BVG Mitarbeiter streiken im Februar 2019 in Berlin (Quelle: Imago/ Mang)
Video: Abendschau | 12.03.2019 | Boris Hermel | Bild: Imago/ Mang

Laufender Tarifkonflikt - BVG-Busfahrer zum Warnstreik am Donnerstag aufgerufen

Erst im Feburar standen Busse, Bahnen und Trams der BVG in Berlin still - Am kommenden Donnerstag soll es zumindest bei den Bussen wieder so sein: Verdi hat die Busfahrer dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Der Ausstand soll ganztägig sein.

Nutzer der BVG-Busse müssen am Donnerstag wohl erneut auf andere Verkehrsmittel umsteigen: Die Gewerkschaft Verdi hat für kommenden Donnerstag (14. März) die Busfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu einem Warnstreik aufgerufen.

Neben den Busfahrern sollen auch Beschäftigte zugehöriger Werkstätten von Betriebsbeginn bis 22.00 Uhr die Arbeit niederlegen, wie ein Verdi-Sprecher am Dienstag sagte. Der U-Bahn- und der Tramverkehr seien hingegen nicht betroffen.

Gewerkschaft fordert besseres Angebot

Verdi wies das Arbeitgeberangebot nach einer Tarifkommissionssitzung am Nachmittag als unzureichend zurück und forderte zugleich, das Angebot zu verbessern. Damit erhöhen die Gewerkschafter vor der vierten Tarifverhandlungsrunde am 28. März den Druck auf den Arbeitgeber.

"Je schneller die Arbeitgeber nachbessern, desto eher kann man wieder in Verhandlungen kommen, desto unwahrscheinlicher wird es, dass es weitere Streiks gibt", sagte Andreas Splanemann, Verdi-Sprecher für Berlin und Brandenburg, am Dienstagabend im rbb.

Bereits in der vergangenen Woche hatten sich die Verhandlungsführer der Gewerkschaft mit dem Stand der Gespräche unzufrieden gezeigt. Das Angebot der BVG führe zu einer Arbeitszeitverdichtung - die Verkürzung von Ruhezeiten und die Verlängerung von Schichten - hieß es.

Ablehnung der Arbeitgeberseite

Die Arbeitgeber hatten zwar insgesamt rund zwölf Prozent mehr Lohn und Gehalt angeboten, allerdings innerhalb von fünf Jahren. Und die von Verdi geforderte 36,5-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich lehnen sie bislang ab. Derzeit muss knapp die Hälfte der Beschäftigten des Landesunternehmens 39 Stunden in der Woche arbeiten.

Der BVG fehle jetzt schon Personal, mit der kürzeren Arbeitszeit müssten rund 500 zusätzliche Mitarbeiter gefunden werden, hieß es zur Begründung.

BVG: Arbeitszeitverlängerung nur bei Bedarf

Bei Bedarf solle es die Möglichkeit geben, die Schichtarbeitszeit zu verlängern und Pausen flexibel zu gestalten, hieß es aus BVG-Kreisen. Die Schichten bei Bedarf für mehr Geld zu verlängern, sei aber nur ein Angebot, das die Mitarbeiter immer auch ablehnen könnten, und so genannte Wendezeiten am Ende einer Strecke sollen nicht wie behauptet abgeschafft werden.

Erst im Februar gestreikt

Erst im Februar hatten Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe ihre Arbeit niedergelegt. In der Zeit zwischen 3.30 Uhr und 12 Uhr fuhren in Berlin weder Trams noch U-Bahnen noch Busse, die von der BVG selbst betrieben werden. Bahnhöfe blieben bis in die Mittagsstunden geschlossen. Einen Notfall-Fahrplan gab es für die rund zwei Millionen Berufspendler in Berlin nicht.

Von dem Streik ausgenommen waren Linien, die von Subunternehmen der BVG betrieben werden. Diese verkehrten allerdings vorwiegend am Stadtrand.

Kommentar

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Antwort auf [Roman] vom 13.03.2019 um 19:15
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79 Kommentare

  1. 79.

    Genau da liegt das Problem, die BVG fährt nicht nach Lust und Laune, sondern fährt so wie es der Verkehr, die Fahrgäste und vor allem die Personalpolitk zulässt. Da merkt man leider immer wieder das es Leute wie Sie gibt, die das Prinzip noch nicht verstanden haben. Erst informieren, dann reden oder schreiben.

  2. 78.

    Roman wie wärst mit ein tag mit fahren ganzen dienst
    Labern ist einfach war

    Ich empfehle dir m48 zb

  3. 77.

    Danke für die Info, das ist mir aber bekannt ;-) Ich halte die Diskussion für müßig, ob man trampen sollte oder nicht. Das muß schon jeder für sich selber entscheiden. Ich kenne niemanden, der das tut. Auch ich definitiv würde nicht mit Menschen mitfahren, deren Fahrstil, Charakter oder Gesinnung ich nicht einschätzen kann. Genausowenig wie ich mich mit Fremden blind verabreden, oder in deren Wohnungen mitgehen würde. Wer das als Hysterie einordnet, scheint diesbezüglich völlig anders positioniert zu sein, als mein soziales Umfeld und ich. Ich kann mir solche Risiken als mehrfache Mutter auch einfach nicht erlauben. Was ich halt auch sehr unpassend und schon beleidigend empfinde sind die sich wiederholenden Äußerungen, besonders einer Kommentatorin, über uns Berliner. Muss das sein? Was stecken denn da für Aggressionen hinter? Ich z.b. „fremdle“ ein wenig mit den Westfalen. Die sind ja schon häufig recht derb und stur ;-) Deshalb würde ich sie aber niemals alle über einen Kamm scheren. Jedes Völkchen hat halt so seine Art. Gehört sich nicht, finde ich. Sollte es weitere Streiks geben, hoffe ich aber, dass man diese wenigstens 1 Woche ankündigt. Das heute war wirklich ein Schlag ins Kontor. Für uns busfahrende „Stadträndler“... ;-)

  4. 76.

    Du, die "Zauberhand"-Tochter gibt's schon bisschen länger :-) sonst wäre sie ja nicht Schülerin... Tip: ich nehm auch dich mit im Auto - wenn du das Meckern sein lässt... und das Radio bleibt aus!

  5. 75.

    Und wie von Zauberhand gibt es eine Tochter und wieder viele gute Ratschläge, wie es richtig geht ^^ Sie lassen ja kein gutes Haar an den Berlinern, was hält Sie dann hier? ;-)

  6. 74.

    Hallo Doro,
    meine Tochter ist in der Schule, sie hat eine regenfeste Jacke an, gibt auch Hosen für Radler, ich habe so eine. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unangemessene Kleidung. Ich fahre den ganzen Tag hin und her zu den gleichen Terminen wie Sie, ich nähme dabei auch Schüler mit, man erkennt mich am roten Punkt in der Windschutzscheibe. Gerne könnte ich auch vorher Verabredungen mit Eltern ohne PKW treffen. Man hilft ja gern aus. Meine Freundin hat auch kein eigenes Auto, wenn sie mich braucht, helfe ich. Ich habe zudem keinen Ausweich-Kerl daheim mit zweitem Wagen, also alles alleine, im Auto, das das Statussymbol für die ist, die keines brauchen. Ich kurble noch am Fenster - nähme aber Leute ohne Karre mit. Wenn sie WILLENS wären. Sind sie aber nicht. Oder, Doro? Wie viele Nachbarn/Kollegen/Freunde haben Sie gefragt, ob sie euch heute mitnehmen könnten? Mein Kollege (auch Exil-NRW) täte das sofort bei mir. Logisch. Aber Berliner machen das nicht. Never.

  7. 73.

    Ja wir Westfalen können schon echte Sturköppe sein;-) Positiv gesehen sieht man es ja bei Ihnen. LG

  8. 72.

    Kleiner Nachtrag. Die Aktion „ Roter-Punkt“ wurde damals eingeführt wegen den drohenden Fahrpreiserhöhungen der Verkehrsbetriebe in Westdeutschland und Westberliner übernahmen dies allzu bereitwillig. Nachzulesen bei Wikipedia. MFG

  9. 71.

    Stimme Ihrem Wortlaut grundsätzlich zu. Doch was Sie vermutlich nicht wissen, es gab in den 70er Jahren eine Zeitlang den Roten Punkt, den sich einige Westberliner Autofahrer anbrachten um Tramper mitzunehmen. Dies galt besonders für Personen, die sich eine Beförderung mit dem Auto durch die ehem. DDR erhofften. Ich habe es seinerzeit sehr häufig genutzt, auch innerhalb der Stadt. Daumen raus und schon hielt oft jemand an. Zeiten ändern sich eben.

  10. 70.

    Bin wieder mit rotem Punkt ab Stadtgrenzen durch Z´dorf, Steglitz, T´hof, N´kölln geeiert - bewusst langsam an Wartenden vorbei gerollt - nix. Dann halt nicht. Vielleicht ja aufm Rückweg, bei DEM Wetter ;-)

    Der Exil-OWLer grüßt freundlich (und OWL ist wirklich nicht der Ursprung der Kontaktfreundlichkeit...)

  11. 69.

    Bin seit Kurzem Lichtenraderin. Genau Grenze Buckow. Hier fährt nichts. Fußweg zur S-Bahn mindestens 30 Minuten. Zur U-Bahn länger. Im Regen, mit Kindern, zur Schule... Aus der Perspektive von Autofahrern alles ein Klacks ;-). Den Urlaubstag, den ich mir nehmen musste, ziehe ich von der nächsten Abo-Rechnung ab ;-). Ich hab Verständnis für den Streik, für mich persönlich ist er aber sehr belastend. Zudem so kurzfristig. Ich wünsche allen trotzdem einen erträglichen Tag, wird schon :-)

  12. 68.

    Bin seit Kurzem Lichtenraderin. Genau Grenze Buckow. Hier fährt nichts. Fußweg zur S-Bahn mindestens 30 Minuten. Zur U-Bahn länger. Im Regen, mit Kindern, zur Schule... Aus der Perspektive von Autofahrern alles ein Klacks ;-). Den Urlaubstag, den ich mir nehmen musste, ziehe ich von der nächsten Abo-Rechnung ab ;-). Ich hab Verständnis für den Streik, für mich persönlich ist er aber sehr belastend. Zudem so kurzfristig. Ich wünsche allen trotzdem einen erträglichen Tag, wird schon :-)

  13. 67.

    Wer in einer Stadt wie Berlin groß geworden und sozialisiert ist, fährt nicht einfach mit Fremden mit. Früher nicht und jetzt auch nicht. Sie hacken so beharrlich auf allen herum, daher jetzt eine Reaktion von mir. Ihre Angebote sind bestimmt gut gemeint, helfen aber bei den Meisten bestimmt wenig. Denn auch ich bräuchte nicht eine Fahrt in die Firma, sondern einen Ganztags-Chauffeur. Sie fahren alleine in einem so großen Auto herum, da mutmaße ich, dass Sie keine Familie haben (umweltbewußt ist das nicht! ;-)). Aus der Perspektive können Sie natürlich Töne spucken^^. So ein normaler Tag mit Arbeitswegen, Kindern, Einkäufen, Terminen uvm. hängt von einem guten Zeitmanagement ab. Zum Glück habe ich einen fairen Arbeitgeber, er gab mir spontan frei. Schade für uns als Familie, ein Tag weniger Urlaub. Den Tag opfere ich aber dieses Mal noch gerne für die BVGler ;-). Meine Kinder konnten nicht mit dem Rad fahren, es regnet stark bei uns. Brauchts noch mehr? Hören Sie doch bitte jetzt auf alle pauschal abzuurteilen. Sie lehnen sich zu weit aus dem Fenster, das steht Ihnen nicht zu. Kurzes Update aus der Innenstadt gefällig? Mein Sohn steht seit 30 Minuten auf dem Bahnsteig, der ist so voller Menschen, dass er bisher nicht mitkam. Ihre Wahrnehmung bezüglich des Alltags von berufstätigen Leuten mit Familie kommt leider etwas einseitig daher. Sie meines es gut, kommt aber inzwischen etwas lästig rüber. Nicht böse sein. Alles Gute! :-)

  14. 66.

    Für wahr, was Sie da schreiben. Kann ich nur unterstreichen. Leider trifft so ein Streik allerdings auch betroffen Personen, die dringend auf den Busverkehr angewiesen sind. Besonders in den Randbereichen der Stadt und es kann sich beileibe nicht jede/jeder ein Taxi leisten. Schon deshalb macht Ihr Vorschlag ja auch Sinn. Nebenbeibemerkt: wußte gar nicht, das wir beide westfälischen Ursprungs sind. Da grüßt dann mal der ehem. Münsteraner. LG

  15. 65.

    Na toll, das hat der rbb ja schon beim letzten Streik geschrieben: der Berliner fährt nirgends mit. Einer in einem Auto. Vielleicht bin ich als Westfale in einer anderen Zeit großgeworden. Vielleicht war es "damals" ja noch eine Selbstverständlichkeit, anderen zu helfen, jemanden mitzunehmen, Tür aufzuhalten, erst aus der StraBa aussteigen zu lassen, alten Menschen einen Sitzplatz anzubieten.

    Ja, ich habs schon während der Schwangerschaft und mit Kleinkind hier in Berlin bemerkt: die einzigen, die mir einen Platz anboten oder den Kinderwagen die S-Bahn-Treppen hochtrugen waren junge Männer mit Migrationshintergrund, wie man so schön sagt.

    Dann bleibt halt daheim, und meckert weiter. Dann fahre ich wieder mal alleine, im 5sitzigen Karren. Wird ja keiner zu seinem Glück gezwungen.

    Ich peil das echt nicht - man WILL sich partout nicht organisieren, man will meckern und hocken bleiben. Bloß keen Kontakt zu anderen Menschen. Da komm ich echt nicht mit.

  16. 64.

    Ich ich ich. Andere sind aber mißtrauisch. Ihr Angebot in Ehren, aber NEIN DANKE. Wären Sie etwas offener für die Argumente anderer...aber ich würde auch nicht mitfahren wollen. Zumal das nichts an der Tatsache ändert, dass der Streik in dieser Form eine Sauerei ist. Im Süden fährt gar nichts. Nicht einmal eine Notlinie, die die unzähligen Schulen in Buckow Süd und Lichtenrade erreichbar machen würde. Aber egal...da fahren die Busse ja eh nur, wann sie wollen. Schwamm drüber, solln se machen. Aber jeder piefige Busfahrer wird ab jetzt von mir behandelt, wie er seine Fahrgäste behandelt. Quit pro Quo ;-)

  17. 63.

    https://www.rbb-online.de/content/dam/rbb/rbb/unternehmen/presse/migration/rbb/img/512x288_beitragsbild_gross_top_teaser_1_videovorschaubild/presseinformationen/2014/20141105_Fahr_mit_512_288.jpg.jpg/img.jpg Der Rote rbb-Punkt
    Ausdrucken, in die Windschutzscheibe, jemanden mitnehmen.

    Übrigens sind die BUSFAHRER nicht die Verursacher der Verspätung, sondern die Fahrgäste und der Verkehr, die maroden Busse und die schlechten Fahrpläne. Auch sind sie nicht der Verursacher des Streiks, das sind die Berliner Regierung und die BVG. Immer schön trennen beim Meckern...

  18. 62.

    Ich zahle monatlich 85 Euro für eine Monatsticket bei der BVG. Pünktlichkeit zählt bei den Busfahrern nicht. Das ist 15 Jahre lang meine Erfahrung. Der Streik ist nicht gerechtfertigt.

  19. 61.

    Also ich finde Ihre Aktion sehr gut und wenn ich betroffen wäre, würde ich auch Ihr Angebot sofort unterstützen.

  20. 60.

    Allerdings ist das Maß voll! Es wird nämlich alles das was sie aufgezählt haben auf dem Rücken der beschäftigten ausgetragen. Wenn sie die Mängel abstellen wollen sollten sie sich mit den Streikenden solidarisch zeigen, schon aus Eigennutz.

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