Um den Bahnverkehr zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin zu beschleunigen, ist eine neue ICE-Trasse für Tempo 300 zwischen Hannover und Bielefeld in der Planung. Bevorzugt werde eine Trassenführung entlang der Autobahn A2, hier am 17.03.2019 in Höhe Lauenau. (Quelle: dpa/Peter Steffen)
Audio: Inforadio | 18.03.2019 | Nachrichten | Bild: dpa/Peter Steffen

Neue Bahn-Trasse geplant - ICE soll Strecke Berlin-Köln in vier Stunden schaffen

Mit Tempo 300 sollen die ICE-Züge der Deutschen Bahn künftig zwischen Hannover und Bielefeld verkehren. Dazu ist der Bau einer neuen Trasse entlang der A2 geplant. Die Fahrtzeit von Berlin ins Ruhrgebiet via Schiene soll dadurch deutlich verkürzt werden.

Zur Beschleunigung des Bahnverkehrs zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin ist eine neue ICE-Trasse für Tempo 300 zwischen Hannover und Bielefeld in der Planung. Bevorzugt werde eine Trassenführung entlang der Autobahn 2, sagte der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), der Deutschen Presse-Agentur (dpa), wie diese am Montag berichtete.

"Ein Traum für die Gesamtregion"

"Unser Kernziel ist Berlin-Köln in vier Stunden", sagte Ferlemann. Die Bahn will damit mehr Fahrgäste für die schnelle und ökologische Schiene gewinnen und weniger an den innerdeutschen Flugverkehr abgeben. "Heraus kommt nachher ein Halbstundentakt, das ist doch ein Traum für die Gesamtregion", so Ferlemann. Bisher pendelt der ICE stündlich zwischen Köln und Berlin und benötigt rund 4 Stunden und 40 Minuten.

Die Planungen für die neue Trasse zwischen Hannover und Bielefeld sollten in diesem Jahr so weit vorangetrieben werden, dass im kommenden Jahr bei einem Dialogforum mit Bürgern und Kommunen über eine Vorzugsvariante beraten werden könne, sagte Ferlemann. Auch die Züge zwischen Berlin und Amsterdam sollen dadurch schneller werden. Die Niederländer hatten sich kürzlich in Berlin für eine Beschleunigung stark gemacht. Bereits vor dem Bau der neuen ICE-Trasse soll der Wegfall kleinerer Halte in beiden Ländern geprüft werden, sagte der Bahnbeauftragte. Ab 2023 soll zudem ein neuer beim spanischen Hersteller Talgo georderter Zug auf der Strecke fahren, womit der zeitraubende Lokwechsel an der Grenze wegfällt.

Wann die geplante neue Trasse fertig gestellt werden könnte, ist noch vollkommen offen.

Mehr Geld für Ausbau und Erhalt des Schienennetzes

In der Ausbauplanung des Bundes befindet sich die Strecke mit veranschlagten Kosten von knapp 1,9 Milliarden Euro im vordringlichen Bedarf. Bislang war allerdings nur eine Erhöhung auf Tempo 230 und ein Einsparen von acht Minuten Fahrzeit geplant, wobei die Frage offen gehalten wurde, ob ein Ausbau der bestehenden Strecke reicht oder eine neue Trasse von Porta Westfalica/Bad Oeynhausen bis vor die Tore Hannovers nötig ist. Das reicht nach neuen Überlegungen aber nicht aus, um den vom Bundesverkehrsministerium geplanten "Deutschlandtakt" mit schnellen Anschlüssen in alle Landesteile umzusetzen.

Indes wurde bekannt, dass der Bund ab 2020 offenbar eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr für den Erhalt und Ausbau der Schienenwege zur Verfügung stellen will. Darauf habe sich die große Koalition nach Angaben aus Regierungskreisen im Rahmen der Verhandlungen über den Bundeshaushalt geeinigt, berichtete die "Welt am Sonntag" vorab. Zuletzt habe der Bund 3,5 Milliarden Euro für sogenannte Ersatzinvestitionen in das deutsche Schienennetz gezahlt, das von der Bahntochter DB Netz verwaltet werde.

Sendung: Inforadio, 18.03.2019, 10:40 Uhr

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19 Kommentare

  1. 19.

    Ich möchte bei diesem' "man", was die Magnetschwebebahn angeht, außen vor bleiben. Ich vermute, etliche andere auch.

    Dass Verkehrstrassen losgelöst von der Landschaftsgestaltung zu machen wären, war ein typisch rein technisch durchwirktes Denken der Nachkriegszeit. Die Folgen davon sind in den Städten bestimmt noch ein halbes Jahrhundert sichtbar.

    Ein wohlgetaner Wandel vollzog sich dann um 1980 herum, in Ostdeutschland mit der Wende: Zumindest im Versuch der Versuch einer Einbettung von Verkehrstrassen in den Landschaftsraum eine höhere Sensibilität gegenüber gewachsenen Stadtbildern. Das ist mit Magnetschwebebahntrassen nicht zu erreichen.

    Ein Zwei-Komponenten-Bahnsystem hielte ich schon für sinnvoll: Eines, das Menschen von A nach B bringt, die allein an Fahrzeitverkürzung interessiert sind und eines, das die Kultur des Reisens widerspiegelt, bei dem Geschwindigkeit eher zweitrangig ist. Die ReiseKULTUR droht seit Jz. hinten runterzufallen.

  2. 18.

    Das sehe ich auch so.
    Es tut sich eine Schere auf zwischen verhältnismäßig immer geringeren Fahrzeiteinsparungen und fast schon exponentiell steigenden Erstellungskosten. Letzteres auch aufgrund der Streckensicherungssysteme. Es gibt so etwas wie ein "break even point", an dem das Verhältnis zwischen Fahrzeiteinsparung und Erstellungskosten kippt. Dieser Punkt ist nach meiner Überzeugung schon längst überschritten.

  3. 16.

    Dass das mit dem "mit dem Flugzeug ist man schneller" auf einer Milchmädchenrechnung beruht, ist Ihnen hier bereits erläutert worden.

    Darüberhinaus sollte es sich für jeden klima- oder sonstwie umweltbewussten Menschen verbieten, das Flugzeug zu benutzen. Aber darin spiegelt sich exzellent die Verlogenheit unserer Zeit wider: Keine Plastiktüten benutzen und Kunststoffstrohhalme verbieten, aber immer mehr fliegen, fliegen, fliegen (und dies auch zum bloßen Vergnügen).

  4. 15.

    Antwort auf Sebastian Rother :

    Man sollte nicht immer alles glauben was im Stern oder der ein oder anderen Zeitschrift steht . Ich war schon mehrmals in China und nutzte dort bisher sehr oft den Zug innerhalb des Landes auf Grund des gut ausgebauten Netzes zumindest zwischen den großen Städten und dort wird auf einigen Strecken Tempo 350 km / h gefahren und auf anderen 250 bis 300 km / h . Auf der bisher einzigen Transrapid Strecke der Welt vom Flughafen Pudong ins Zentrum von Shanghai werden auch mal kurz 400 km / h erreicht aber wie gesagt der größte Teil der Schnellzüge in China fährt Tempo 250 bis 350 km / h was sicher bei weitem nicht ausreicht um in 4 Stunden 2000 km zurück zu legen . Es ist sicher einiges gut in China was den Verkehr angeht aber so schnell sind auch die Chinesen noch nicht !!

  5. 13.

    Ich beziehe mich auf einen Artikel des STERN
    Quelle: https://www.stern.de/digital/technik/china--mit-1000-km-h-sind-die-neuen-zuege-schneller-als-ein-flugzeug-7892780.html

    "Bahntechnik: 1000 km/h - Chinas neue Züge sind schneller als ein Flugzeug"

    Darüber hinaus erlaube ich mir den Hinweis (ebenfalls STERN) auf einen Artikel über Magnetschwebebahnen in China.
    Quelle: https://www.stern.de/digital/technik/600-stundenkilometer---peking-baut-den-schnellsten-zug-der-welt-7131920.html

    "Magnetschwebebahn: 600 Stundenkilometer – Peking baut den schnellsten Zug der Welt"
    Darüber hinaus wurde auch korrekt im Artikel vermerkt, dass es diesen Zug seid 2002 gibt....

    600km/h * 4h = Wieviele KM in 4 Stunden?
    Selbst unter der Annahme, dass man nur 500km/h erreicht komme ich so auf 2000KM in 4 Stunden.

    Normale "Bullet Trains" in China überbrücken laut BUSINESSINSIDER 746 Miles in 4.5H
    746*1.6= 1193km/4.5h == schneller als bei uns....

  6. 11.

    In China schafft man in 4 Stunden ca. 2000KM mit dem Zug.....

    Die Bahn ist keine private Firma sondern gehört 100% dem Staat (wieso es dann als AG organisiert ist muss man sich halt auch fragen). Falls es mal wieder Aussagen von Politikern geben sollte "Die Bahn müsse da mal was tun" -> Das kann die Politik der Bahn einfach (als Besitzer!) vorschreiben....

    Ich finde den Bahnverkehr in Deutschland (im Vergleich zu England) weltklasse aber im Vergleich, gerade was Güterverkehr angeht, zu Russland oder China nur erbärmlich. Man kann in China mit einem Personenzug in 4 Stunden 2.000KM zurücklegen oder man schafft es derzeit in Deutschland nicht mal von Berlin nach Köln....

  7. 10.

    Die aktuelle durchschnittliche Reisezeit mit einem ICE von Berlin-Hbf nach Köln Hbf. beträgt 5Stunden!! (fünf Stunden)
    Es sei denn, Sie kennen eine Abkürzung oder einen "geheimen" Fahrplan?!

  8. 9.

    Bin gespannt, wie sie das schaffen - Weserbergland braucht dann wohl einen Tunnel. Das erlebe ich nicht mehr, dass ich in kürzerer Zeit in meine Heimat OWL mit der Bahn reisen kann. Und ich habe nicht vor, in den nächsten 20 Jahren zu versterben.

  9. 8.

    So sieht er aus der Strukturwandel für die Lausitz. Worte, Worte, Worte und nur heiße Luft.
    Berlin - Köln wird ausgebaut (OK, nix dagegen zu sagen) Dresden-Berlin- perspektivisch bis Rostock wird ausgebaut (schön für die Sachsen, die nun die ostdeutsche Badewanne schneller und ggf. sogar direkt erreichen können. Nur Lausitz? Cottbus? Wo liegt das? Da passiert nix. Weder schnelle Verbindungen (damit meine ich nicht die Höchstgeschwindigkeit der Züge, sondern die Reisedauer) Wo bleiben Verbindungen in den Osten? Nach Breslau (nicht nur als Kulturzug), nach Grünberg? Da gibt es gar keine Verbindung oder ggf. funktionierende Bahn-Busse? Strukturwandel Lausitz? Anbindung? Erweiterung des ÖPNV? Nur bla bla bla, so wie in den vergangenen 30Jahren!!!
    Ergänzung: warum tuckert nur ein 4 teiliger KISS auf dem RE2? 6er gibt es ja auch! Weil die Bahnsteige unterwegs zu kurz für 6er sind. Die KISS-ODEG haben 50% weniger Power als andere Versionen des KISS. Warum? Na ist Brandenburg!

  10. 7.

    Habe ich das richtig verstanden: Man will für 1,9 Milliarden eine neue Trasse bauen, um die Fahrzeit Berlin - Köln von 4:40 auf 4:00 Stunden zu verkürzen? Erscheint mir wenig verhältnismäßig.

  11. 6.

    Von Berlin bis zum Kölner Dom mit dem Flieger schneller als 4 Stunden? Das zeigen Sie mir mal. Haben Sie auch die Abfertigungszeiten Sicherheitscheck, Auschecken, Fahrt zum und vom weit entfernten Flughafen usw. in ihre Berechnung mit einbezogen? Da sind 4 Stunden von einem Metropolenzentrum Berlin Hauptbahnhof zum anderen bis Kölner Dom unschlagbar. Sicher... die Preise sind ein diskussionswürdiges Thema. Aber auch nur, weil der Flugverkehr in Deutschland dermaßen subventioniert ist.

  12. 5.

    Hört sich gut an, ist auch notwendig. Besser wäre eine Ertüchtigung der Güterstrecke Rotterdam-Basel um endlich das Mittelrheintal zu entlasten und den Rückstau auf deutscher Seite aufzulösen.

  13. 4.

    Flugzeuge werden immer noch subventioniert mit billigem Kerosin, Personal und Flughafen-Slots etc. aber was solls. Es ist ein Anfang.

  14. 3.

    Das ist eine gute Nachricht für alle Bahnfahrer also auch für mich da ich mehrmals im Jahr auf dieser Strecke zwischen Berlin und Ruhrgebiet / Köln unterwegs bin aber ich denke das es sich auch hier nur um Wunschdenken handelt denen zumindest Zeitnah nicht viel Taten folgen werden denn Überfällig wäre nicht nur dieser wichtige Streckenabschnitt auf der Ost - Westverbindung sondern auch noch einige andere in Deutschland .

  15. 2.

    Ja, toll. Mit dem Flugzeug ist man dennoch immernoch wesentlich schneller und viel günstiger.

  16. 1.

    Generell wünsche ich mir schon lange Bahn-Direktverbindungen zwischen weit entfernten Bezirken und Städten.
    So wie es in Wolkenkratzern mitunter Expressfahrstühle gibt, die maximal dreimal halten (ganz oben, in der Mitte und ganz unten), sollte es auch in und zwischen Großstädten die Möglichkeit geben, besonders weit voneinander entfernte Gebiete mit maximal einem Zwischenstopp zu erreichen.
    Das wäre in der Stadt angenehm (wenn auch zugegebenermaßen schwer realisierbar) und würde den inländischen Flugverkehr ausdünnen oder ihn vielleicht sogar überflüssig machen.
    Bei dem Gedanken an eine Magnetschwebebahn zwischen Hamburg und München kann man schon ins Träumen kommen.

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