Kosmos Viertel in Altglienicke (Quelle: imago/Christian Thiel)
Audio: Inforadio, 22.03.2019, Ute Schuhmacher | Bild: imago/Christian Thiel

Finanzsenator Kollatz bestätigt rbb-Bericht - Warum Berlin im Kosmosviertel draufgezahlt hat

250 Millionen Euro für 1.830 Wohnungen im Berliner Kosmosviertel: Der Kauf durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft "Stadt und Land" habe sich nur bedingt gelohnt, bestätigt Finanzsenator Kollatz dem rbb. Das Land musste nochmal zuzahlen.

Der Wohnungsankauf im Berliner Kosmosviertel war für die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land nur bedingt wirtschaftlich. Das sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) dem rbb-Inforadio. Er bestätigte damit einen Bericht des rbb aus der vergangenen Woche.

Landeszuschuss für Belegungsrechte

Weil die Wohnungen teurer waren, als es sich wirtschaftlich rechnen würde, habe Berlin der Wohnungsbaugesellschaft gut 36 Millionen Euro zum Kauf des Kosmosviertels dazu gegeben, so Kollatz. Der Kauf habe sich trotzdem gelohnt, weil Berlin sich damit Belegungsrechte gesichert habe. Diese Rechte sehen vor, dass belegungsgebundene Wohnungen ausschließlich Mietern mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung stehen. Der Erwerb dieser Rechte auf dem freien Markt wäre für Berlin auch nicht umsonst gewesen, betonte Kollatz.

Drastische Mieterhöhungen seien laut Kollatz auch nicht zu erwarten. Die "Stadt und Land" ist wie alle landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften seit rund zwei Jahren an die Regel gebunden, dass die Mieten pro Jahr nicht mehr als zwei Prozent steigen dürfen. "Es spricht viel dafür, dass damit die Wohnungsbaugesellschaften auf längere Sicht wirtschaftlich umgehen können, weil natürlich auch die Zeiten niedriger Zinsen eher dafür spielen, dass das ganz gut klappt", sagte Kollatz.

Im Februar hatte die "Stadt und Land" die gut 1.830 Wohnungen im Kosmosviertel dem Vernehmen nach für insgesamt 250 Millionen Euro erworben.

Sendung: Inforadio, 22.03.2019, 10:45 Uhr

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Antwort auf [G. M.] vom 22.03.2019 um 16:49
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16 Kommentare

  1. 15.

    Die Rettung von Banken ist denen die jetzt keifen wesentlich mehr Wert gewesen. Enteignung zum Verkehrswert wäre bei betrügerisch agierenden Eigentümern wie in diesem Fall der bessere Weg gewesen. Setzen wir uns also dafür ein dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

  2. 14.

    Nun, die Mehrheit der Berliner hat RRG gewählt. Die Mehrheit will diese Politik, das nennt sich Demokratie. Wer das anzweifelt sollte sich fragen wer hier mit ideologischen Kalkül vorgeht. Vor allem wenn man von "Vorschriftspartei" und "SED Nachfolge" fabuliert.

    Wir wissen wer das Tafelsilber verhökert hat, wir wissen aber auch WARUM und WER dafür gesorgt hat. Dem Senat danach blieb gar nichts anderes übrig nachdem 2 Berliner CDUler Berlin in die milliardenschwere Pleite, also quasi in den Konkurs getrieben haben.

  3. 13.

    Nun, die Mehrheit der Berliner hat RRG gewählt. Die Mehrheit will diese Politik, das nennt sich Demokratie. Wer das anzweifelt sollte sich fragen wer hier mit ideologischen Kalkül vorgeht. Vor allem wenn man von "Vorschriftspartei" und "SED Nachfolge" fabuliert.

    Wir wissen wer das Tafelsilber verhökert hat, wir wissen aber auch WARUM und WER dafür gesorgt hat. Dem Senat danach blieb gar nichts anderes übrig nachdem 2 Berliner CDUler Berlin in die milliardenschwere Pleite, also quasi in den Konkurs getrieben haben.

  4. 12.

    Nein, nein, hier wird auf unser Aller Kosten auf Stimmenfang für die SPD, der SED Nachfolge und der Vorschriftspartei Bü90/Grüne gegangen. Das ist das ideologische Kalkül des machtbesessenen R2G-Senats
    Seit 30 Jahren ist die SPD in Regierungsverantwortung, in der Zeit wurde all das gute Tafelsilber verhökert, verschachert. Heute regt sich das soziale Gewissen? Wer's glaubt wird selig.

  5. 11.

    Quatsch! Es ist nachweisbar dass die Steuergerechtigkeit schon lange nicht mehr stimmt. Die unteren Einkommen zahlen proportional am meisten.

  6. 9.

    Bezeichnenderweise können sie für lächerlichen Scheinargumente nicht ein einzigen Beweis erbringen.

    Natürlich zahlen das alle, besonders aber die, die es sich leisten können hohe Steuern zu zahlen. Jahrzehntelang wurde in die falsche Richtung umgeschichtet.

    Der Mietspiegel wird durch Rekommunalisierung gesenkt, das unbestritten Fakt. Ob dadurch Grundstückpreise für Luxusimmobilien steigen, was ich nicht glaube, kann Mietern mit geringen Einkommen herzlich egal sein.

  7. 8.

    Was ist dran an der angeblichen Kaufsumme? Weiß jemand wieviel es tatsächlich war? Gibt es Wikileaks noch? Oder werden die schon gefiltert ;) "dem Vernehmen nach für insgesamt 250 Millionen Euro erworben"

  8. 7.

    So ein Unfug. Es sind Wahlgeschenke für einige Wenige, die alle Steuerzahler bezahlen müssen, die selbst schon hohe Mieten samt immer höheren Nebenkosten tragen müssen, weil der dt. Staat die Entwicklung in diese Richtung steuert. Wer die Kaufpreise von Wohnungen als Senat noch zusätzlich mit Steuergeld hochtreibt, der agiert a la "nach uns die Sintflut".
    Ihre im leeren Raum stehenden und bemüht vorgebrachten "Wertungen" ohne sachliche Argumentationsfähigkeit interessieren dabei nicht.

  9. 6.

    Nein, hier wird estwas für Mieter getan, genauer für Mieter mit schmalen Geldbeutel. Aber das passt ihnen nicht in ihr ideologisches Gerüst.

  10. 4.

    Wert waren die nur 140 Mio, bezahlt hat man 250 Mio. So fördert man direkt weiter die Immobilienblase mit mega Steuergeldverschwendung rein als Wählerfang. Hier wird mal wieder vom Senat eine Fehlentscheidung beschönigt.

  11. 3.

    Wie ist der Sanierungszustand der Wohnungen und welche Folgekosten sind deshalb in nächster Zeit zu erwarten? Im Vorfeld gab es dazu auch vom RBB wenig ermutigende Meldungen?

    Wie hoch sind die Mieten dort derzeit für WBS- und für "normale" Wohnungen? Welche Kosten haben Neumieter zu erwarten?

    Wie erklärt sich der Senator die Preissteigerung der Objekte? Die wurden angeblich einige Zeit vorher auf dem freien Markt für eine angeblich deutlich geringere Summe wie sauer Bier angeboten.

  12. 2.

    Also es ist gut, dass die Wohnungen wieder im Landesbesitz sind, zum Schutze der Mieter. Ich hoffe das wird uns eine Mahnung sein, falls je wieder ein Politiker Wohnungen verscherbeln will.

  13. 1.

    "...dass belegungsgebundene Wohnungen ausschließlich Mietern mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung stehen."
    Soziale Mischung ist dort dann unerwünscht.
    Ggf. müssen Menschen ohne WBS dann wohl ausziehen.

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