Symbolbild: Eine Legehennen-Anlage in Nordrhein-Westfalen (Quelle: dpa/ Berg)
Bild: dpa/ Berg

Landes-Umweltamt bestätigt Ablehnung - Kein neuer Hühner-Megastall im Kreis Oberhavel

Mit vielen "soll"- und "könnte"-Zahlen waren bislang die Meldungen über die Pläne einer Großanlage für Legehennen im Landkreis Oberhavel verbunden. Die Anwohner liefen Sturm. Nun bestätigt das Land dem rbb: Eine geplante Anlage wurde abgelehnt.

Die geplanten Mega-Stallanlagen für Legehennen in Zehlendorf und Wensickendorf im Landkreis Oberhavel dürfen nicht gebaut werden. Dies bestätigte das Landes-Umweltamt am Dienstag auf Anfrage von Antenne Brandenburg. Die Begründung der Ablehnung steht noch aus, soll jedoch in den nächsten Tagen folgen.

Zuletzt war von zwei geplanten Anlagen die Rede

Die umstrittene Anlage sollte eine Gesamtkapazität von rund 42.000 Plätzen haben. Die Pläne hatten für erhebliche Proteste bei Anwohnern und Umweltverbänden gesorgt. Unter anderem bildeten Bürger den Verein "Contra Eierfabrik" und die Bürgerinitiative "Stoppt den Megastall" und bündelten hier Kapazitäten, um gegen die Ansiedlung mobil zu machen.  

Mitsprache der Gemeinde hängt von der Kapazität der Ställe ab

Die "Märkische Allgemeine" [extern] hatte im Februar berichtet, dass Investoren sich an das Amt gewendet hatten, um prüfen zu lassen, ob ihr Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) braucht. Laut einer Richtlinie im Bundesimmissionsschutzgesetz müssen betroffene Anwohner erst dann in das Genehmigungsverfahren einer solchen Anlage einbezogen werden, wenn die Kapazität eines Stalls die Zahl von 40.000 Plätzen übersteigt. Soll solch ein Stall aber weniger Tiere beherbergen, haben Gemeinden kaum Mitspracherechte, sobald das Genehmigungsverfahren eingeleitet worden ist.

Die Bewohner der umliegenden Gemeinden Zehlendorf, Schmachtenhagen und Wensickendorf befürchten Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt. Sie warnten unter anderem vor erheblichen Belastungen durch den Gestank von Hühnerkot, befürchteten Verunreinigungen von Feldern und eine Beeinträchtigung des Grundwassers. Rund 3.000 Einwände waren dagegen eingebracht worden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.03.2019, 17 Uhr

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Antwort auf [Mattias Rackwitz] vom 14.03.2019 um 06:05
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9 Kommentare

  1. 7.

    Das muss generell verboten werden.

  2. 6.

    Eine Geflügel_ Anlage in eine vorgesehene Trinwasserschutzzone zu genehmigen und dies auch noch mit Fördermitteln zu begünstigen ,das schlägt dem Fass den Boden aus.

  3. 5.

    es geht natürlich auch um sogenannte Bestandsanlagen , auch die können so wie bisher nicht weiterbetrieben werden - der Betreiber von Hardenbeck sagte selbst auf einer Veranstaltung , dass die Mehrzahl seiner Hühner die Ausläufe ohnehin nicht nutzen würden - das wird sich ändern und dann genügen die Auslaufläche ohne Wechselmöglichkeit den Anforderungen nicht mehr

  4. 4.

    auf dem Bild ist lediglich eine sogenannte Volierenanlagen zu sehen - dies ist der heutige Standard bei Bodenhaltung wie auch bei sogenanntem Bio

  5. 3.

    Im Boitzenburger Land Ortsteil Hardenbeck genehmigt das Landesamt für UMWELT zwei Freiland- Legehennen-Anlagen in ein seit 7 Jahren angemeldetes Trinkwasserschutzgebiet des Wasserwerks in Hardenbeck das Trinkwasser fördert für ca. 1000 Anschlüsse. Da scheißen sich schon jetzt 25.000 Hühner an 365 Tagen auf am Standort der Anlage besonders sandigem Boden aus, super Performance und das Ganze noch von Minister Vogelsänger mit 850.000,- Euro gefördert, also vom Steuerzahler geschenkt, ein Sarkasmus der ans dritte Reich erinnert. Da wundere sich noch einer über AfD- Auswüchse.

  6. 2.

    Es bleibt für die Zukunft nur zu hoffen, dass das Landesumweltamt erst denkt und dann entscheidet, also nicht der Massentierhaltung und Bodenverseuchung weiter Tür und Tor öffnet. Diese Entscheidung begrüße ich sehr! Wir brauchen auch keinen industriellen Eieraustausch mit unseren Nachbarländern.

  7. 1.

    Gilt das auf dem Bild zu Sehende nun noch als (Zwischen-)Bodenhaltung oder als Käfighaltung, die ja für Künftiges nicht mehr genehmigungsfähig ist?

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