Ein Charterboot ist auf der Kleinen Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs. Quelle: dpa/Jens Büttner
Bild: dpa/Jens Büttner

"Tragödie für die Wasserwirtschaft" - Schleuse in Zaaren bleibt bis August dicht

Schiffe können von Berlin aus auch in den nächsten Monaten nicht die Mecklenburgische Seenplatte erreichen. Wegen Verzögerungen bei den Bauarbeiten kann die Schleuse Zaaren an der Oberen-Havel-Wasserstraße nicht wie geplant zum Start der Wassersaison wieder geöffnet werden.

Die Freigabe für den Schiffsverkehr sei erst zum 1. August möglich, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde am Freitag mit. Die Industrie- und Handelskammer Potsdam befürchtet Millionenschäden in der Tourismusbranche. 

"Es ist, als trennt man eine Hauptschlagader durch", sagte IHK-Präsident Peter Heydenbluth. Jährlich passierten rund 10.000 Sportboote diese Schleuse an der Hauptverbindung zwischen Berlin, der Brandenburgischen und der Mecklenburgischen Seenplatte. Eine Sperrung bis sei deshalb eine "Tragödie für die Wasserwirtschaft". Eine Ausweichstrecke über Wasser gebe es derzeit selbst weiträumig nicht, weil auch die Schleuse Garwitz an der Müritz-Elde-Wasserstraße gesperrt sei.

Imageschaden für die Region wird nachwirken

Allein für die Monate April und Mai rechneten die 15 unmittelbar betroffenen Charter-Unternehmen mit wirtschaftlichen Schäden in Höhe von insgesamt 790.000 Euro, sagte Heydenbluth. Dabei seien die entfallenden Ausgaben der Touristen für Gastronomie, Einkäufe und Freizeitwirtschaft noch nicht eingerechnet. Der Verlust von Stammkunden sowie der Imageschaden für die Region werde auch in den kommenden Jahren nachwirken, befürchtete Heidenbluth.

Gesperrt ist die Schleuse in Zaaren bereits seit Beginn der Instandsetzung im November 2018. Eigentlich sollten die Arbeiten früher abgeschlossen werden. Allerdings haben umfangreiche Arbeiten zur Munitionsräumung und ein schwieriger Baugrund die Fertigstellung verzögert, sagte WSA-Sprecher Dosch. Alle nachfolgenden Arbeiten hätten erst nach den Räumarbeiten aufgenommen werden können.

Sendung: Inforadio, 01.03.2019, 15 Uhr

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Antwort auf [Wasserschützer] vom 01.03.2019 um 16:06
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8 Kommentare

  1. 8.

    Hätte wir das bereits im November des vergangenen Jahres gewusst. Hätte wir nicht über 4000€ ausgegeben und in der Region ein Boot gechartert. Leider muss man oft schon so zeitig buchen, um des gewünschte Boot zum gewünschten Zeitraum zu bekommen.
    Geplant war eine Rundreise von Waren über Berlin, die Elbe zurück zum Ausgangspunkt. Das wird ja nun nichts!
    Viele Schleusen in Brandenburg sind in einem erbärmlichen Zustand und die Reparaturen werden sicher immer häufiger werden.
    Wir werden also nach über 9 Jahren Brandenburg / MV- Urlaub ein neues Urlaubsgebiet suchen müssen, um dem Bootssport weiter genießen zu können. Das sollte allerdings kein Problem sein. Tschüss Brandenburg!

  2. 7.

    Mit dem Neubau der Schleuse in Fürstenberg hatte das WSA Eberswalde in der Vergangenheit bewiesen, dass sie den Schleusenbau beherrschen. Aber nun liefern Sie einen Beweis mehr für richtige brandenburgische "Ingenieurskunst". Wir können nicht nur keinen Flughafen sondern scheitern auch schon an der termingerechten Instandsetzung eines simplen Spundwandkastens. Mit den blassen Entschuldigungen der Pressesprecher vom WSA Eberswalde fühle ich mich nur noch verarscht. Wahrscheinlich wurde ein Praktikant mit der Bauleitung beauftragt, der nicht wußte dass man auch ein Baugrundgutachten einholen kann.

  3. 6.

    Viele Menschen rund um die Brandenburger und Mecklenburger Gewässer leben vom Wassertourismus. Durch die Sperrung werden Betriebe wie z. B. Gaststätten, Charterunternehmen, Hotels, Läden, Verbrauchermärkte usw. Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, welche im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein können. Es wurde viel unternommen, dass die Natur geschützt wird. Leider hat sich bei vielen Zeitgenossen ein gewisser Egoismus entwickelt, nur die eigene Sichtweise ist richtig... Übrigens, die allermeisten Menschen, die auf diesen Gewässern mit einem Segelboot, Motorboot, oder einer Motoryacht unterwegs sind, fahren entspannt und genießen die Natur. Viele sparen sich diese Zeit auf dem Wasser mühsam zusammen! An die Herren "Wasserschützer" und "George"; es gibt viele Naturschutzgebiete ohne Motorboote. Wenn sie Ihr Kanu zum Fluss tragen nicht mit dem Auto fahren, nirgendwo hinfliegen und die Umwelt in sonst keiner Weise schädigen, dann, aber nur dann, habe ich größten Respekt vor Ihnen.

  4. 5.

    Im melden was nicht fertig oder teurer wird sind wir einsame Spitze. Die Nachricht mit der Schleuse passt punktgenau zu der Meldung bezüglich der BER. Wichtig ist nur das unsere Politiker weiter davon träumen das wir ein Land der Hochtechnologie sind.

  5. 4.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Kanu-, Kayak- Tretboot-fahrer wegen der Natur kommen und nicht um Motorboot-Abgase einzuatmen. Sollte es nicht Motorboot-freie Zonen geben oder gibt es die schon? Ich weiss ja nicht, wie das geregelt ist.

  6. 3.

    ÄtscheBätsche - ich darf mit meinem protzigen Segelboot diesen Sommer nicht vor dem 1.August an die Müritz. In den 70'er Jahren padelte ich dorthin. in den 80'er fuhr mit einem Faltboot (Delphin 140, mit einem Tümmler) dorthin. Seit 3 Jahren fahre ich mit einem Kleinkreuzer dorthin und protze dort mit 5,90 , Länge, 5 PS-Außenborder und einem 1-flammigen Spirituskocher. Keinem verrate ich, dass mein Protzkahn mit Straßentrailer 4.200 € gekostet hat.

  7. 2.

    Nichts gegen Leute mit Geld, aber echte Männer beeindrucken Frauen nicht durch protzige Motorboote sondern durch Muskelkraft beim Kanu- und Kayak-Fahren. Protzige Motorboote sind doch nur zur Kompensation da.

  8. 1.

    Könnte für die Kanuten ein ruhiger und saubererer Sommer werden auf der Mecklenburgischen Seenplatte.

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