Eine U-Bahn fährt in den U-Bahnhof Berliner Straße ein. Quelle: dpa/C. Soeder
Video: rbb24 | 12.03.2019 | Nachrichten | Bild: dpa/C. Soeder

Streit um Gehälter - Verdi erwägt neuen Warnstreik bei BVG

Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin müssen sich möglicherweise auf weitere Warnstreiks bei den Berliner Verkehrbetrieben einstellen. In den Tarifverhandlungen ist bislang keine Einigung in Sicht. Am Dienstagnachmittag berät Verdi über weitere Schritte. 

Die Gewerkschaft Verdi entscheidet am Dienstag darüber, ob es neue Warnstreiks bei der BVG geben wird. Grund sind die laufenden Tarifverhandlungen der Berliner Verkehrsbetriebe. Ob es zu Arbeitsniederlegungen kommt, sei noch offen, sagte Verhandlungsführer Jeremy Arndt. Zunächst werde die Verdi-Tarifkommission am Nachmittag ab 16 Uhr das Arbeitgeberangebot beraten.

In der vergangenen Woche hatten sich die Verhandlungsführer der Gewerkschaft mit dem Stand der Gespräche unzufrieden gezeigt. Es führe sogar zu einer Arbeitszeitverdichtung, sagte Arndt.

Die Arbeitgeber hatten zwar insgesamt rund zwölf Prozent mehr Lohn und Gehalt angeboten, allerdings innerhalb von fünf Jahren. Und die von ver.di geforderte 36,5-Stundenwoche lehnt die Arbeitgeberseite bislang ab. Der BVG fehle jetzt schon Personal; mit der kürzeren Arbeitszeit müssten rund 500 zusätzliche Mitarbeiter gefunden werden, hieß es zur Begründung. 

Nächste Verhandlungsrunde im März

Wegen der weit auseinanderliegenden Vorstellungen ist ein weiterer BVG-Warnstreik einigermaßen wahrscheinlich. Sollte die Tarifkommission der Gewerkschaft sich darauf verständigen, dürfte der noch vor der nächsten Verhandlungsrunde kommen, die für Ende März angesetzt ist. Die Arbeitnehmervertreter fordern für alle rund 14.000 Beschäftigten eine 36,5-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite hält das nicht für umsetzbar. Beide Seiten wollen sich am 28. März wieder an einen Tisch setzen.

Erst im Februar hatten Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe ihre Arbeit niedergelegt. In der Zeit zwischen 3.30 Uhr und 12 Uhr fuhren in Berlin weder Trams, noch U-Bahnen oder Buslinien, die von der BVG selbst betrieben werden. Bahnhöfe blieben bis in die Mittagsstunden geschlossen. Einen Notfall-Fahrplan gab es für die rund zwei Millionen Berufspendler in Berlin nicht.

Von dem Streik ausgenommen waren Linien, die von Subunternehmen der BVG betrieben werden. Diese verkehrten allerdings vorwiegend am Stadtrand. Auf den besonders viel genutzten S-Bahnlinien 1 und 5 wurden an die Züge weitere Waggons angekoppelt. 

Sendung: Inforadio, 12.03.2019, 6 Uhr

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16 Kommentare

  1. 16.

    Lächerlich was Verdi da abzieht. Lächerlich was die bvg macht. Bin busfahrer und lebe quasi von der Hand in den Mund.
    Arbeite fast für Mindestlohn. Kann verstehen dass die bvg keine leute bekommt. Mind. 700€ netto mehr wär angebracht.

  2. 15.

    Selbstverständlich habe ich ein Interesse an einem funktionierenden ÖPNV.
    Nur: Über den Tellerrand zu schauen ist (wie angedeutet) nicht meine Aufgabe.
    Ich blicke vielmehr zuerst AUF den besagten Teller und achte darauf, dass er gefüllt ist (wofür Anteilnahme sicher nicht sorgt).
    Forderungen, Wünsche und Möglichkeiten sind eine Sache.
    Aber sie sind z. Zt. nicht meine.
    Ich denke vielmehr ganz rational darüber nach, wie ich zur Arbeit und danach wieder heim komme.
    Denn das ist für mich selbst einfach wichtiger.
    Und ein BVG-Streik bedeutet für mich in erster Linie, dass andere Leute ihre Probleme zu den meinen machen.

  3. 14.

    @Tremor sie schauen nicht weit genug über ihren Tellerrand
    Denn nur mit einem guten Abschluss wird sich die momentane Personalflucht bei der BVG eindämmen und neues Personal finden lassen . Es hat seinen Grund warum im zwei Monatsrhythmus das gesuchte Personal Kontingent von "wir haben genug Personal" bis jetzt " wir brauchen alleine für dieses Jahr min. 1300 neue Mitarbeiter " erhöht hat.
    Wenn man also als BVG Kunde ein intereres daran hat einen zuverlässigen ÖPNV zu haben (Weil er halt für diese Stadt sehr wichtig ist ) sollte man auch ein interesse daran haben , das sich was beim Personal ändert . Sonst wird man bald Tags über 15-30 Takte wie auf dem Land haben .

  4. 13.

    Die Mitarbeiter der BVG sollen ihren Streik durchziehen! So schlecht wie bei der BVG, wird man nirgends in Deutschland bezahlt. 1200 € Nettogehalt für einen Busfahrer, oh Gott, dass geht gar nicht! Bezahlt die Mitarbeiter der BVG endlich gerecht! Sich für so wenig Geld auf den Bock zu setzen und dann noch beschimpfen lassen, Respekt an alle Fahrer!

  5. 12.

    Prima. Dann dürfen die BVG-Angestellten gern Solidarität mit anderen Berufstätigen zeigen, indem sie NICHT streiken.
    Bei allem Verständnis für irgendwelche Forderungen:
    Jeder ist sich selbst der Nächste.
    Und daher bleibe ich dabei:
    Eine gesetzliche Regelung muss her, mit dem man entsprechende Forderungen auch durchsetzen kann ohne dass die halbe Stadt lahmgelegt wird.
    Wie das aussehen oder funktionieren soll?
    Keine Ahnung.
    Aber Leute werden auch deshalb gewählt, damit sie sich bez. solcher Themen etwas einfallen lassen.
    Fallen die Öffis aus, komme ich nicht ohne mehrstündigen Marsch zur Arbeit.
    Und dieses Hemd ist mir näher als irgendeine BVG-Hose.

  6. 11.

    Das habe ich mich auch schon gefragt. Im Normalverkehr erreichen die Züge ja bereits die volle Bahnsteiglänge.
    Ich vermute mal, dass damit nur die Zwischenbahnen von Ostbahnhof bis Mahlsdorf gemeint sein können, die oft nur mit zwei Viertelzügen fahren.

  7. 10.

    Und wieder einmal mehr ein Artikel des rbb der Fehler enthält, die einem Lokalsender nicht passieren sollten. Zitat: "Auf den besonders viel genutzten S-Bahnlinien 1 und 5 wurden an die Züge weitere Waggons angekoppelt." Wie kommen Sie nur auf solche Ideen. In dem Artikel zum Streik bei der BVG, am Streiktag, haben Sie es doch auch richtig formuliert, dass auf den Linien S1 und S5 zusätzliche Züge zum Einsatz kamen. Wie kann es dann passieren, dass Sie in diesem Artikel es wieder falsch schreiben? Mehr Sorgfalt wäre angebracht. Vielen Dank.

  8. 9.

    "Eine Lösung sollte her, die derartige Streiks bei einem so wichtigen Betrieb dauerhaft verhindert."

    Genau dafür wurde das Beamtentum geschaffen .
    Und nur Beamte dürfen nicht Streiken für alle anderen gilt Streiken ist ein Grundrecht .

    Tremor ;wenn sie in der Lage der BVG Beschäftigen wären ihr Recht auf eine Gehaltserhöhung und bessere Arbeitsbedingungen nur über einen Arbeitskampf zu erstreiken weil ihr Arbeitgeber gar nicht einsieht ihnen auch nur ein paar Krümel mehr zu geben , würden sie sehr wahrscheinlich genauso handeln ,denn auch sie müssen ihre Rechnungen und immer weiter steigende Mieten bezahlen . Und wenn sie wüssten das sie zu den schlecht bezahltesten Arbeiter/Angestellten in ihrer Branche gehören ,wäre ihre Motivation noch höher ihr Recht auf gute Bezahlung und Arbeitsbedingungen hilfsweise zu erstreiken .

  9. 8.

    Ohne Streik wird es nicht ablaufen können! Die Mitarbeiter der BVG haben ein Recht auf eine angemessene Bezahlung und Arbeitszeiten die ein Leben in der Familie zulassen. Die Verantwortung aller Beteiligten ist hoch, aber der ÖPNV muss funktionieren, dafür ist ein gut ausgehandelter Tarifvertrag eine Grundlage. Die Mitarbeiter der Chefetage können kaum klagen, aber ohne Personal auf den anderen Ebenen rollt in unserer Stadt nun mal Nichts. Solidarität kann hier helfen, damit es dann endlich mal auf lange Sicht besser wird.

  10. 7.

    Sollte es erneut zu Streiks kommen "freue" ich mich schon auf stundenlange Fußmärsche.
    Und das nur, weil man nicht schnell genug einen Kompromiss finden kann (auf den es aber letztenendes eh hinauslaufen wird) oder weil man unfähig ist, ohne Schlichter zueinander zu finden.
    Was dabei mehr oder weniger in den Hintergrund gerät:
    Die Benutzung der BVG ist kein Luxus, sondern für viele Menschen eine NOTWENDIGKEIT.
    D. h. dieses Unternehmen hat auf bezahlbaren Nahverkehr mehr oder weniger ein Monopol (das hoffentlich irgendwann mal irgendwie aufgebrochen wird).
    Man stelle sich nur mal vor, Wasser- oder Energieversorgungsunternehmen würden kollektiv streiken.
    Eine Lösung sollte her, die derartige Streiks bei einem so wichtigen Betrieb dauerhaft verhindert.
    Und hier ist die Legislative gefordert.
    Brutal gesagt: Mir ist egal, wer hier Recht oder Unrecht hat.
    Jede Seite sieht diesen Konflikt aus der eigenen Perspektive.
    Und meine ist die eines Mannes, der zur Arbeit kommen muss.

  11. 6.

    Unabhängig davon, das ich den Streik vorbehaltlos befürworte . wie kommen sie darauf , das an einen Langzug der S5 noch irgendwie ein Wagen ( Viertelzug)angehängt werden könnte ?
    Grüße zur Zeit aus dem Hessenland

  12. 5.

    Geht leider nicht ,ist strafbar und ein fristloser Kündigungsgrund

  13. 4.

    Streik ist Arbeitsrecht.
    Der Fahrer will ja mehr Geld, mit oder ohne Fahrgäste. Sie spielen keine Rolle, da sie für die Betriebskosten kaum relevant sind, und diese eh nicht decken, die BVG ist keine gewinnbringendes Unternehmen. Nicht bei den Berliner Billig-Tickts.
    Ohne Tarifverhandlungen kein Geld, ohne Streik kein Druckmittel im Arbeitsrecht.
    Löhne müssen der Inflation angepasst werden, wie in allen anderen streikenden Branchen auch.
    Der Vorstand der BVG ist vom Senat berufen und nicht von der BVG gewählt, den würde es absolut nicht treffen und der KAV kat Wertschätzung der Arbeit nie gelernt, weiß nicht was Arbeit ist.
    Fahrer sollten im mittleren Lohnsegment bezahlt werden, weil es einen Arbeit ist die kaum jemand machen möchte.
    Die viel zu vielen Wasserkopf-Mo-Fr-Sachbearbeiter der BVG würde ich hingegen ziemlich unten ansiedeln.

  14. 3.

    Ein Streik ist das letzte Mittel im Arbeitskampf. Dem geht ein Warnstreik voraus und zeigt, wie ernst es den Beschäftigten mit den Forderungen ist. Das Angebot der Arbeitgeber ist nicht gut, weil es das Problem nicht löst. Der Vorstand der BVG steht vor dem Problem, dass das Personal schon jetzt nicht ausreicht, um die beauftragte Leistung zu erbringen. Die Bezahlung des Personals bietet keine Anreize bei der BVG zu arbeiten. Die BVG hat viele Jahre "gespart" um die "schwarze Null" zu erreichen. Das sind ganz klar Managementfehler und das ging zu Lasten der Beschäftigten. Nun stellt die Vorstandsvorsitzende fest, dass der Krankenstand eine große Rolle spielt. Das hängt aber direkt mit der Dauerüberlastung zusammen. Die Lösung des Problems liegt darin: 1. die Bezahlung zu erhöhen, damit es sich wieder lohnt bei der BVG zu arbeiten, 2. massiv neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen (bei guter Bezahlung kommen die auch, 3. kontinuierlich die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

  15. 2.

    Das ist ja wieder sehr sinnvoll. Die meisten Beutzer haben schon im Voraus bezahlt! Monatskarte oder Jahreskarte. Und was machen die Benutzer der S-Bahn? Sollen die nur die Hälfte zahlen wenn sie in die U-Bahn umsteigen?

  16. 1.

    Statt den öffentlichen Nahverkehr der BVG zu bestreiken sollten Busfahrerinnen und Busfahrer einfach kein Fahrgeld kassieren. Das trifft dann die richtigen, weil ein Streik immer die zahlenden Fahrgäste trifft und nicht die da oben.

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