Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister, Regine Günther, Umweltsenatorin von Berlin, Svenja Schulze, Bundesumweltministerin und Ramona Pop, Wirtschaftssenatorin von Berlin fahren bei einem Termin zur Vorstellung der neuen Elektrobusse auf dem Gelände der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit einem E-Bus des polnischen Herstellers Solaris. (Quelle: dpa/Skolimowska)
Video: Abendschau | 27.03.2019 | Bild: dpa/Skolimowska

Fördermittel von Bund und Land - BVG stellt neue Elektrobusse für Berlin vor

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben am Mittwoch die kommenden vollektrischen Busse für ihre Flotte vorgestellt. "In wenigen Jahren werden diese Elektrobusse das Stadtbild Berlins prägen", sagte BVG-Chefin Sigrid Nikutta. 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) lobten den Umstieg auf leise und abgasfreie E-Busse als richtungsweisend. Ihre Ministerien und die Stadt förderten die Anschaffung. Scheuer appellierte an die Autobauer, Elektromobilität bald so günstig anzubieten wie Verbrenner. Auch im Kampf gegen Diesel-Fahrverbote und schmutzige Stadtluft setzen viele Städte auf Elektrobusse. Schulze sagte, mit den zur Verfügung stehenden Fördermitteln von 300 Millionen Euro könnte die Anschaffung von 850 E-Busse gefördert werden.

225 Elektrobusse bis 2021, die ganze Flotte bis 2030

Bis 2030 soll Deutschlands größte Busflotte komplett auf Strom umgestellt werden. Je 15 Fahrzeuge von Mercedes-Benz und dem polnischen Hersteller Solaris werden noch in diesem Jahr in den Dienst gehen. Zunächst werden sie auf der Linie 142 eingesetzt, die vom Ostbahnhof zum Leopoldplatz im Wedding fährt.

Die BVG plant in einem ersten Schritt bis 2021 die Anschaffung von insgesamt 225 Elektrobussen - bis zu 210 davon sind dem Unternehemn zufolge zwölf Meter lange einstöckige Busse. Das Unternehmen bezahlt nur die Kosten, die für vergleichbare Dieselbusse angefallen wären. Die Mehrkosten gegenüber Dieselbussen werden vollständig durch Fördermittel vom Bund und Land Berlin getragen. Das Land schießt bis 2021 bis zu 58 Millionen Euro zu. Vom Bund erhält die BVG insgesamt 48 Millionen Euro Fördermittel.

Anders als die erste E-Bus-Generation der BVG, die per Induktion an den Endhaltestellen geladen wird, bekommen die neuen Elektro-Eindecker ihre Energie per Ladekabel über Nacht auf dem Betriebshof. Mit den vollgeladenen Batterien sollen die Busse mindestens 150 Kilometer weit fahren können.

Sendung: rbb 88,8, 27.03.2019, 17:40 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Soweit mir bekannt ist, hat sogar die Stadt San Francisco diese O-Busse ausrangiert. Ich kenne diese noch aus den 70er Jahren. Waren störanfällig und blieben oftmals im Verkehr plötzlich stehen, weil die Stromverbindungen abbrachen. Der Busfahrer mußte dann umständlich die Verbindung wiederherstellen. Unvorstellbar für eine Stadt wie Berlin. Bei den LKWs gibt es allerdings gute Beispiele das solch Oberleitungen gut funktionieren. Vorausgesetzt es handelt sich um E-Fahrzeuge.

  2. 14.

    Eine ebensolchen Kommentar über Chinas Elektrobusse wollte ich auch gerade als Antwort auf diesen Besserwisser schreiben.

  3. 13.

    Stimmt, O-Busse sind teurer als normale Busse (sowohl Diesel als Elektro), sie sind aber immer noch günstiger als die Tram, für die aufwendige Gleise verlegt werden müssen.
    Heutige O-Busse verfügen für Notfälle entweder über Akkus oder über Verbrennungsmotoren, die die Flexibilität garantieren.
    Ob eine Oberleitung (bei O-Bussen sind es je Fahrtrichtung zwei) das Stadtbild verschandelt, ist immer subjektiv, das war es schon zu Beginn der ersten Straßenbahnen Ende 19. Jh. Das ist jedoch im Sinne von Null-Emission und Klimaschutz in Kauf zu nehmen, denke ich. Aber das wichtigste ist: Diese Technik ist relativ schnell verfügbar und sie funktioniert garantiert.

  4. 12.

    Hallo,

    warum jammern denn alle über die aktuelle Ökobilanz?
    Sicherlich ist diese heutzutage sehr schlecht, man darf aber die Ursachen nicht vergessen. Schließlich wurde Westberlin "autofreundlich" gestaltet, heißt Einstellung sämtlicher Straßenbahnlinien, Boykott der S-Bahn und Bau der blöden Stadtautobahn.
    Es müssen keine Elektrobusse her, sondern es muss der Ausbau von Straßenbahnlinien und eventuell O-Bussen her, die die selben Leitungen nutzen können.
    Außerdem sollten die Taxis und Autoverleihe abgeschafft werden, sodass jeder Besucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss. Nicht zu vergessen von den ganzen Lieferdiensten für Essen, Trinken, Einkäufe, etc.
    Und wie wäre es außerdem mit einer Beschränkung für Privatautos pro Haushalt. Ein Auto reicht doch.

  5. 11.

    Mal spontan: O-Busse sind teuer, unflexibel, benötigen sehr viel teure Infrastruktur, sind eher aus dem Jahr 1980 als aus 2020. Und vermutlich wollen noch viel andere außer mir nicht das Stadtbild verschandelt wissen durch hässliche Oberleitungen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Oberleitungsbus#Kritik_und_Nachteile

  6. 10.

    Genau.
    O-Busse sind seit Jahrzehnten vollkommen ausgereift und zuverlässig.
    Die wären der richtige Weg für unsere Stadt, alles andere ist bloßes teures Rumexperimentieren mit viel Zeitverlust und vermutlich auch ohne vernünftiges Ergebnis.
    Ich begreife einfach nicht, warum die Verantwortlichen die O-Bus-Technik so konsequent ignorieren!

  7. 9.

    Ich bin mir sicher, beim Umstieg von der Kutsche zu den ersten Motorbussen gab es die gleichen Bedenkenträger.
    Es gibt nur noch den Weg nach vorne, und wenn man stets wartet, bis ALLE Fragen vorab final geklärt sind, hinkt man nur noch hinterher. In China fahren bereits mehr als 380.000 Elektrobusse im Dauereinsatz.
    Gerne mal hier nachlesen:
    https://www.tagesschau.de/ausland/china-ebusse-101.html

  8. 8.

    Die Reichweitenproblematik wurde ja bereits vielfach angesprochen.

    RRG hat aber trotzdem in der wachsenden Stadt nur eine geringe Zunahme der Zahl der Busse vorgesehen und will so die Verkehrswende verhindern.

  9. 7.

    Die Ökobilanz der Busse ist im schlimmsten Fall auch nicht viel schlechter als die von Dieselbussen. Sie haben aber den entscheidenden Vorteil, dass sie weniger lokale Luftverschmutzung erzeugen, wo die Luft eh schon dick ist, nämlich hier bei uns in der Stadt.

  10. 6.

    Noch jahrelang rumprobieren? Wann werden auch die Letzten begriffen haben, dass es 5 vor 12 ist? Der Klimawandel wartet nicht auf unsere x-te Ausschreibung/Testphase. Gerade der Verkehr muss und wird sich radikal verändern - und zwar in den nächsten Jahren. Die Machbarkeit zeigt sich längst in Mega-Cities wie z.B. Shenzen (China) wo 17.000 Elektrobusse und 12.000 Eletro-Taxis fahren....Aufwachen!

  11. 5.

    Die BVG hat seit Jahren Technisches problem mit Solaris Urbino 18
    diese Fahrzeuge sind Laut und stark verschmutzt und Alt da muss auf jeden fall was getan werden
    Die BVG Hat ja breits neue Mercedes Benz Busse bekommen Ja mann sieht sie kaum auf der Straße
    wir Fahrgäste hoffen das die BVG mal sich Ändert

  12. 4.

    Ein Dieselbus fährt morgens vollgetankt vom Hof, kurvt den ganzen Tag durch die Stadt, kehrt am Abend zurück - oder womöglich, nach Einsatz als Nachtbus, sogar erst am nächsten Morgen.

    Das wird es mit Batteriebussen so auf unabsehbare Zeit nicht geben. Die ersten Elektrobusse in Berlin fuhren um 1900. Das Problem: zu geringe Reichweite, Unzuverlässigkeit (erst recht bei extremen Außentemperaturen), zu lange Ladezeiten. An all dem hat sich bis heute nur geändert, dass man auch noch gelernt hat, wie sorgfältig Akkus gepflegt werden müssen.

    In Fachkreisen gilt daher die Faustformel, dass man, nur um den gleichen Verkehr zu betreiben, ein Drittel mehr Akku- als Dieselbusse braucht. Wer zahlt deren Anschaffung? Wo sollen die untergebracht werden? Baut die BVG einen neuen Betriebshof? Wird man für Elektrobusse die langen Berliner Linien kürzen müssen?

    Vielleicht könnte der RBB beim nächsten Reklametermin von Frau Nikutta und Co. mal diese Fragen stellen.

  13. 3.

    150 Kilometer klingt viel. Aber recherchieren Sie doch mal, wie lang Linien wie 101, 104, M45 oder M85 sind. Und nicht vergessen den teils beträchtlichen Anfahrtsweg. Denn seit man auf die tolle Idee kam, alle Betriebshöfe im Südwesten wegzurationalisieren, kommen mache Busse, die in Steglitz oder Zehlendorf fahren, aus Britz.

    Wie lange reicht der Akku für „mindestens 150 Kilometer“? Bekanntlich lässt die Leistungsfähigkeit von Akkus ja im Laufe der Zeit (und mit der Zahl der Lade- und Entladevorgänge) nach.

    Was müssen die Akkus gegen neue ausgetauscht werden? Wie sieht deren Ökobilanz aus, wie steht es um die Entsorgung? Oder wachsen Batterien neuerdings auf Bäumen? Und wo kommt eigentlich der Strom her? Vor allem wenn keine Sonne scheint, kein Wind weht oder die Bewohner brandenburgischer Einöden den Bau neuer Windräder verhindern? Und wir alle verinnerlichen, wie umweltschädlich Wasserkraft wäre?

  14. 2.

    Oder gleich O-Busse?

  15. 1.

    Mal sehen, wie sich die Reichweitenprognosen der Elektrobusse im Alltag bewähren.
    Ich fürchte, dass wir bald mit vielen Ausfällen auf den elektrischen Linien konfrontiert werden.
    Die BVG sollte diese Busse erst mal gründlich über mehrere Jahre auf ihre Praxistauglichkeit und Akkuleistung testen, bevor sie viele davon kauft. Die wenigen Modelle mit Induktionsaufladung scheinen sich ja nicht bewährt zu haben, wenn man schon wieder von ihnen abrückt.

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