Ein Mann bearbeitet Autoteile (Quelle: dpa/Florian Schuh)
Inforadio | 30.04.2019 | Matthias Bartsch | Bild: dpa/Florian Schuh

Arbeitsmarktzahlen für Berlin und Brandenburg - Frühjahr belebt den Arbeitsmarkt

Im April ist die Arbeitslosigkeit in der Region weiter zurückgegangen. In Berlin sank die Zahl der Arbeitslosen auf 7,7 Prozent, in Brandenburg sogar unter die Sechs-Prozent-Marke. Auch der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt: Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hält an.

Das Frühjahr hat in Brandenburg sehr viele und in Berlin immer noch viele Menschen in Beschäftigung gebracht. Konkret sank die Arbeitslosenquote in Berlin gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent. In Brandenburg ging die Quote gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent zurück. Im Vergleich zum April 2018 sank die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozentpunkte.

In Berlin waren im April rund 148.800 Frauen und Männer waren erwerbslos gemeldet und damit etwa 22.600 Menschen weniger als vor einem Jahr; in Brandenburg waren es mit 76.710 Arbeitslosen rund 9.000 Menschen weniger.

"Aus und Weiterbildung bleibt Gebot der Stunde"

"Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region ist hoch", sagte Johannes Pfeiffer, Geschäftsführer bei der Agentur-Regionaldirektion Berlin-Brandenburg. Gesucht werde etwa in der Gebäudebetreuung, im Garten- und Landschaftsbau, in der Verwaltung und im Gesundheitswesen. "Aus- und Weiterbildung bleibt das Gebot der Stunde", sagte Pfeiffer. Er riet Jugendlichen, frühzeitig eine Lehrstelle zu suchen, denn das Schuljahr endet in diesem Jahr ungewöhnlich früh.

Berlins Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke) rief als Reaktion zu den Arbeitslosenzahlen die Betriebe dazu auf, mehr dafür zu tun, um qualifiziertes Personal zu rekrutieren. "Auch müssen noch mehr Betriebe ausbilden, ihre eigenen Fachkräfte entwickeln, fördern und halten. Da können Berliner Betriebe – gemessen am bundesweiten Vergleich - noch erheblich zulegen, die Ausbildungsquote ist durchaus steigerungsfähig!", teilte Breitenbach mit.

Brandenburgs Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) teilte mit, Weiterbildung sei der zentrale Schlüssels owohl für die Fachkräftesicherung als auch im Kampf gegen Arbeitslosigkeit. Brandenburg arbeite daher intensiv an einer Nationalen Weiterbildungsstrategie mit, die im Sommer gemeinsam mit den Ländern auf den Weg bringen wolle.

Zehntausende sind "unterbeschäftigt"

Die Arbeitslosenzahlen sagen jedoch nicht die ganze Wahrheit. Viele Erwerbslose stecken in Weiterqualifizierungen, sind kurzfristig arbeitsunfähig oder tauchen aus anderen Gründen nicht in der Arbeitslosenzahl auf. Rechnete man diese "Unterbeschäftigung" hinzu, läge die Erwerbslosenquote in der Region um rund drei Prozentpunkte höher.

Gute Zahlen trotz verschlechterter Konjunkturaussichten

Banken-Analysten hatten laut der Nachrichtenagentur Reuters mit einer deutlich geringeren Abnahme der Arbeitslosenzahlen gerechnet, denn Forschungsinstitute und die Bundesregierung hatten in den vergangenen Monaten ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gesenkt. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem Plus von 0,5 Prozent, nach 1,4 Prozent 2018.

Sendung: Abendschau, 30.04.2019, 19:30 Uhr

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Antwort auf [rbb|24] vom 02.05.2019 um 15:34
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9 Kommentare

  1. 8.

    Danke für ihren Hinweis. Tatsächlich gab es einen technischen Fehler, das Problem ist inzwischen behoben.

  2. 7.

    Quote sinkt, weil immer mehr Studierende herziehen, und Arbeitende abwandern, und daher weniger arbeitssuchend sind.
    Unterbeschäftigung, ist in den "Kiezen" weit verbreitet, damit man ihnen bei mehr Freizeit die Sozialhilfe nicht streicht, alles Berechnung. Deswegen auch das Gejaule wegen der Mietpreise.

  3. 6.

    Laut der Quelle von der Arbeitsagentur (siehe https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Brandenburg-Nav.html ) werden dort andere Zahlen veröffentlicht. Als Beispiel liegt die Arbeitslosenquote für die Prignitz im April 2019 bei 7,5,% statt 8,3% usw..
    Die Angaben in Ihrem ersten Absatz der Meldung stimmen. Aber auch da muss doch auffallen, dass die Zahlen in der Grafik nicht zur Meldung passen. Das hatte ich schon im ersten Kommentar moniert.

  4. 4.

    Kann mal irgendjemand beim RBB die Grafik korrigieren oder herausnehmen?
    Das ist doch peinlich!
    Zur Hilfe ein Link: https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Brandenburg-Nav.html

  5. 3.

    Na denn, fröhliches Bewerben und viel Kraft für die Absagen.

  6. 2.

    Mir fällt immer wieder auf, dass die Arbeitslosenquote im Osten der Stadt und in Brandenburg deutlich geringer ist als die im Westteil Berlins.
    Hat jemand dafür eine Erklärung?

  7. 1.

    Ja das ist ja mal statistisch spannend: In Brandenburg schafft laut Grafik nur Brandenburg a.d.H. einen Rückgang zum Vormonat um 0,3 Prozent. Alle anderen haben einen geringeren Rückgang, fünf Landkreise stagnieren bei +-0 und in drei Landkreisen steigt die Arbeitslosenquote sogar. Das müsste mir dann mal jemand erklären bei einem Gesamtrückgang für das Land Brandenburg von 0,3 Prozent...

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