Baustelle (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Sehr starker Rückgang in der Mark - Weniger Neubauten in Berlin und Brandenburg genehmigt

Viele Menschen, wenig Wohungen: In Berlin wurden im Jahr 2018 gut zwei Prozent weniger Neubauten genehmigt - und das trotz Wohnungsknappheit. In Brandenburg erteilten die Behörden sogar gut 20 Prozent weniger Baugenehmigungen.

Die Zahl Baugenehmigungen in Berlin und Brandenburg ist 2018 zurückgegangen. Das teilte das Amt für Statistik am Freitag mit. Demnach seien in Berlin 24.218 neue Wohnungen genehmigt worden, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr - und das trotz Wohnungsknappheit in der Hauptstadt. Brandenburg habe gut 12.700 neue Wohnungen genehmigt. Gegenüber 2017 ist das ein Rückgang von 20 Prozent.

Jede dritte Wohnung in Berlin als Eigentumswohnung geplant

Im Zehn-Jahres-Vergleich habe sich die Zahl der Baugenehmigungen in Berlin laut Amt für Statistik mehr als vervierfacht. Seit einem Rekordwert im Jahr 2016 seien die Zahlen aber wieder rückläufig.

Knapp jede dritte genehmigte Wohnung sei als Eigentumswohnung geplant. Die meisten Wohnungen wurden, mit einer Zahl von 3.700, in Pankow genehmigt, die wenigsten mit knapp 400 in Neukölln.

Zwischen Genehmigung und Fertigstellung der Wohnungen dauert es im Schnitt zwei Jahre. Zuletzt waren 60.000 genehmigte Wohnungen noch nicht fertig. Nach einer Schätzung der Investitionsbank Berlin fehlen rund 135.000 Wohnungen in der Stadt.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wohnungen in Berlin immer stärker angestiegen. Nach den jüngsten Zahlen sind im Jahr 2017 knapp 17.000 Wohnungen neu hinzugekommen. Gleichzeitig wuchs aber auch die Zahl der Einwohner in der Hauptstadt um gut 41.000.

Ein Fünftel weniger genehmigte Wohnungen in Brandenburg

In Brandenburg ist die Zahl der erteilten Baugenehmigungen sogar um ein Fünftel gesunken. 2018 gaben die Behörden den Bau von 12.736 Wohnungen frei. Damit sind in dem Bundesland erstmals seit acht Jahren wieder weniger neue Wohnungen genehmigt worden.

Selbst in der Landeshauptstadt Potsdam wurden lediglich 858 Baugenehmigungen erteilt. Im Vorjahr waren es noch 2.504. Im Havelland und in Oberhavel wurden dagegen deutlich mehr Wohnungen genehmigt.

Der Wohnungsbestand in Brandenburg war in den vergangenen Jahren gewachsen. Nach den jüngsten Jahreszahlen kamen 2017 knapp 10.000 hinzu. Etwa ebenso stark stieg die Einwohnerzahl.

Nach Erteilung der Baugenehmigung haben Bauherren in Brandenburg sechs Jahre Zeit, in Berlin drei Jahre, um mit den Arbeiten zu beginnen. Ansonsten erlischt die Genehmigung.

Sendung: Inforadio, 22.03.2019, 14:40 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Die Anzahl der Baugenehmigungen soll nun was genau uns sagen oder auch nicht? Ist Baurecht = Willkür und subjektiv von einem Sachbearbeiter und gegebenenfalls später von einem Richter abhängig? Kann man sich auf objektive und nachlesbare Verhältnisse verlassen um zu investieren?

  2. 5.

    Danke für den Hinweis! In Berlin ist die Genehmigung nur drei Jahre lang gültig. Wir ergänzen und korrigieren, dass es in Brandenburg 6 Jahre sind.

  3. 4.

    @RBB-Redaktion: Zumindest in Brandenburg gilt eine Baugenehmigung 6 Jahre.

  4. 3.

    Das bedeutet also, es ist fast egal ob neue Wohungen gebaut werden. Ich glaube, man muss genau das Gegenteil machen, was Investoren wollen, dann würde sich der Wohnungsmarkt entspannen.

  5. 1.

    Bei uns an der Ecke wird gerade ein Haus hochgezogen. Ausschließlich Eigentumswohnungen. Die wird sich wieder kein Ottonormalverbraucher leisten können.

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