilmersdorf (Quelle: imago/Schoening)
Audio: Inforadio | 24.03.2019 | Ricardo Westphal | Bild: www.imago-images.de/Schoening

Wohnungskonzern - Deutsche Wohnen steigert Gewinn durch höhere Mieten

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen erfreut seine Anleger mit sprudelnden Gewinnen und steigenden Dividenden. Grund dafür sind vor allem überdurchschnittlich stark steigende Mieten in Berlin.  

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen hat seinen operativen Gewinn 2018 im Jahresvergleich um elf Prozent auf knapp 480 Millionen Euro gesteigert. Das teilte das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. Die Mieteinnahmen stiegen um 3,4 Prozent, in Berlin sogar um 3,6 Prozent. Die Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 160.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten, rund zwei Drittel davon in Berlin.

Unter Einbeziehung von Wertsteigerungen des Wohnungsbestands ergab sich ein Nettoergebnis von 1,86 (1,76) Milliarden Euro. Die Dividende für die Aktionäre soll von 80 auf 87 Cent pro Aktie erhöht werden. Vorstandschef Michael Zahn sagte, er rechne damit, dass sich die Mieten in den 160.000 Konzernwohnungen in diesem Jahr um drei Prozent erhöhen werden. Wie sehr die Mieten in der Hauptstadt steigen, hänge auch davon ab, wie im Mai der neue Mietspiegel ausfalle.

Enteignungs-Kampagne gegen Deutsche Wohnen

In Berlin sieht sich die Deutsche Wohnen Bestrebungen von Mieterinitiativen ausgesetzt, private Immobilienunternehmen zu enteignen. Die Initiatoren wollen diese über einen Volksentscheid durchsetzen, sie berufen sich dabei auf Artikel 15 des Grundgesetzes. Sie werfen der Deutschen Wohnen und anderen Konzernen vor, nur an steigenden Mieten interessiert zu sein, um ihre Aktionäre zu befriedigen.    

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich gegen Enteignungen ausgesprochen. Er kündigte an, Tausende Wohnungen von der Deutsche Wohnen zurückkaufen zu wollen.

Karl-Marx-Allee als Investment

Auch die Bezirke können ein Vorkaufsrecht ausüben. Das tat Friedrichshain-Kreuzberg für ein Wohngebäude in der Karl-Marx-Allee 92/100 - zu Gunsten der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM. Dagegen hatte die Deutsche Wohnen Widerspruch eingelegt, um ihn dann wieder zurückzuziehen, was der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, am Dienstag bekannt gab. Jetzt sei der Bescheid rechtskräftig und das Grundstück könne in das Eigentum der WBM übergehen.

Sendung: Inforadio, 26.03.2019, 08.30 Uhr

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21 Kommentare

  1. 21.

    Ein operativer Gewinn von 3.000 EUR pro Mieteinheit, wovon ein Großteil auf die Gewerbeeinheiten entfallen dürfte, ist jetzt aber auch nicht gerade die Riesengröße. Wo liegt denn der Gewinn nach Zinsen, Steuern und Rücklagen? Da verlangt doch fast jeder Kleinvermieter mehr. Für mich ist die Deutsche Wohnen nicht schlimmer, aber auch nicht besser als andere Vermieter auch.

  2. 19.

    Komplett falsch. Ihre Denke ist asozial. Die Menschen die für die Enteignung der DW kämpfen denken nicht in erster Linie an die eigene Miete, sondern an die Tausender. Enteignung solcher Preistreiber senkt den Mietspiegel, das kommt allen zugute. Und selbst bei einer Enteignung, die den Wortsinn nicht trifft, macht die DW einen fetten Reibach.

    Ich weiß, sie haben echte Probleme damit sich in Menschen zu versetzen, die etwas für andere tun, das ist in ihren Augen ja "linksgrünversifft", nicht wahr?

  3. 18.

    Sie sind doch doof. Selten solchen UnSinn vernommen. Menschen ohne Aktien stellen mehr auf die Beine als sie denken. Vor allem arbeiten solche Leute für ihren Wohlstand und investieren, wenn in Aktien, dann in nachhaltige und nicht in Aktien, bei denen es nur um Rendite auf Kosten von Mietern geht. Oder sie investieren in den Fortschritt ihrer Existenz. Das ist besser als unsozial eingestellte Unternehmen zu stützen. Ich bin auch Anteilseigner und stolz darauf, einen sozialen Vermieter zu unterstützen.
    Und es gibt Menschen, die sich bewusst nicht für Aktien entschieden haben. Sind das in Ihren Augen Versager? Wenn Sie diese Frage für sich mit ja beantworten, ist ihnen nicht zu helfen. Segeln Sie gut während des freien Falls nach dem Höhenflug. Ich wünsche happy Landung.

  4. 16.

    Was raten Sie eigentlich denen, die sich schlichtweg aus finanziellen Gründen keine Aktien der Deutschen Wohnen leisten können? In welcher Zauberwelt leben Sie eigentlich?

  5. 15.

    Ich hoffe dass nach sieben Heuschreckenjahren nur noch fette Jahre kommen, und zwar für alle Menschen.

  6. 14.

    Für den Fall von Sarkasmus: gelungen - Chapeau....
    Für den Fall der Ernsthaftigkeit: einen schönen 1. Mai gewünscht..... Solche Leute wie Euch braucht es nicht - nicht hier in Berlin und anderswo - Ihr seid wahrscheinlich irgendwelche zugezogenen Heinis, die nur Rendite im Schädel haben oder nutzlose Kinder reicher Eltern, die nie wirklich arbeiten mussten und es gewöhnt sind, alles in den Allerwertesten geschoben zu bekommen. Aber keine Sorge, auch gegen Heuschrecken gibt´s was..... gewaltlos und leise: den Verfall der Blase - viel Spaß.
    Ich finde Leute, die sich so laut über ihre Rendite freuen und dies mit solchen Worten wie Abwehr von sozialem Verfall umschreiben, einfach nur abstoßend und widerlich.

  7. 13.

    Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage, gelle? Eine Politik, die viel Nachfrage, aber kein Angebot schafft, ist asozial. Aber was erzähle ich das den linksgrünen Neidern, für die es nur die „bösen Kapitalisten“ von Deutsche Wohnen & Co. gibt? Wenn man schon selbst nichts auf die Beine stellt, versucht man sich eben mit (staatlicher) Gewalt das Eigentum anderer Leute unter den Nagel zu reißen. Das keinem Einzigen, der Wohnraum benötigt, damit geholfen ist: egal. Hauptsache meine günstige Miete ist gesichert.
    Und ganz nebenbei: Niemand wird davon abgehalten, sich per Aktienkauf an der Deutschen Wohnen und somit am Gewinn zu beteiligen.

  8. 12.

    Heuschrecken werden von der Regierung gemacht und aufrechterhalten. Wenn die Gesetze angepasst würden, wären die gar nicht mehr wie hier wirksam. Modernisierungsumlage über 10 Jahre ist völlig nach hinten losgegangen, aber soll ja laut Koalitionsvertrag unkorrigiert so weiterlaufen, bringt dem Staat Einnahmen. Beim Bürger landet Maximalbesteuerung plus Mietenexplosion, das ist doch eine feine Sache. Haben wir gewählt.

  9. 11.

    3000 Euro Gewinn pro Wohnung im Schnitt,nicht schlecht. Ca 300 Millionen Euro Kaufkraft,die Berlin entzogen werden. Ein perfektes Beispiel für die Umverteilung von unten nach oben.

    Die Schuld liegt übrigens bei der Bundesregierung.

    @Claus T
    Meinst du die vielen betroffenen Rentner?

  10. 10.

    Ich bedanke mich für ihren Beitrag! Menschen wie sie sind das beste Beispiel dafür warum DW enteignet werden MUSS. Wenn auch leider gegen Entschädigung.

  11. 9.

    Ah, Frau Greta trollt wieder. Seien Sie stolz auf Entmietung, Verdrängung und Gentrifizierung. Ein Hoch auf Leute wie Sie.
    Ich mag Sie, Sie sind so herzlich offen und den Menschen zugewandt, wie die DW auch. Sorgen sich um die letzten Cent, die man noch aus den Mietern rausholen kann. Aber Ihre soziale Inkompetenz haben Sie ja bereits in einem anderen Bericht herausgekehrt.
    Aber das Schöne ist doch, dass auf sieben Jahre mit einer Heuschreckenplage, sieben gute Jahre folgen, in denen denselben keine Chance mehr geboten wird und sie einfach nicht mehr gesehen sind.

  12. 8.

    Schon mal darüber nachgedacht wen Sie alles so asozial nennen?
    Wenn sich Handwerker, Pfleger und Verkäufer keine Wohnung in Berlin leisten können- meinen Sie die brauchen Sie nicht? Sie gehen nicht zum Arzt oder zum Haare schneiden und leben von Luft und Liebe?
    Gier frißt Gehirn sagte meine Großmutter gerne.

  13. 6.

    "Geld schlägt Moral", auch wenn es im Moment die Anleger über steigende Dividenten sehr erfreut. Die kleineren Investoren sind m.M. nach viel übler und schlimmer. Sie verzocken die Häuser nachdem sie diese in Eigentumswohnungen umgewandelt haben.

  14. 5.

    "Die Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 160.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten"

    Ist bekannt wie viel davon (in den letzten jahren) selbst gebaut wurden?

  15. 3.

    auch ich möchte mich herzlich bedanken bei der Deutsche Wohnen. Dank unseres Aktienpakets können wir die Wintermonate in unserer Finca im Süden verbringen. Und für die Zeit in Berlin hält uns die Deutsche Wohnen mit ihrer angemessenen Mietenpolitik die schlimmsten sozialen Auswüchse hier in der Stadt zunehmend vom Leib.

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