Streikende Lehrer und Erzieher demonstrieren bei der gemeinsamen Kundgebung der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes am Alexanderplatz (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Audio: Inforadio | 06.03.2019 | Jan Menzel | Bild: dpa

Mehr Lohn für Beschäftigte im öffentlichen Dienst - Tarifabschluss kostet Berlin 2,3 Milliarden Euro

Was für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ein Lohnplus bedeutet, heißt folglich Mehrkosten für den Berliner Haushalt. Nach dem Tarifabschluss muss das Land für seine  Angestellten tiefer in die Tasche greifen - am meisten fließt aber in die Beamtenbesoldung.

Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst wird das Land Berlin in den nächsten Jahren rund 2,3 Milliarden Euro kosten. Wie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Mittwoch mitteilte, fallen allein für die Angestellten bis 2021 Mehrkosten von 822 Millionen Euro an.

Davon entfallen auf die Sozial- und Erziehungsdienste in den nächsten beiden Jahren rund 150 Millionen Euro, wie die Senatsverwaltung für Finanzen am Mittwoch mitteilte.

Rund eine Milliarde Euro für Beamte

Ebenso sollen freie Träger in Kitas und Schulhorten berücksichtigt werden. Damit ihre Bezahlung wie die der Landesbediensteten steigt, bekommen die Träger rund eine halbe Milliarde Euro mehr vom Land. 

Nicht nur die Angestellten profitieren von dem Tarifabschluss, da das Tarifergebnis auch auf die Beamten übertragen werden soll. Die Beamtenbesoldung ist sogar der dickste Brocken - mit Mehrkosten für den Haushalt von rund einer Milliarde Euro.

Kollatz sprach von einer Kraftanstrengung, die umsetzbar sei. Für die kommenden Haushaltsberatungen gab er allerdings schon mal zwei Parolen aus: "Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden." Und: "Die Bäume wachsen nicht in den Himmel."

In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder hatten sich die Verhandlungsführer beider Seiten am Wochenende auf eine dreistufige Anhebung der Löhne geeinigt. Um insgesamt acht Prozent, mindestens aber 240 Euro sollen die Gehälter steigen. Die Laufzeit der Tarifeinigung soll 33 Monate betragen. Die Erhöhung gilt für gut 800.000 Angestellte aller Bundesländer außer Hessen.

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13 Kommentare

  1. 13.

    Wir Beamte sorgen eigentlich selbst für unsere Pensionen. Ende der 50er/Anfang der 60er-Jahre wurde zweimal der Lohn um 10 % gekürzt als Pensionsrücklage. Somit zahlen wir sogar Arbeitnehmer-UND Arbeitgeberanteil.
    Zudem wird von jeder Lohnerhöhung ein Teil als Pensionsrücklage abgeführt.
    Das der Staat das Geld anderweitig verballert hat ist nicht die Schuld der Beamten.

  2. 12.

    Wer sich Diener leistet muss sie auch bezahlen!

  3. 11.

    Beamte bezahlen nur keine Arbeitslosenversicherung. Warum auch.
    Steuern und Krankenversicherung werden direkt vom Beamten bezahlt, nur für die Pension soll sich der Arbeitgeber etwas zurücklegen.
    Ich vermisse den Hinweis, dass die Beamtengehälter über 10 Jahre nur um 1% gestiegen waren und nun Berlin im Ländervergleich hinterherhinkt. Die Berliner Landesregierung will nun, auch um genug Nachwuchs gewinnen zu können, die Gehälter bis 2021 bis zum Durchschnitt der Länder anheben.
    Der Grund fürs Jammern ist selbst gesetzt.

  4. 10.

    Fast 20 Jahre haben wir Zwangssparen bei der bedoldung genießen dürfen und das hat die Medien nicht interessiert. Aber jetzt wo wir etwas zurück bekommen, da wird aufgeschrien. Und warum heult der Senat? Würde doch groß „versprochen“ das wir zeitnah ca 2021 angepasst sind, nun das kostet halt. Die Diäten steigen ja automatisch an und „niemand“ schreit.

  5. 9.

    Komisch, in dem Jahren ab 2006 haben die Medien nicht jedes Jahr berichte, wie viel Berlin durch Gehaltsabsenkungen und Nullrunden bei der Besoldung gespart hat. Anscheinend hat es sie nicht interessiert.
    Jedenfalls hatte Berlin insgesamt vermutlich Milliarden Euros gespart.

  6. 8.

    Berlin hatte doch die Verhandlungsführung als Arbeitgeber, warum hinterher immer nur jammern.

  7. 7.

    .. nun ja, das zahlt nicht Berlin, dass zahlen wir als Steuerzahler und Bürger..doch wir sollten uns freuen das sich endlich an den Hungerlöhnen im öffentlichen Dienst was ändert..

  8. 6.

    Bezahlt vom Steuergeld von Menschen, die noch dazu (Im Gegensatz zu Beamten) hohe Sozialabgaben zahlen müssen.

  9. 5.

    Nicht dem Land Berlin, sondern dem allgemeinen Steuerzahler kommt der Tarifabschluss teuer zu stehen. In vielen Fällen für überflüssige Beschäftigungsverhältnisse. Ihm fehlt es dann für seine Zwecke. Es lebe die Umverteilung!

  10. 4.

    Teil kommt ja durch die höheren Lohnsteuerabzüge zurück ;-)))

  11. 3.

    Passt schon. Allein der letztjährige Überschuss könnte die Kosten begleichen. Außerdem fließt das Geld zum Großteil wieder in die Wirtschaft zurück und somit auch zum Staat.
    Ist ja nicht wie bei den Reichen,die das Geld einfach auf den Geldhaufen draufpacken.

  12. 2.

    Nicht nur die Angestellten profitieren von dem Tarifabschluss, da das Tarifergebnis auch auf die Beamten übertragen werden soll. Die Beamtenbesoldung ist sogar der dickste Brocken - mit Mehrkosten für den Haushalt von rund einer Milliarde Euro.
    Bis zum Jahr 2050 wird der Staat etwa 1,5 Billionen Euro für die Versorgung der Beamten ausgeben müssen. Mehr als die drei Viertel davon entfällt auf Pensionen.
    Die Beamtenschaft muss auf ein Minimalniveau gesenkt werden. Sparen könnte man hier vor allem bei Lehrern und Hochschullehrern, die keineswegs Beamte sein müssen, sondern auch Angestellte sein können. Anders ist es bei der Erfüllung hoheitlicher Aufgaben, etwa durch Richter und Polizisten.

  13. 1.

    2 Milliarden mehr Kaufkraft! Sinnvoll!

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